Pfalz FCK-Torhüter Ikone Gerry Ehrmann bricht eine Lanze für Marius Müller und Gino Fechner

Am Boden zerstört: Marius Müller. Foto: KUNZ
Am Boden zerstört: Marius Müller.

„Schon wieder nicht auf den Charakter geschaut: Müller und Fechner, seht zu, dass ihr abhaut.“ Dies war der Willkommensgruß auf einem Plakat vor dem Fanblock des 1. FC Kaiserslautern, als Torhüter Marius Müller (24) und U20-Nationalspieler Gino Fechner (19) am Sonntag beim Zweitliga-Start zum Warmlaufen ins Nürnberger Max-Morlock-Stadion liefen. Der letzte Arbeitgeber beider, die bei vielen verhassten „Roten Bullen“ aus Leipzig, sind Auslöser der bösartigen Kampagne, die am Montag auch den FCK auf den Plan rief.

Vereinsschädigendes Verhalten

Die Vereinsführung kündigt Konsequenzen wegen vereinsschädigenden Verhaltens an. Dem Fan-Klub „Pfalz Inferno“ sollen alle gewährten Privilegien im Stadion gestrichen werden. Eine Lanze für Gino Fechner und Marius Müller gebrochen hat am Montag Gerry Ehrmann, die Torhüter-Ikone der Roten Teufel. „Das sind unsere Spieler, ist mir doch egal wo die hergekommen sind. Sie helfen dem FCK“, argumentiert Ehrmann. „Marius hat lange nicht gespielt, ihm fehlt auch Praxis“, entschuldigt der Torwarttrainer Müllers Fehlgriff beim 0:2. Und argumentiert: „Beim 0:1 pennte auch die Abwehr. Das Spiel – das war ein Totalversagen der Mannschaft!“

Ehrmann ist empört

Die „Grußbotschaft“ hat Ehrmann, den Held der Kurve, empört. Er wird Spiel für Spiel gefeiert, wenn er mit „seinen“ Torhütern auf den Platz kommt. Und Müller, ein Torhüter, den er ausgebildet hat, den er geformt hat. wird seit seiner Rückkehr angefeindet, vor allem auch im Internet niedergemacht. Ehrmann ist Müllers Mentor, er hat um ihn gekämpft, ihn zurückgeholt, ihn zur Nummer 1 gemacht. Wer Müller anfeindet, feindet auch Ehrmann an. „Ich stehe voll hinter ihm. Marius ist ein sehr guter Torhüter. Er wird Julian Pollersbeck mehr als nur 1:1 ersetzen. Und er hat dem Verein fast zwei Millionen Ablöse gebracht, geholfen, letztes Jahr die Lizenz zu sichern.“

Ehrmann: Stimmungsmache muss aufhören

„Ich erwarte, dass unsere Fans Marius respektieren. Die Stimmungsmache muss aufhören. Sofort! Marius ist einer von uns! Wir wollen doch immer eine große Familie sein ... Ich stehe zu 100 Prozent hinter Marius. Er identifiziert sich mit dem Verein, der FCK ist sein Verein“, sagt Ehrmann. Er mahnt Geduld mit der jungen Mannschaft an: „Es geht nur zusammen!“ (zkk)


Die Stellungnahme des FCK im Wortlaut: 

"Die Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern distanzieren sich ausdrücklich von dem Inhalt des beim Auswärtsspiel in Nürnberg im Gästeblock gezeigten Plakates. Dass zwei Spieler des 1. FC Kaiserslautern kurz vor Anpfiff des ersten Saisonspiel von Teilen der eigenen Fans auf diese Art und Weise angegangen werden, ist kontraproduktiv und im Sinne des Vereins nicht zu akzeptieren. Hier wurde von der für dieses Banner verantwortlichen Fangruppe „Pfalz Inferno“ eine Grenze überschritten, Spieler des eigenen Vereins diffamiert und fahrlässig eine Spaltung in der Fangemeinde und Unruhe im Verein in Kauf genommen. Werte wie Respekt und Zusammenhalt, die den FCK seit Jahrzehnten begleiten und die gerade von den Fans immer wieder gefordert werden, wurden mit Füßen getreten.
Meinungsfreiheit ist ein wichtiges Gut und wir gestehen jedem Fan auch weiterhin seine eigene Meinung zu. Ein solches Banner vor eine Fankurve zu hängen, hat in unseren Augen jedoch nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern ist vereinsschädigendes Verhalten und steht jeglicher Form von respektvollem Umgang untereinander entgegen. Dass sich inzwischen zahlreiche der in Nürnberg anwesenden Fans von diesem Banner distanziert haben, zeigt uns zudem deutlich, dass mit diesem Banner nicht die Meinung der gesamten Fankurve wiedergegeben wurde.
Zudem sind wir von der Art der Kommunikation sehr enttäuscht. Regelmäßig haben die Vertreter vom „Pfalz Inferno“ die Möglichkeit, sich direkt mit der Vereinsführung und der Mannschaft auszutauschen und Kritik intern und von Angesicht zu Angesicht vorzutragen. Für das nächste Treffen wurde bereits eingeladen. Dass Vereinsverantwortliche jedoch wiederholt über Spruchbänder angegangen werden, kann nicht die Form der Kommunikation sein, die zum Wohle des Vereins beiträgt. Der FCK wird weiterhin zum Dialog bereit stehen, kann diesen Vertrauensbruch jedoch nicht ohne Konsequenzen hinnehmen und sieht daher keine Bereitschaft mehr, dem Fanclub „Pfalz Inferno“ weiterhin Privilegien im Stadion zu gewähren.
„Wir sind überzeugt, dass die große Mehrheit der FCK-Fans mit uns einer Meinung ist, solche Aussagen gegenüber den eigenen Spielern nicht zu tolerieren. Dies haben uns viele Fans auch in zahlreichen Zuschriften mitgeteilt. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken und wir würden uns freuen, wenn die Fans dies beim nächsten Spiel auch so zum Ausdruck bringen. Unseren Torwart Marius Müller und einen jungen talentierten Spieler wie Gino Fechner, der sich bewusst für den FCK entschieden hat, so zu beschimpfen, hat nichts mit dem FCK zu tun, für den wir einstehen und kämpfen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Thomas Gries.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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