Pfalz
Fahrradunfälle: Wie gefährlich ist Radfahren in der Pfalz?
Sonne am Himmel, trockene Straßen, kein Gegenwind – perfekte Voraussetzungen, um das Auto stehen zu lassen und sich aufs Fahrrad zu schwingen. Bewegung, frische Luft und ein kleiner Beitrag fürs Klima noch dazu. Doch der Weg mit dem Rad ist oft auch der riskantere: es fehlt die Knautschzone, man wird leicht übersehen – kurz: bei einem Fahrradunfall zieht man meist den Kürzeren.
Wie gefährlich ist Radfahren in der Pfalz? Wir haben einen Blick auf die Zahlen und Berichte geworfen.
Fahrradunfälle in der Pfalz 2024
Für die Pfalz sind zwei Polizeipräsidien zuständig: das Polizeipräsidium Rheinpfalz (Vorder- und Südpfalz) und das Polizeipräsidium Westpfalz. Beide haben für das Jahr 2024 ihre Verkehrsunfallstatistik veröffentlicht. Nach Angaben der beiden Präsidien gab es 2024 insgesamt 1.717 Verkehrsunfälle mit Fahrrädern – Pedelecs (E-Bikes) eingeschlossen. Bei 1.300 dieser Unfälle wurden die Radfahrer verletzt: 1.107 verletzten sich leicht, 189 schwer – vier Menschen starben.
Eine gute Nachricht: Der Trend in der Pfalz ist rückläufig. Laut Verkehrsunfallstatistik der beiden Pfälzer Polizeipräsidien sinkt die Zahl der gemeldeten Fahrradunfälle seit 2022 stetig. Im Vergleich zum Vorjahr waren es rund drei Prozent weniger – obwohl die Zahl der E-Bikes im Straßenverkehr ebenso zunahm wie der Absatz von Fahrrädern insgesamt. Nach Angaben der Polizei lag in rund zwei Dritteln der Fälle die Hauptursache für den Unfall bei den Radfahrern.
Einordnung: der Blick auf Deutschland
Im Jahr 2024 registrierte das statistische Bundesamt 92.882 Fahrradunfälle in Deutschland – 441 davon endeten tödlich. Damit war etwa jeder sechste Verkehrstote 2024 mit dem Rad unterwegs. Rund zwei Drittel der tödlich verunglückten Radfahrer waren 65 Jahre oder älter.
Gefährliche Stellen in der Pfalz
Im Unfallatlas der statistischen Ämter werden polizeilich aufgenommene Verkehrsunfälle nach Beteiligung und Ort aufgezeichnet. In 2024 gab es auch einige Stellen in der Pfalz, an denen sich Fahrradunfälle gehäuft haben. In Speyer rund um Landauer Straße und Bahnhofsstraße wurden pfalzweit die meisten Fahrradunfälle registriert. Ebenfalls auffällig ist der Marienring in Landau sowie Rohrlach- und Saarlandstraße in Ludwigshafen. Diese und weitere Stellen in der Pfalz haben wir in einer Karte zusammengestellt.
Was ist bisher 2025 in der Pfalz passiert?
Offizielle Zahlen der Polizei für 2025 liegen noch nicht vor. Eine Auswertung der RHEINPFALZ-Berichte zeigt jedoch: Fahrradunfälle in der Pfalz sind auch in diesem Jahr keine Seltenheit. Hier sind einige von ihnen aufgelistet – mit einer Karte.
31.05.2025, Haßloch
69-jähriger Radfahrer stürzt und zieht sich dabei schwere Verletzungen zu.
28.06.2025, Ludwigshafen
Unfall zwischen einem Radfahrer und einer Straßenbahn in der Saarlandstraße – der Radfahrer schwer verletzt.
16.07.2025, Altrip
71-Jähriger stürzt vom Rad und verletzt sich lebensgefährlich am Kopf – trotz Helm. Zusätzlich bricht er sich ein Bein.
18.07.2025, Steinfeld
Zwei Radfahrerinnen kollidieren frontal – beide verletzen sich schwer.
20.07.2025, Kapellen-Drusweiler (Kreis Südliche Weinstraße)
Autofahrer nimmt einem 47-jährigem Radfahrer die Vorfahrt – der Radfahrer wird dabei schwer verletzt.
16.08.2025, Frankenthal
Rennradfahrer wird von einem Auto in den Straßengraben geschleudert – kommt verletzt ins Krankenhaus.
22.08.2025, Speyer
Radfahrer kollidiert auf Landstraße mit einem Auto – erliegt am Unfallort seinen Verletzungen.
26.08.2025, Schifferstadt
86-Jährige stürzt vom Fahrrad und verletzt sich schwer – sie trug keinen Helm.
25.09.2025, Limburgerhof
14-jähriger Radfahrer wird von einem abbiegenden Auto erfasst und verletzt – der junge Radfahrer fuhr verbotswidrig auf dem Gehweg.
23.10.2025, Heßheim
82-jähriger Radfahrer missachtet Vorfahrt, kollidiert auf Landstraße mit einem Auto – er verletzt sich an der Hand.
17.11.2025, Jockgrim
Radfahrer ignoriert eine geschlossene Bahnschranke und wird von einem Zug erfasst – verletzt sich schwer.
Sicher Radfahren heißt bewusst Radfahren
Die Daten zeigen: weniger Unfälle mit Fahrrädern, dennoch mitunter schwere Schicksale – das Fahrrad gehört weiterhin nicht zu den sichersten Verkehrsmitteln. Oft betroffen sind ältere Menschen. Helme verhindern zwar keine Unfälle, mindern aber häufig die Folgen.
Das soll keine Entmutigung, sondern eine Erinnerung sein: Radfahren bleibt gesund, zugleich entlastet es Umwelt und Verkehr. Frische Luft, Bewegung, weniger Emissionen – all das spricht fürs Rad. Worum es geht: Bewusstsein im Straßenverkehr. Auf dem Fahrrad stets wachsam bleiben, die Umgebung im Blick behalten und mit Fehlern anderer rechnen. Und damit gute Fahrt – ob auf dem Weg zur Arbeit, bei einer Tour durch die Pfalz oder bei der spontanen Radrunde zwischendurch.
