KAISERSLAUTERN / SPEYER RHEINPFALZ Plus Artikel Die größten Straßenbaustellen der Pfalz in 2021

Eine Momentaufnahme vom Brückenbau über die Alsenz bei Imsweiler (Donnersbergkreis) aus dem Monat Dezember. Das Bauwerk ist Teil
Eine Momentaufnahme vom Brückenbau über die Alsenz bei Imsweiler (Donnersbergkreis) aus dem Monat Dezember. Das Bauwerk ist Teil der geplanten Ortsumgehung im Zuge der B 48.

Im pfälzischen Straßennetz wird in diesem Jahr auf 14 größeren Baustellen gearbeitet. Besonders aufwendig gestalten sich zwei Ortsumgehungen. Allein für sie wird mit Kosten von 128 Millionen Euro gerechnet. Abzuwarten bleibt, wann es mit der Hochstraße Süd in Ludwigshafen weitergeht.

Seit August 2017 laufen die Arbeiten für den Bau der Ortsumgehung Imsweiler im Donnersbergkreis (B 48). Sie ist auch in diesem Jahr das kostenintensivste Straßenbauprojekt des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in der Pfalz. Für die 1,78 Kilometer lange Strecke werden unverändert 66 Millionen Euro veranschlagt. Seit Spätsommer laufen dort die Arbeiten für den Bau der Talbrücke Schleifmühle über die Alsenz. Das Bauwerk wird voraussichtlich bis Sommer 2022 fertiggestellt.

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Die Befahrbarkeit der Brücke ist laut LBM Voraussetzung dafür, dass am Nord-Portal des fast 400 Meter langen Mühlbergtunnels gearbeitet werden kann. Dessen Bau beginnt von Süden. Wenn die Tunnelbauer nach geschätzten zwölf Monaten im Norden ankommen, muss die Brücke überfahrbar sein. Ziel ist, den Tunnel-Auftrag in 2021 zu erteilen und mit dem Bau zu beginnen.

Auf Platz 2 der teuersten Straßenbauprojekte in der Pfalz folgt laut LBM mit Kosten von unverändert rund 62 Millionen Euro die 2,6 Kilometer lange Ortsumgehung Bad Bergzabern (B 427). Dafür ist ebenfalls der Bau eines Tunnels geplant, der übrigens mit einer Länge von 1440 Metern den 1038 Meter langen Staufertunnel bei Annweiler noch übertreffen wird. Letzterer ist bisher bei den Straßentunneln der Rekordhalter in der Pfalz. Mit dem Bau des Bad Bergzaberner Tunnels wird voraussichtlich noch in diesem Frühjahr begonnen. Im Westen des Projekts sind die neuen Durchlassbauwerke für den Mückentalbach und den Erlenbach fertiggestellt.

Im Osten läuft die Flurbereinigung. Bis zum Frühjahr sollen im Vorfeld des eigentlichen Tunnelbaus zwei weitere Wirtschaftswegeabschnitte und ein Regenrückhaltebecken begonnen sowie die baustellenbedingten Rad- und Wanderwegeumleitungen eingerichtet werden. Die Arbeiten befinden sich nach Angaben des LBM insgesamt im Zeitplan, da mit der Herstellung des Tunnelbauwerkes auch zeitgleich die Erdbauarbeiten im Westen und im Osten in Angriff genommen werden können. Die Verkehrsfreigabe ist nach wie vor für das Jahr 2026 vorgesehen.

Die weiteren Projekte in der Pfalz

Und hier folgen die weiteren größeren Straßenbauprojekte, beginnend im Südwesten der Pfalz und dann weiter im Gegenuhrzeigersinn. Wenn im Einzelnen nicht anders angegeben, stammen die Angaben vom LBM:

Bei Zweibrücken-Ernstweiler soll im Zuge der Autobahn A 8 eine neue Brücke über den Hornbach entstehen. Voraussichtlich ab Juni wird mit diesem Projekt in Fahrtrichtung Neunkirchen auf einer 1500 Meter langen Strecke begonnen. Im Jahr 2022 werden die Arbeiten in der Gegenrichtung auf einem 2500 Meter langen Abschnitt der A 8 fortgesetzt. Nach derzeitigem Planungsstand werden die Arbeiten für die erste Bauphase (Abriss und Neubau Hornbachbauwerk in Fahrtrichtung Neunkirchen) ab Juni 2021 beginnen. Die Kosten einschließlich der Lärmschutzwände in Fahrtrichtung Pirmasens werden mit 7,8 Millionen Euro beziffert. Die Arbeiten sollen bis Ende Dezember 2022 abgeschlossen werden.

Auf der B 10 wird im Bereich Pirmasens zwischen den Anschlussstellen Höheischweiler und Haseneck an allen sanierungsbedürftigen Abschnitten der Asphaltoberbau erneuert. Die einzelnen Abschnitte umfassen eine Gesamtlänge von etwa acht Kilometern zuzüglich der einzelnen Anschlussstellen. Die Gesamtkosten werden auf etwa 3,5 Millionen Euro geschätzt.

Bis zum Spätsommer soll die Brücke der B 10 über die Bahnstrecke bei Hinterweidenthal (Kreis Südwestpfalz) einschließlich Lärmschutzwand, Schutzplanken und Straßenbau fertiggestellt sein. Die Kosten liegen bei fünf Millionen Euro.

Bei Busenberg (Kreis Südwestpfalz) wird die B 427 auf der rund drei Kilometer langen Strecke zwischen der Einmündung Weißensteiner Hof bis kurz vor dem Erlenbacher Kreuz saniert. Im Bereich des Weißensteiner Hofs wird das Radwegenetz geschlossen. Darüber hinaus wird für die Radfahrer eine Querungshilfe über die B 427 angelegt. Die Arbeiten sollen im April starten und nach einer Bauzeit von drei Monaten abgeschlossen sein. Kosten: rund 1,7 Millionen Euro.

40 Millionen Euro für vierspurigen Ausbau

Der vierspurige Ausbau der B 10 bei Landau-Godramstein läuft das ganze Jahr über weiter. Bis zum Frühjahr sollen die Spundwand und die Nordfahrbahn beim Knotenpunkt B 10/L 516 fertiggestellt sein. Die Gesamtkosten für den Ausbau des 4,1 Kilometer langen B-10-Abschnitts werden mit rund 40 Millionen Euro angegeben. Die Arbeiten sollen voraussichtlich im Jahr 2026 abgeschlossen werden.

Der erste, 2,2 Kilometer lange Bauabschnitt der Ortsumgehung Bellheim (Kreis Germersheim) im Zuge der L 509 wurde noch vor Weihnachten für den Verkehr freigegeben. Östlich der L 540 wird bereits das Überführungsbauwerk der neuen L 509 über die Bahnstrecke Ludwigshafen-Wörth errichtet. Es soll bis zum Herbst fertiggestellt werden. Die gesamte Ortsumgehung Bellheim wird voraussichtlich ab Sommer 2022 für den Verkehr zur Verfügung stehen. Die Arbeiten liegen insgesamt im Zeit- und Kostenplan.

Die Sanierungsarbeiten auf der Salierbrücke bei Speyer (B 39) laufen nach einer kurzen Winterpause weiter: Zu niedrige Temperaturen hatten das Betonieren vorübergehend unmöglich gemacht. Trotzdem sehen die Verantwortlichen beim Regierungspräsidium Karlsruhe den Abschluss der Arbeiten bis Ende 2021 als nicht gefährdet an.

Zwischen den Anschlussstellen Dannstadt-Schauernheim und Haßloch wird die Autobahn A 65 in beiden Richtungen erneuert. Die geplanten Kosten für Bau, Verkehrssicherung und Schutzplankenarbeiten belaufen sich auf etwa 5,8 Millionen Euro. Die Arbeiten sollen bis voraussichtlich Anfang Juli abgeschlossen sein.

Noch kein Termin für Hochstraße Süd

Im vergangenen Jahr wurde ein 500 Meter langer Abschnitt der Hochstraße Süd in Ludwigshafen abgerissen. Seitdem laufen die Planungen der Stadt für einen Ersatz-Neubau, der bis 2025/26 vollendet sein soll. Voraussichtliche Kosten: ein dreistelliger Millionenbetrag. Noch hat die Stadt allerdings keinen Termin genannt, wann die Arbeiten beginnen sollen.

Fahrbahnerneuerungs- und Brückensanierungsarbeiten sind in diesem Jahr auf der A 650 zwischen dem Autobahnkreuz Ludwigshafen und der Anschlussstelle Friedelsheim (Kreis Bad Dürkheim) in beiden Fahrtrichtungen geplant. Voraussichtlich ab Juli soll ein 2000 Meter langer Abschnitt in Fahrtrichtung Bad Dürkheim wieder fit gemacht werden. Nach Abschluss dieser Arbeiten geht es in der Gegenrichtung weiter. Die Baustelle wird voraussichtlich im September wieder abgebaut werden können. Kosten: 2,3 Millionen Euro.

Bereits im vergangenen Jahr wurde ein Teilabschnitt der B 270 von Otterberg (Kreis Kaiserslautern) bis zur Einmündung Kaiserslautern-Erfenbach saniert. 2021 werden die Arbeiten insbesondere im Bereich des vierspurigen Abschnitts zwischen Kaiserslautern-Siegelbach-Nord und der Stadt Kaiserslautern fortgesetzt. Bis über den Opelkreisel hinweg wird die vorhandene Deck- und Binderschicht erneuert. Auch die Erneuerung von Entwässerungseinrichtungen, die Sanierung der Auf- und Abfahrtsrampen im Opelkreisel sowie die Erneuerung der Schutzplanken sind vorgesehen. Die Maßnahme wird sich von Mai bis September hinziehen, da in mehreren Teilabschnitten gebaut werden muss, um die Verkehrsbehinderungen möglichst gering zu halten. Die Kosten werden auf 2,5 Millionen Euro geschätzt.

Bei den Arbeiten an der A-6-Anschlussstelle Kaiserslautern-Einsiedlerhof wurde bereits im vergangenen Jahr das erste Teilbauwerk über die A 6 für den Verkehr freigegeben. Das zweite Bauwerk wird bis Herbst 2021 fertiggestellt sein. Im Frühjahr wird der Bau der beiden Kreisverkehrsanlagen südlich und nördlich der A 6 beginnen. Ziel ist die Gesamtfertigstellung im Sommer 2022. Die Kosten liegen nach wie vor bei zehn Millionen Euro.

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