Weintipp
Der Schwarze aus Avola
Auf der größten Mittelmeerinsel hinterließen vielerlei Kulturen ihre Spuren. Die landwirtschaftlichen Produkte, darunter auch der Wein, waren seit der griechischen Ansiedlung im 8. Jahrhundert vor Christus während des gesamten Altertums hindurch berühmt. Vor allem die süßen Weine der Insel hatten es den Griechen, Karthagern und Römern angetan. Im 18. und 19. Jahrhundert fanden die Engländer in Marsala eine Quelle für Dessertweine. Seitdem hat sich viel verändert. Der Marsala und damit der Süßwein besitzt kaum noch Bedeutung. Aber die Rebfläche von über 100.000 Hektar macht Sizilien immer noch zur mengenmäßig wichtigsten Weinregion Italiens.
Nur zehn Prozent Qualitätsweine
Bis in die 80er-Jahre dienten viele sizilianische Weine der Herstellung von Mostkonzentrat und als Verschnittweine für nördlicher gewachsene Rote. Sogar Frankreich bezog Weine aus Sizilien. Bis heute werden nur etwa zehn Prozent der Weine als Qualitätsweine gefüllt. In diesem Sektor freilich ist qualitativ viel geschehen in den vergangenen Jahren. Eine Reihe von Weingütern konnte sich mit hochwertigen Weinen profilieren. Erstaunlicherweise befinden sich darunter viele frische und moderne Weißweine. Bei den Roten wurde mittlerweile vor allem das Qualitätspotenzial der Sorte Nero d'Avola erkannt. Sie ist die meistangebaute rote Sorte und genießt auch in Deutschland inzwischen einige Popularität. Von den vor allem farb- und tanninstarken, aber einfachen Weinen früherer Zeiten sind die besten daraus gewonnenen Roten inzwischen weit entfernt. Finesse und Langlebigkeit zeichnen die Weine heute ebenso aus.
Auf Rotwein spezialisiert
Die Familie Vaccaro ist im Westteil der Insel bei Salaparuta beheimatet und hat sich bei Rotwein auf Nero d'Avola spezialisiert. Ihr bester, „Sofè“, duftet nach reifen Kirschen, Maulbeere und etwas Leder. Seine samtige Feinheit und seine verhaltenen Gerbstoffe erinnern ein wenig an hochwertigen Pinot Noir. Zu Pasta Bolognese passt er hervorragend, nimmt es aber auch mit anspruchsvollen Fleischgerichten auf.