Pfalz BASF produziert wieder Vitamine für Tierernährung

Die Citral-Anlage der BASF in Ludwigshafen (Foto) war fünf Monate lang ausgefallen. Foto: BASF/frei
Die Citral-Anlage der BASF in Ludwigshafen (Foto) war fünf Monate lang ausgefallen.

Nach dem mehrmonatigen Ausfall einer Citral-Anlage der BASF in Ludwigshafen, der durch einen Brand am 31. Oktober 2017 verursacht worden war, meldete das Unternehmen am Montag wieder eine stabile Produktion für verschiedene Vitamine im Bereich Tierernährung. Vitamine und Farbpigmente für die Lebensmittelindustrie sollen voraussichtlich ab Mitte des dritten Quartals wieder in gewohntem Umfang geliefert werden.

Citral-Anlage im April wieder angefahren



Laut BASF wurde die Citral-Anlage mit einer Jahreskapazität von 40.0000 Tonnen nach den im März beendeten Reparaturarbeiten im April wieder angefahren. Wie berichtet, hatten zuvor rund 130 Kilometer Kabel neu verlegt werden müssen. Wegen des Anlagenausfalls hatten auch nachgelagerte Fabriken zur Herstellung der Vitamine A und E sowie von Carotinoiden den Betrieb einstellen müssen. Das Unternehmen hatte in der Folge für eine Reihe von Citral-Folgeprodukten die sogenannte Force Majeure (höhere Gewalt) erklärt. Das bedeutet, dass die Belieferung von Kunden aufgrund eines unvorhersehbaren, nicht abwendbaren Ereignisses nicht wie vertraglich vereinbart aufrecht erhalten werden kann. Das Unternehmen haftet dafür nicht.

Force Majeure weiter gültig



Die BASF teilte am Montag mit, dass seit Mai die Produktion verschiedener Citral-Folgeprodukte wieder hochgefahren wurde. Die Force Majeure für Lutavit A 1000, Lutavit A 500, Vitamin-A-Palmitat, Lutavit E 50, Lutavit E 50 S und Vitamin-E-Acetat im Bereich Tierernährung wurde gestern aufgehoben. Die Aufhebung der Force Majeure für weitere Vitamin-Produkte sowie für mehrere betroffene Carotinoide im Geschäftsbereich Tierernährung solle schrittweise folgen. Bis die Produktion von Vitamin-A- und -E-Produkten sowie Carotinoiden für Lebensmittel (Geschäftsbereich Humanernährung) wieder im vollen Umfang zur Verfügung steht, wird es laut BASF hingegen noch einige Wochen dauern. Grund seien anspruchsvollere Qualitätsprüfungen als im Geschäftsbereich Tierernährung. Die Force Majeure für die unterschiedlichen Produkte soll ab Mitte des dritten Quartals wieder aufgehoben werden. Bei den Riech- und Geschmacksstoffen auf Basis von Citral und Isoprenol soll das im vierten Quartal erfolgen.

Für den Fall gerüstet sein



Möglich ist die Rücknahme einer Force Majeure erst, wenn gewährleistet ist, dass die Produktion stabil erfolgen kann. Zudem müssen bestimmte Reservemengen hergestellt sein, um für den Fall eines Anlagenausfalls gerüstet zu sein. Im Fall der Citral-Anlage waren diese nicht ausreichend, um den gesamten Ausfallzeitraum zu überbrücken. Laut einer BASF-Sprecherin hat das Unternehmen Citral zugekauft, um „den Schaden bei unseren Kunden zu minimieren“.

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