Wirtschaft BASF: Citral-Anlage lange außer Betrieb
«Ludwigshafen». Der Brand in der Ludwigshafener Citral-Anlage der BASF am 31. Oktober hat einen größeren Schaden angerichtet, als zunächst vermutet. Die Fabrik mit einer Jahreskapazität von 40.000 Tonnen wird nach RHEINPFALZ-Informationen voraussichtlich erst im kommenden Jahr wieder in Betrieb gehen.
Bei den Aufräumarbeiten habe sich herausgestellt, dass die Reparatur und die Wiederinbetriebnahme der Citral-Anlage mehrere Wochen dauern würden, teilte die BASF gestern mit. Bei dem Brand, den die BASF-Werksfeuerwehr mit zwei Wasserwerfern löschte, wurde niemand verletzt. Allerdings verbrannten 200 Kilometer Kabel. Jetzt muss die Elektrik erneuert werden. Nicht nur die Citral-Anlage steht jetzt still, sondern auch nachgelagerte Fabriken zur Herstellung der Vitamine A und E sowie von Carotinoiden mussten den Betrieb einstellen. Weil die BASF ihren vertraglichen Lieferverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, musste sie jetzt die bereits für Citral geltende „Force Majeure“ auf die Vitamine A und E sowie auf Carotinoide ausweiten. Die Berufung auf höhere Gewalt befreit die BASF vorübergehend von ihren Vertragspflichten. Die BASF versuche, die Auswirkungen auf ihre Kunden – etwa Hersteller von Kosmetik, Waschmitteln, Nahrungsergänzungsstoffen oder Tierfutter – zu begrenzen, sagte eine Unternehmenssprecherin. Es laufe eine weltweite Suche nach Ersatzbeschaffungen. Am Chemiestandort Kuantan in Malaysia, den die BASF zusammen mit der Petronas Chemical Group betreibt, wurde bereits vor gut einem Jahr ein riesiger, 430 Millionen Euro teurer Anlagenkomplex zur Herstellung von Riech- und Geschmacksstoffen mechanisch fertiggestellt, dessen Kern eine Citral-Anlage ist. Die Citral-Produktion läuft dort allerdings noch im Testbetrieb. Im BASF-Stammwerk kommt es in letzter Zeit wieder vermehrt zu technischen Problemen. Anfang Oktober war bekannt geworden, dass die Milliarden-Investition TDI-Anlage nach einer langen Pannenserie wieder Ärger machte. Diesmal mit einer giftigen Verunreinigung des Matratzen-Rohstoffs TDI. Dann wurde auch noch Wärmeträgeröl im Produktionskreislauf von kompostierbaren Biokunststoffen entdeckt.