Pfalz Alptraum zum Auftakt
Mit dem 3:0 (2:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern feierte der 1. FC Nürnberg gestern einen Traumstart in die neue Zweitliga-Saison.
.Für Marius Müller geriet das erste Pflichtspiel nach der Heimkehr zum Alptraum. Vor dem Lauterer Fanblock prangte beim Warmschießen ein Plakat, das ihm und dem ebenfalls vom von vielen verhassten Projektklub RB Leipzig gekommenen Gino Fechner gewidmet war: „Schon wieder nicht auf den Charakter geschaut: Müller und Fechner, seht zu, dass ihr abhaut.“Bitter für Müller, dass es ihm gestern nicht gelang, seine bösartigen Kritiker, die dem FCK auf diese Art einen Bärendienst erweisen, mit Leistung zu überzeugen. Beim Nürnberger Führungstreffer, den Neu-Kapitän Hanno Behrens mit einem kernigen Schuss aus dem Hinterhalt erzielte, hatte der Lauterer Schlussmann auch seine Aktie. Einen strammen Distanzschuss von Mikael Ishak vermochte Müller nur kurz abzuwehren, Edgar Salli schaltete schneller als die Lauterer Abwehrspieler, Sebastian Kerk legte zum Nachschuss Behrens’ auf – 1:0 (13.). Das 2:0 nach Kerks Eckball schlug sich Müller selbst in Netz (25.). „Beim zweiten Tor hatte ich zwei Gedanken, einen zu viel. Ich will den Ball fangen, merke, dass er länger wird, gehe zurück, will ihn übers Tor lenken, er geht über meine Hand. Torwartfehler, ganz klar, fertig“, übte sich Müller in Selbstkritik.
Ex-FCK-Spieler Kerk trumpft bei Nürnberg auf
„Mit den ersten beiden Toren, die wir mit individuellen Fehlern einleiten, haben wir jeden Faden verloren“, betonte FCK-Trainer Norbert Meier. „Wir waren zu nervös, haben zu wenig Körpereinsatz gezeigt“, sagte Boris Notzon vom Sportausschuss der Lauterer. Und Kerk? Der streckte seinen Ex-Klub gestern zu Boden: In der letzten Saison als Leihgabe des SC Freiburg beim FCK Pendler zwischen Linksaußen und Linksdraußen, zeigte er gestern, was die Lauterer ein Jahr vergeblich zu sehen hofften. Es scheint, als habe er mit dem FCK-Trikot eine Zwangsjacke abgelegt.
Neuzugang Atik im Pech
Die Lauterer konnten gestern schon nach zwei, drei Minuten 0:2 zurückliegen. Leon Guwara verhinderte im Vollsprint nach einem leichtfertigen Ballverlust von Manfred Osei Kwado, der nie ins Spiel fand, einen Treffer Sallis und in der Folgeszene ein Tor Ishaks. Pech, dass Giuliano Modica nach einem Foul Sallis mit einer Oberschenkelverletzung nach 34 Minuten verletzt Platz für Stipe Vucur machen musste. Die Lauterer Offensive? Zunächst nur erkennbar, wenn Baris Atik am Ball war, dessen klasse Freistoß „Club“-Torhüter Thorsten Kirschbaum mit einer Glanzparade unschädlich machte (6.). Eine Minute später streifte ein Kopfball Atiks knapp am „Club“-Gehäuse vorbei. „Traurig… Wenn mein Freistoß in der 6. Minute reingeht, läuft das Spiel vielleicht ganz anders“, haderte Atik nach der Partie, die Kevin Möhwald mit dem 3:0 aus knapp 25 Metern entschied (54.). Der FCK war in der Offensive viel zu schwach. „In der ersten Halbzeit hatten wir im Angriff zu wenig Punch“, klagte Mwene, dessen gute Flanken Lukas Spalvis (65., 77.) nicht zu nutzen vermochte. Osayamen Osawe versagte einmal mehr im Spiel und im Abschluss, musste nach Albaek-Pass das 1:3 machen, drosch den Ball völlig frei in den Himmel. Pech für die insgesamt harmlosen Roten Teufel, dass Atik am Pfosten scheiterte (88.). „Wir waren oft einen Schritt zu spät – so war das 1:0 symptomatisch für das ganze Spiel“, meinte der immerhin ordentlich spielende FCK-Linksverteidiger Guwara. So spielten sie 1. FC Nürnberg: Kirschbaum - Valentini, Margreitter, Löwen, Leibold - Behrens, Kammerbauer - Kerk (80. Teuchert), Möhwald, Salli (61. Gislason) - Ishak (61. Zrelák) 1. FC Kaiserslautern: Müller - Mwene, Koch, Modica (34. Vucur), Guwara - Albaek - Osei Kwadwo (46. Spalvis), Moritz (60. Fechner), Halfar, Atik - Osawe Tore: 1:0 Behrens (13.), 2:0 Müller (25., Eigentor), 3:0 Möhwald (54.) - Gelbe Karten: Fechner, Moritz, Spalvis - Beste Spieler: Behrens, Kerk, Möhwald, Salli - Mwene, Atik - Zuschauer: 30.569 - Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart).