Royals
Wieder Ärger um Andrew
Andrew Mountbatten-Windsor gerät einmal wieder in die Schlagzeilen. Das Konterfei des Bruders von König Charles III. erschien am Freitagmorgen auf den Titelseiten britischer Zeitungen. Das Bild war auch zu verlockend: Ein rätselhafter, handtellergroßer Bluterguss war auf der rechten Wange des Ex-Prinzen zu sehen. Wurde er angegriffen? War es ein Unfall? „Nichts Dramatisches“, sagte eine Hofquelle gegenüber dem „Telegraph“, es handele sich um einen „medizinischen Zustand“, der keinen Anlass zur Sorge bieten würde.
Den eigentlichen Grund für das neu erwachte Interesse brachte die Schlagzeile der „Times“ auf den Punkt: „Andrew bereicherte sich mit Untervermietungen dreier Windsor-Cottages“. Ein Bericht des britischen Rechnungshofes National Audit Office (NAO) hatte öffentlich gemacht, dass der Königsbruder, der jahrelang praktisch mietfrei im luxuriösen Anwesen „Royal Lodge“ im Windsor Park residierte, Einnahmen aus der Untervermietung von Nebengebäuden erzielt hat. Es handelte sich um Wohnungen für die Dienerschaft. Allerdings konnte der NAO-Report nicht angeben, wie hoch die Mietzahlungen waren, die an Andrew direkt erfolgten. Das hielt Boulevardblätter jedoch nicht davon ab, zu schreiben, er habe „abgesahnt“, ein „Vermögen gemacht“ und von einem „skandalösen Mietmodell“ profitiert.
Unbeliebtester aller Royals
Die Aufregung ist etwas künstlich und wohl dem Umstand geschuldet, dass der in Ungnade gefallene Ex-Prinz wegen seiner Kontakte zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bisher noch nicht zur Verantwortung gezogen wurde.
Der Ärger über den unbeliebtesten aller Royals ist groß, und so gerät seine frühere Wohnsituation im Windsor Park in den Blick, wo er für die Royal Lodge angeblich nur eine nominelle „Pfefferkornmiete“ bezahlt haben soll. Der Royal-Kritiker und frühere Staatsminister im Innenministerium, Norman Baker, wetterte am Freitag, dass es „ungeheuerlich ist, dass Luxuswohnungen subventioniert werden“ und dass die Öffentlichkeit „übers Ohr gehauen wird“.
Tatsächlich ist die Situation etwas komplizierter. Andrew hatte für das Anwesen 2003 eine Summe von rund 8,5 Millionen Pfund, umgerechnet etwa 9,8 Millionen Euro, bezahlt und dafür einen Pachtvertrag über 75 Jahre erhalten. Mit der Pacht waren Aufwendungen für Renovierung und Instandhaltung sowie Mietleistungen abgegolten. Diese komplexe Konstruktion aus dem britischen Immobilienrecht wurde in den Medien oft verkürzt so dargestellt, als ob Andrew keine Miete zahlen würde. Jetzt legen die Schlagzeilen nahe, dass er unzulässig von den Untervermietungen profitiert haben soll. Tatsächlich räumte ihm der Vertrag aber ausdrücklich die Weitermietung der drei Nebengebäude ein.