Krisen und Katastrophen Warum das Bevölkerungsschutzamt appelliert, sich für Notlagen zu rüsten
Prepper wurden bislang eher belächelt. Der Begriff leitet sich vom englischen Pfadfindergruß „Be prepared“ ab, was so viel heißt wie „allzeit bereit“. Bezeichnet werden damit Menschen, die sich auf Katastrophen aller Art vorbereiten, indem sie sich atombombensichere Keller beziehungsweise Bunker unter ihren Häusern anlegen und Lebensmittel für gleich mehrere Wochen oder gar Monate horten.
Das Warten der extremsten Vertreter dieser Szene auf eine Apokalypse, die dann doch nicht eintritt, quittieren die Mitmenschen häufig mit einem verständnislosen Kopfschütteln. Doch jetzt will das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), dass wir alle ein bisschen mehr zum Prepper werden. „Jeder deutsche Haushalt sollte so gerüstet sein, dass er sich drei Tage lang selbstständig versorgen kann“, sagte der Vizepräsident der Behörde, René Funk, dem Internetportal „t-online“.
Wacklige Lieferketten während Corona
Der Hinweis auf die Vorsorge für Krisensituation ist per se nicht neu. Die Broschüren des BBK halten schon immer Checklisten parat, womit man vorsorglich jederzeit ausgestattet sein sollte. 2021 – die Corona-Pandemie hatte gerade die Zerbrechlichkeit von Lieferketten vor Augen geführt – startete die Behörde schon einmal eine bundesweite Informationskampagne für Selbstschutz und Selbsthilfe im Krisenfall.
Die aktuelle Warnung hat allerdings eine höhere Dringlichkeit. Die Anzahl der Attacken auf die kritische Infrastruktur aus dem Ausland steige, erklärt Vizepräsident Funk in dem Interview. „Notlagen müssen nicht eintreten, sind aber jederzeit möglich“, sagte er. Vor allem für einen länger andauernden Stromausfall müsse man vorbereitet sein, wenn nichts mehr gehe: Herd, Licht, Internet, in Teilen die Wasserversorgung. Wichtig seien etwa Lichtquellen, die nicht vom Strom abhängig sind, also batteriebetriebene Lampen, Kerzen oder Streichhölzer. Auch ein Radio mit Handkurbel könne hilfreich sein. Dazu Trinkwasser, Konserven, Nüsse, Kekse oder Salzstangen.
Funk räumte ein, dass uns nach Jahrzehnten des Friedens der Gedanke, sich für Bedrohungen von außerhalb zu rüsten, fern liege. Dies sei aber notwendig. Zum Glück ist auch der Ratgeber für Notfallvorsorge wieder lieferbar. Denn da waren zuletzt ausgerechnet dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz die Vorräte ausgegangen.