Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Verkehrsnachrichten in der Corona-Krise: Mehr Zeit für Blitzer

Gähnende Leere: Wo sich sonst Autos stauten (wie hier in Hamburg), war während des Corona-Lockdowns kaum etwas los.
Gähnende Leere: Wo sich sonst Autos stauten (wie hier in Hamburg), war während des Corona-Lockdowns kaum etwas los.

Leere Straßen und weniger Staus: Das Coronavirus hat auch den Verkehr ausgebremst. Warum er dennoch nicht weniger Arbeit hat, erklärt der Verkehrsexperte des Ludwigshafener Radiosenders RPR1, Ralf Schwoll.

Als Moderator der Verkehrsmeldungen hatten Sie durch das Coronavirus sicher lange Zeit nichts mehr zu tun?
Es gab und gibt aufgrund des Lockdowns natürlich weniger Staus. Allerdings ist die Anzahl der Gefahrenmeldungen – etwa durch Gegenstände oder tote Tiere – gleich geblieben. Natürlich passieren auch weiterhin Unfälle, die zu Sperrungen und Staus führen. Beim RPR1-Verkehrsservice stehen außerdem die Blitzer im Fokus. Hier gab es am Anfang der Corona-Krise weniger Standorte. Dies hat sich allerdings normalisiert. Die Blitzer-Anhänger stehen weiterhin an vielen Autobahnen, Landstraßen und in Städten. Somit gibt es als Moderator und Redakteur auch in Corona-Zeiten genug zu tun.

Gibt es einen Corona-Effekt, was die Anzahl der Unfälle angeht?
Es stimmt, dass es insgesamt weniger Unfälle gibt, da das Verkehrsaufkommen geringer ist. Die Versicherungen haben vergangene Woche einen Rückgang von rund 20 Prozent angegeben.

Und Staus gibt es so gut wie keine mehr?
Im Berufsverkehr hat sich die Situation zu Beginn entspannt. Es gab spürbar weniger Verkehr. Mit den Lockerungen wurde es voller – aber immer noch nicht so, wie sonst üblich. Das liegt sicher daran, dass viele im Homeoffice oder in Kurzarbeit sind.

Und wie hat Ihr Sender die gewonnene Zeit genutzt?
Da wir ja nicht auf den Verkehrsservice verzichten, wurde in diesem Sinne keine Zeit „gewonnen“. Wir hatten jedoch die Möglichkeit, mehr aktuelle Blitzer und Blitzer-Anhänger zu melden. Zudem bezieht sich unser Verkehrsservice nicht nur auf die Straße. Wir melden auch Probleme bei Fähren oder Behinderungen im Bahnverkehr.

Gewonnene Zeit? Schön wär’s: RPR1-Verkehrsexperte Ralf Schwoll.
Gewonnene Zeit? Schön wär’s: RPR1-Verkehrsexperte Ralf Schwoll.
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