Deutschland Radfahren im Dunkeln: Wie man sichtbar und sicher unterwegs ist
Sicherheit hat beim Fahrradfahren viel mit Sichtbarkeit zu tun. Und da gibt es einiges zu beachten, damit das Bike verkehrssicher ist. Denn das Unfallrisiko ist ziemlich hoch, wie Zahlen des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigen. Das Risiko, bei einem Unfall zu sterben, ist für Fahrradfahrer dreieinhalb Mal so hoch wie für Autofahrer. Das Risiko, sich dabei schwer zu verletzten, ist sogar um das Siebeneinhalbfache erhöht. Im vergangenen Jahr machten Fahrradfahrer 17 Prozent der tödlich Verunglückten im Straßenverkehr aus.
Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) regelt die „lichttechnischen Einrichtungen“ für Fahrräder, das heißt Lampen und Reflektoren am Rad. Benötigt werden Scheinwerfer vorne, ein weißer Front-Reflektor, ein Rücklicht und ein roter Rückstrahler. Auch an den Pedalen sind je zwei gelbe Rückstrahler vorgeschrieben und an beiden Seiten des Vorder- und Hinterrads Speichenreflektoren. Ein Verstoß wird mit nur 20 Euro geahndet, birgt aber für den Radfahrer selbst die Gefahr, übersehen zu werden. Wer selber zusätzlich aufrüsten will, sollte aufpassen: Extra Reflektoren und Blinklichter an der Kleidung oder am Rucksack sind okay, am Fahrrad jedoch sind laut ADFC nur die genannten Teile erlaubt. Außerdem rät Dirk Zedler, Geschäftsführer des Zedler-Instituts für Fahrradtechnik und -sicherheit in Ludwigsburg: „Vermeiden Sie schwarze Kleidung“.
Doch selbst mit Reflektoren am Rad, Helm und der Kleidung bleibt eine Situation besonders gefährlich für Radfahrer: Beim Abbiegen im Dunkeln kann ein Handzeichen schnell übersehen werden. Um die Sicherheit der Radfahrer im Straßenverkehr zu erhöhen, will die Bundesregierung nun Blinker am Fahrrad erlauben. Besonders beim Linksabbiegen komme es häufig zu folgenschweren Zusammenstößen, weil Radfahrer übersehen würden.
Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Stefan Gelbhaar, wandte gegenüber der „Rheinischen Post“ ein, normale Straßenräder seien für Blinker zu schmal. Die Richtungsanzeige könne kaum wahrgenommen werden. Sinnvoller für mehr Sicherheit seien stattdessen „gute Radverkehrsinfrastrukturen und angemessene Geschwindigkeiten“, betonte Gelbhaar. „Gerade innerorts hilft Tempo 30, das Unfallrisiko und Unfallschäden deutlich zu reduzieren.“