Panorama Männerbastion erobert

Eine von vier Neuen: Andrea Petzenhauser empfindet die Aufgabe, in der Kathedrale für Ordnung zu sorgen, als große Ehre.
Eine von vier Neuen: Andrea Petzenhauser empfindet die Aufgabe, in der Kathedrale für Ordnung zu sorgen, als große Ehre.

«Köln.» Im Kölner Dom ist eine Männerbastion gefallen: Nach vielen Jahrhunderten werden künftig auch Domschweizerinnen auf gutes Benehmen der Besucher achten.

Die vier Frauen wurden aus über 50 Bewerbungen ausgewählt, wie Dompropst Gerd Bachner mitteilte. Er zeigte sich überzeugt, dass Claudia Drolshagen (55), Andrea Petzenhauser (35), Hedi Michels (58) und Susanne Rückes (52) ihren Dienst mit großem Enthusiasmus versehen werden. Bachner sprach von einem Schritt, der „richtig und wichtig ist“. Die Frauen seien eine Bereicherung für den Dom. „Wir möchten, dass der Dom als ein Ort des Willkommens und der Zuwendung wahrgenommen wird“, sagte der Dompropst. Auch Kölns Kardinal Rainer Maria Woelki befürworte die weibliche Verstärkung der Domschweizer. „Vor allem ist es mir eine Ehre, als eine der ersten Frauen Teil dieser alten Tradition am Dom zu sein“, sagte Andrea Petzenhauser. Gemeinsam mit den vier Frauen seien auch zwei neue Männer für die Domaufsicht eingestellt worden, hieß es. Somit belaufe sich die Anzahl der Domschweizer in Köln auf 30. Sie seien die „Visitenkarte“. Zu ihren Aufgaben gehört es, für Ordnung in der Kathedrale zu sorgen oder die Fragen der täglich bis zu 30.000 Besucher zu beantworten. Unterschiede in den Aufgaben der Männer und Frauen gebe es nicht. Der Kölner Dom nimmt damit bundesweit eine Vorreiterposition ein. „Uns sind keine weiteren Domschweizerinnen bekannt“, sagte der Sprecher des Kölner Domkapitels, Markus Frädrich. Die Domschweizer tragen rote Roben mit schwarzem Samtbesatz und schwarze Mützen. Ihren Namen haben sie daher, dass im 17. und 18. Jahrhundert oft ehemalige Soldaten aus der Schweiz ins Ausland gingen, um als Soldaten oder Wachpersonal Geld zu verdienen. Zu dieser Zeit wurde der Türhüter oder Hausmeister eines reichen Privathauses auf Französisch „Suisse“ (Schweizer) genannt. Der Name hat sich für das Aufsichtspersonal in Kathedralen erhalten.

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