Panorama Hose runter, Hintern raus
Eine Steinfigur mit blankem Hintern am Kölner Rathaus hat eine kleine Twitter-Karriere hingelegt. In der vergangenen Woche veröffentlichte der englischsprachige Kanal „Whores of Yore“ (deutsch: „Huren von einst“), der nach eigenen Angaben zu einem Projekt gehört, das sich der Erforschung menschlicher Sexualgeschichte verschrieben hat, Fotos von dem kleinen Männchen, das mit heruntergelassener Hose und Kopf zwischen den Beinen posiert – und dabei offenbar sein eigenes Geschlechtsteil im Mund hält. Niemand wisse, warum die Figur wirklich dort am Rathaus sei, hieß es in dem Tweet, der Zehntausende Mal gelikt wurde. Das stimmt so allerdings nicht; in Köln kennt man die Figur schon lange. Das Motiv stammt aus dem Mittelalter. „Dabei ging es darum, der Obrigkeit quasi den Arsch hinzuhalten. Mit derber, zur Schau gestellter Sexualität sollte gezeigt werden, dass einem die Moral- oder auch Ordnungsvorstellungen der Obrigkeit wurscht waren“, sagte der ehemalige Stadtkonservator Ulrich Krings. Die provokanten Figuren spielten meist auf die sieben Todsünden an, in diesem Fall auf die Wollust.