Randerscheinung Die Deutschen geizen beim Trinkgeld

Viele Deutsche halten sich für großzügig, beim Trinkgeld halten sie sich aber zurück.
Viele Deutsche halten sich für großzügig, beim Trinkgeld halten sie sich aber zurück.

„Geiz ist geil!“ Auch wenn die Elektromarktkette Saturn den Slogan schon vor einigen Jahren eingemottet hat, ist er immer noch einer der bekanntesten Werbesprüche. Das könnte daran liegen, dass sich an der Billig-Mentalität hierzulande wenig geändert hat.

Zwar halten sich viele Deutsche für großzügig. So gaben in einer aktuellen Umfrage immerhin 70 Prozent der befragten Frauen und Männer an, freigiebig zu sein und Geiz unattraktiv zu finden. Zugleich spricht eine andere Umfrage eine ganz andere Sprache. Dort erklärte mit 57 Prozent mehr als die Hälfte der Befragten, selbst bei gelungenen Restaurant- und Barbesuchen höchstens fünf Prozent Trinkgeld zu zahlen. Dabei gelten zwischen fünf und zehn Prozent als angemessen.

Häufigster Grund ist der Wunsch, angesichts von Energiekrise und Inflation sparsamer leben zu wollen. Das ist einerseits durchaus nachvollziehbar. Steht aber andererseits im Widerspruch dazu, dass sich die Deutschen auch in schwierigen Zeiten bei Urlaub, Ausgehen und Hobbys nicht einschränken möchten.

Da ist es fast folgerichtig, dass einige das schlechte Gewissen plagt und Ablass erhoffen: 44 Prozent gaben an, mindestens einmal pro Jahr einen nicht genannten Betrag an Bedürftige zu spenden.

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