Soziale Medien
Bundesbehörde warnt vor Tiktok-Challenge
Tiktok wurde bekannt mit Videos, in denen Leute Lieder lippensynchron nachsingen oder lustige Tänze aufführen. Ein harmloser Spaß. Mittlerweile ist es eine der weltweit angesagtesten Social-Media-Apps, vor allem Kinder und Jugendliche verbringen Stunden mit dem unablässigen Strom von Filmchen aller Art. Das kann mitunter gefährlich werden, wenn Heranwachsende auf dumme Ideen gebracht werden.
Challenge nennt sich ein beliebtes Genre, auf Deutsch: Herausforderung. Man soll irgendetwas nachmachen, was sich jemand ausgedacht hat, sich dabei filmen und das Video teilen. Die Liste solcher Verrücktheiten ist lang; oft verschwinden die Trends so schnell, wie sie gekommen sind. Häufig geht es einfach um Spaß und Unterhaltung. Hin und wieder wird das aber auch problematisch.
Notarzteinsatz an Schule
Selten wiederum kommt es vor, dass sich eine Behörde einschaltet. Wie aktuell das Bundesinstitut für Risikobewertung. Das gehört zum Ernährungsministerium, ist für Lebenssicherheit zuständig und warnt vor Mutproben mit bestimmten Chips oder anderen extrem scharfen Lebensmitteln. Der übermäßige Verzehr von stark Gewürztem könne zu „ernsthaft gesundheitlichen Beeinträchtigungen“ führen. „In der Vergangenheit wurden immer wieder Fälle bekannt, bei denen unerwünschte Wirkungen wie Schleimhautreizungen, Übelkeit, Erbrechen und Bluthochdruck beobachtet wurden“, teilte das Institut mit. Vor allem Kinder reagierten empfindlich auf scharfe Chili-Produkte.
Hintergrund ist die „Hot Chip Challenge“ auf Tiktok. Die Herausforderung besteht darin, besonders scharfe Maistortilla-Chips zu essen, die stark mit Carolina Reaper gewürzt sind, der angeblich schärfsten Chilisorte der Welt.
Medizinischer Großeinsatz
„Der Verzehr führte vereinzelt bereits zu ärztlichen Noteinsätzen“, hieß es vom BfR. Im August gab es in Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) einen medizinischen Großeinsatz, weil mehrere Fünftklässler von den scharfen Chips gegessen hatten. Die Kinder mussten wegen Magenschmerzen sowie Haut- und Atemwegsreizungen versorgt werden.
Verantwortlich für die Schärfe von Chili-Produkten ist der Stoff Capsaicin. Gegen das starke Brennen im Mund hilft auch Wasser nicht. Da der Stoff aber fettlöslich ist, können Milch und Milchprodukte Linderung verschaffen. Für Chili gilt also wie für Tiktok-Challenges: Mit Vorsicht zu genießen!
Mehr zur Hot-Chip-Challenge lesen Sie hier.