Flugpionierin RHEINPFALZ Plus Artikel Amelia Earhart: Wird jetzt das größte Rätsel der Luftfahrt gelöst?

Flugpionierin und Frauenrechtlerin: Amelia Earhart.
Flugpionierin und Frauenrechtlerin: Amelia Earhart.

Ihr Schicksal gilt als eines der größten Rätsel der Luftfahrt. Von einer Weltumrundung kehrte Amelia Earhart nicht mehr zurück. Forscher wollen nun Trümmer ihrer Maschine entdeckt haben.

Deep Sea Vision, ein US-Unternehmen für Meeresrobotik, hat Sonarbilder veröffentlicht, die Trümmer eines Flugzeugs am Meeresgrund zeigen. Die Experten glauben, dass es sich um den Flieger der Flugpionierin Amelia Earhart handelt, die 1937 über dem Pazifik verschwand. Nach dem verschollenen Flugzeug wird seit Jahrzehnten gesucht – in den Tiefen des riesigen Pazifiks eine schier unmögliche Aufgabe.

Amelia Earhart – die erste Frau, die über den Atlantik flog – wollte 1937 die Welt umrunden. Fast hätte die damals 39-Jährige dies auch geschafft, doch dann verschwand ihr Kleinflugzeug auf dem Teilstück vom heutigen Papua-Neuguinea zur Howlandinsel über dem Pazifik. Eine Suchaktion blieb erfolglos.

Ortung in 4900 Metern Tiefe

Das Verschwinden der US-Pilotin und Frauenrechtlerin vor mehr als 86 Jahren ist eines der größten Rätsel in der Geschichte der Luftfahrt. In den vergangenen Jahrzehnten gab es unzählige Theorien über ihr Schicksal. Manche glaubten, Earhart stürzte ins Meer, andere, dass sie von den Japanern entführt wurde. Die „Internationale Organisation zur Bergung historischer Flugzeuge“ hielt es für wahrscheinlich, dass Earhart auf der Insel Nikumaroro, die einst Gardner Island hieß, notgelandet ist. Auf dem Atoll, das heute zum Inselstaat Kiribati gehört und rund 650 Kilometer von dem eigentlich von Earhart anvisierten Ziel Howland Island entfernt ist, könnten sie und ihr Navigator Fred Noonan eine Weile überlebt haben.

Nun gibt es möglicherweise einen Durchbruch. So stieß das Forscherteam westlich von Earharts geplantem Landepunkt Howland Island auf ein Flugzeugwrack im Pazifik – in fast 4900 Metern Tiefe. Die Sonarbilder, die die Experten von Deep Sea Vision (DSV) auf Instagram veröffentlichten, weisen Konturen auf, die Earharts Flugzeugs entsprechen könnten. Es sei ein Doppelleitwerk zu sehen; auch die Größe des Fliegers passe, hieß es.

Navigationsfehler könnte zum Absturz geführt haben

DSV hat bei seiner Suche eine der zahlreichen Theorien verfolgt, die sich um das seit fast 87 Jahren vermisste Flugzeug und seine legendäre Pilotin ranken. So arbeitete das Team mit der sogenannten Date-Line-Theorie, die 2010 von Liz Smith, einer ehemaligen Nasa-Mitarbeiterin und Amateurpilotin, aufgestellt wurde. Smith glaubt, dass es Earhart und ihr Navigator schlicht vergessen haben, den Kalender anzupassen und das Datum nicht vom 3. Juli auf den 2. Juli zurückgestellt haben, als sie über die internationale Datumsgrenze flogen. Smith vermutete, dass Fred Noonan seine Himmelsnavigation daraufhin falsch berechnete. Dies führte zu einem Navigationsfehler von rund 60 Meilen (fast 97 Kilometern).

Um Earharts Lockheed 10-E Electra zu finden, hat das DSV-Team fast 13.500 Quadratkilometer Meeresgrund im Pazifik abgesucht. Dabei arbeitete es mit einem autonomen Unterwasserfahrzeug. Tony Romeo, ein ehemaliger US-Air-Force-Pilot und Vorstandsvorsitzender von Deep Sea Vision, sagte, er sei nicht überrascht gewesen, das Flugzeug relativ intakt auf dem Meeresgrund zu entdecken: „Wir hatten immer das Gefühl, dass Earhart jeden Versuch unternommen hätte, das Flugzeug sanft auf dem Wasser zu landen.“

Romeo hofft nun, „eine großartige amerikanische Geschichte“ abschließen zu können. Als nächsten Schritt gelte es, detailliertere Beweise zu liefern, dass es sich bei dem Wrack tatsächlich um Earharts Maschine handelt. „Solange man sich das nicht ansieht, kann man nicht mit Sicherheit sagen, was es ist“, sagte der Unterwasserarchäologe Andrew Pietruszka dazu dem „Wall Street Journal“.

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