Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Kommentar zur Corona-Politik: Nicht Fisch, nicht Fleisch

IsoliertOmikron richtet bei der großen Mehrheit nicht mehr an als ein grippaler Infekt. Warum sollen sich diese Menschen selbst
IsoliertOmikron richtet bei der großen Mehrheit nicht mehr an als ein grippaler Infekt. Warum sollen sich diese Menschen selbst wegsperren?

Die Corona-Lage entspannt sich. Trotzdem würgt die Politik die Wirtschaft ab mit einer Quarantänepflicht, die in den meisten Bereichen sinnlos geworden ist.

Die Pflege-Impfpflicht: verschleppt. Die Kliniken sagen: Wir schaffen Corona. Der R-Wert: bei 1, also kein dramatischer Zuwachs an Neuinfektionen. Genesene und Geimpfte: über 80 Prozent der Bevölkerung – viel mehr ist kaum realistisch. Und mit Omikron läuft ein Virus durchs Land, das bei den meisten nicht mehr anrichtet als ein grippaler Infekt und sich im Frühjahr von selbst abschwächt.

Warum beharrt dann die Politik weiter auf einer Quarantäne für Positive? Eine Isolation, die geradezu widersinnig ist, wenn allerorten an der 2G-Regel herumgedoktert wird und sowieso bald wieder jeder – ob geboostert, gesund oder nicht – überall ein- und ausgehen darf? Das ist nicht Fisch, nicht Fleisch.

Es ist die Quarantänepflicht, die das wirtschaftliche Leben ins Stolpern bringt. Mitarbeiter, denen nur die Nase läuft, sitzen zu Hause, während im Job der Laden zusammenbricht. Natürlich soll niemand arbeiten, den es arg beutelt. Aber dass der Staat darauf beharrt, dass sich eigentlich einsatzfähige Kräfte, die gern etwas tun würden, selbst wegsperren, das ist ein Luxus, den man sich offenbar nur in Deutschland leisten kann.

Was spricht dagegen, infizierte Arbeiter und Handwerker, die vor allem draußen zu tun haben, oder den positiven Fernfahrer, der allein in seiner Kabine sitzt, auf die Straße zu lassen? Im Innenbereich könnte man die FFP2-Maske vorschreiben und die Unternehmen dazu verdonnern, das zu überwachen. Auch die Entscheidung, ob der positive Kollege zur Arbeit kommen darf und unter welchen Umständen, kann man der Firma überlassen. Es ist ihr Risiko.

Schützen muss die Politik weiterhin diejenigen, die schlechte Karten haben auch mit Omikron: chronisch Kranke etwa oder Pflegebedürftige in den Heimen und Kliniken. Hier ist die Quarantäne für infiziertes Personal sinnvoll – so lange die Patienten weiter versorgt sind. Der große Rest: Könnte eigenverantwortlich entscheiden, was er tut, wen er trifft, von wem er sich fernhält. Es wäre ein bewusster und selbstverständlicherer Umgang mit der Seuche. Den brauchen wir. Sollte es eines Tages richtig schlimm werden.

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