Halbzeitbilanz RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker VTZ-Handballer suchen Kaltschnäuzigkeit im Abschluss

Über die beiden unnötigen Punktverluste bei den Unentschieden in Kastellaun und Daun haben die beiden Trainer der VTZ Saarpfalz,
Über die beiden unnötigen Punktverluste bei den Unentschieden in Kastellaun und Daun haben die beiden Trainer der VTZ Saarpfalz, Philip Wiese und Kai Schumann (von links), in der Analyse lange nachgedacht.

Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu. Dieses geflügelte Sprichwort könnten die Oberliga-Handballer der VT Zweibrücken-Saarpfalz zumindest über einen Teil der bisherigen Runde schreiben. Könnten sie, machen sie aber nicht. Denn jammern gilt nicht, sagt Coach Philip Wiese, der öfter als gewollt einen anderen Einsatz hatte.

Anschluss ans Mittelfeld halten, so lautet aktuell die Aufgabenstellung für die Zweibrücker auf Tabellenplatz zwölf. Das mit dem Pech setzt sich ein bisschen fort. Zum Auftakt ins Handballjahr 2022 hätte es ein leichterer Gegner sein können. Die Zweibrücker gastieren aber am Samstag ab 20 Uhr beim TuS Dansenberg II. Das Dansenberger Perspektivteam spielt eine sehr erfolgreiche Runde. „Die haben tolle Ergebnisse erzielt, Selbstvertrauen getankt. Das merkt man“, sagt VTZ-Trainer Philip Wiese.

Langes Warten auf ersten Saisonsieg

Genau das gelang den Zweibrückern im bisherigen Saisonverlauf lange nicht. Erst am neunten Spieltag wurde der ersehnte erste Sieg gefeiert. Gegen die HSG Völklingen. Der Erfolg gab Selbstvertrauen. Es folgte prompt der zweite Sieg gegen Mülheim. Beim Tabellenzweiten TV Offenbach hielt die beflügelte VTZ die Partie 50 Minuten offen. „Ich glaube, damit hat Offenbach absolut nicht gerechnet“, bilanziert Wiese. Erst in den letzten zehn Minuten des bisher letzten Saisonspiels verlor die VTZ die Linie, „und dann ging es deutlich aus. Unterm Strich zu deutlich“, fand Wiese.

Das sei etwas gewesen, was er und sein Trainerkollege Kai Schumann im bisherigen Saisonverlauf öfter beobachten konnten: „Wenn wir die vorgegebenen Konzeptionen verlassen, geht es meistens schief“, sagt Wiese. Und ergänzt selbstkritisch: „Ist mir auch passiert, wenn ich auf dem Feld stand.“ Das tat er öfter als geplant, der kleine Kader machte es nötig. Wiese musste dann Schumann das Coachen überlassen. Mit zehn Spielern fährt die VTZ nun nach Dansenberg. Fehlen wird Routinier Tomas Kraucevicius, der in Offenbach die Blaue Karte sah. Vier Spiele Sperre lautet das erste Urteil. Einspruch ist eingelegt, über den wird noch verhandelt.

Punktverluste in Kastellaun und Daun schmerzen

„Es ist, wie es ist“, sagt Wiese. Nicht jammern, sondern die Situation annahmen, sei wichtig. Dass das nicht immer einfach ist, „ist klar“, bekennt er. Und ist froh, dass er gemeinsam mit Kai Schumann die sportliche Verantwortung bei der VTZ trägt. „Wir können uns über vieles austauschen, das macht es für uns beide natürlich einfacher“, sagt er.

Ausgetauscht hat sich das Duo zum Beispiel über den bisherigen Saisonverlauf. Die höchste Niederlage in Nieder-Olm war schnell abgehakt. „Das war, wie man so schön sagt, absolut nicht unser Tag“, meint Wiese. Viel schmerzlicher waren die Punktverluste in Kastellaun und vor allem in Daun. Über diese Partien haben Wiese und Schumann länger nachgedacht. 19:14 hatte die VTZ in Kastellaun geführt, noch einen Punkt abgegeben. In Daun stand es fünf Minuten vor dem Ende 22:20 – und auch dort wurde noch der Ausgleich kassiert. „Die zwei Punkte tun vielleicht mit am meisten weh“, sagt Wiese. Wie die Saison verlaufen wäre, wenn bereits am dritten Spieltag in Kastellaun, spätestens am siebten Spieltag in Daun der erste Saisonsieg gefeiert worden wäre, „bleibt letztlich spekulativ. Aber wir wissen alle, wie wichtig Siege für das Selbstvertrauen sind“, unterstreicht der Coach.

VTZ-Team hängt sich in der Abwehr prima rein

Das sehe man am Gegner Dansenberg II, der sich dieses Selbstvertrauen erspielt hat. Gestützt auf den Torwart-Routinier Markus Seitz, zusammengehalten von Alexej Wetz, der schon das VTZ-Trikot trug und auch in Zweibrücken ein Faktor für das gute Mannschaftsgefühl war.

Ein gutes Mannschaftsgefühl braucht die VTZ in den kommenden Wochen. Schwierige Situationen können zusammenschweißen, weiß Wiese. Wichtig ist dabei der Blick auf das, was gut läuft. Mit der Abwehr, gerade weil bei der VTZ ein neues Team zusammenfinden musste, „sind wir absolut zufrieden“, sagt Wiese. Abwehr müsse man spielen wollen, da müsse man sich reinhängen, bereit sein, für den anderen zu laufen. „Und das macht die Mannschaft“, lobt der Trainer. Mit Norman Dentzer und Yannic Klöckner, der nach überstandener Krankheit zurückkehrt, verfügt das Team über ein starkes Torwartgespann, das in den noch ausstehenden 19 Spielen zu einem entscheidenden Faktor werden könnte.

Ein Problem ist die Chancenverwertung

Wie groß der Wille ist, dafür steht sinnbildlich Linksaußen Kevin Hauck. Der riss sich zu Saisonbeginn das Kreuzband. Mit viel Physiotherapie, Muskeltraining und vor allem Willen kehrte er schnell auf das Spielfeld zurück, stellte sich in den Dienst der Mannschaft. Was die VTZ aber mögliche Punkte kostete: die Chancenverwertung. Den Abläufen im Angriff fehlt die Selbstverständlichkeit, das notwendige blinde Verständnis und die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. Daran wird gearbeitet.

Statistik VTZ Saarpfalz

Nach elf von 30 Spielen

Platz: 12 - Punkte: 7:15, 244:268 Tore; zwei Siege, drei Unentschieden, sechs Niederlagen - Höchster Sieg: 22:19 gegen Völklingen, höchste Niederlage: 21:32 in Nieder-Olm - Beste Torschützen: Tomas Kraucevicius 58/10; Robin von Lauppert 55/19, Thomas Jung 31/1.

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