Zweibrücken Zweibrücker Terex-Chef sorgt für Unmut

Viereinhalb Stunden, Hunderte von Fragen, wenige Antworten: Die gestrige Betriebsversammlung von Kranbauer Terex ließ 1300 größtenteils ratlose Mitarbeiter zurück. Es sei „praktisch nichts Neues“ seitens der Geschäftsführung herumgekommen, sagte Ralf Cavelius von der Gewerkschaft IG Metall im Anschluss.
Die Versammlung war eigens angesetzt, weil die turnusmäßige Betriebsversammlung im Dezember mit der Ankündigung des massiven Stellenabbaus und des Umbaus der Werke inklusive der Schließung Bierbach zusammengefallen war. Weil damals schon wenig zum Ausmaß des Stellenabbaus und der umfangreichen Auslagerungsvorhaben mitgeteilt worden war, hatte der Betriebsrat von seinem Recht, die Versammlung zu unterbrechen, Gebrauch gemacht. Obwohl auch gestern die vielen Fragesteller aus der Belegschaft vertröstet werden mussten, schloss man die Versammlung. In drei Wochen ist die nächste, turnusmäßige terminiert. Großen Unmut, so beschreibt es der Betriebsbetreuer der Gewerkschaft, habe die Darstellung von Standortchef Klaus Beulker hervorgerufen, wonach man die Leistungen des firmeneigenen Stahlbaus ohne Qualitätsverluste auch am Markt, durch Zulieferer, einkaufen könne. Auch sei, so berichteten Versammlungsteilnehmer, bestätigt worden, dass die Auftragslage für das Autokranenwerk Wallerscheid gut sei und mit einer Verbesserung auch an der Dinglerstraße gerechnet werde. Die Geschäftsführung habe erneut klargemacht, dass die Schließung des Werks Bierbach im Fokus steht. Zu Zeitplan und Ablauf sei aber gestern nichts verlautet. Laut Cavelius von der IG Metall hat der Arbeitgeberverband Pfalzmetall auch gestern nicht inhaltlich auf die Aufforderung der Gewerkschaft reagiert, über einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung zu verhandeln. In der Versammlung war deshalb auch ein Szenario angeklungen, das Streikmaßnahmen beinhaltet. Das sei nicht das Ziel der Gewerkschaft, betont Cavelius, aber das Mittel der letzten Wahl, legitime Interessen durchzusetzen. Die Terex-Geschäftsführung äußerte sich gestern nicht auf Fragen zur Betriebsversammlung und dem Stand der Gespräche zum Interessenausgleich über die angestrebten Betriebsänderungen. Man wolle keine Wasserstandsmeldungen an die Öffentlichkeit tragen, sondern nur Vereinbartes vermelden, erklärte eine Unternehmenssprecherin. Terex-Cranes-Vorstandsvorsitzender Steve Filipov war bei seinem Besuch in Zweibrücken vergangene Woche nicht zu sprechen. |cps