Handball
Zweibrücker SV-Team leistet sich zu viele schludrige Wurfversuche
In der Anfangsphase keimte ein bisschen Hoffnung, dass die Zweibrücker mal wieder einen Favoriten ins Straucheln bringen könnten. Kevin Knieps netzte den Nachwurf eines vergebenen Strafwurfs zum 1:0 ein, Philipp Kockler ließ das 2:0 folgen. Als Tom Ihl im rechten Rückraum schön freigespielt wurde, zum 3:1 traf, sah es gut aus. Nach elf Minuten war beim 5:2 durch Knieps ein Drei-Tore-Vorsprung rausgeworfen.
Aber schon zu diesem Zeitpunkt passte vieles nicht im SV-Spiel. Beste Chancen blieben liegen. Unter anderem hatte Tim Götz, der in Halbzeit eins nicht ins Spiel fand, einen Siebenmeter neben das Dansenberger Tor geworfen. Dass sich das Auslassen der Chancen rächen könnte, mutmaßten zu diesem Zeitpunkt Kenner am Spielfeldrand und auf der Tribüne, die sich mehrfach die Haare rauften, weil die SV-Angreifer Henning Huber im TuS-Tor warmwarfen.
Zu wenig Tempo im SV 64-Spiel nach vorne
„Die Abwehr steht gut“, lobte Bullacher in der Anfangsphase noch. Auch das sollte sich ändern. Was Bullacher zu diesem frühen Zeitpunkt schon fehlte: das Tempo von hinten raus. Zum Beispiel über die schnelle Mitte, damit sich die starke Dansenberger Abwehr nicht formieren kann.
So kippte das SV-Spiel Mitte der ersten Halbzeit. Spätestens ab diesem Zeitpunkt machte der SV-Coach einen Qualitätsunterschied aus und sein Kapitän Philipp Hammann, und Abwehrchef Tom Grieser bestätigten: „Die waren einfach richtig stark.“ Was auf SV-Seite viele befürchtet hatten, bewahrheitete sich: Nach dem Trainerwechsel zu Wochenbeginn, als Marco Sliwa Kai Christmann abgelöst hatte, wollten die Dansenberger ihre Ambitionen auf die Aufstiegsrunde untermauern. „Die ist unser Ziel“, bestätigte Julius Rose. Der Spielmacher war ein Faktor, warum die Dansenberger nun das Heft des Handelns in die Hand bekamen.
Dansenberger spielen Aktionen auf den Punkt
„Wir haben schon frühzeitig die Schwächen erkannt, haben versucht, den Ball laufen zulassen und die Aktion auf den Punkt zu spielen“, sagte der 21-Jährige. Er und Jan Claussen trafen aus der Distanz, und Rose sowie Jan Waldgenbach setzten sich auch im Eins-gegen-eins zunehmend besser durch. Da machte sich das Fehlen von Benny Zellmer, der kurzfristig bei der Polizei Dienst schieben musste, durchaus bemerkbar.
Hinten löchriger, vorne im Abschluss schludrig. Immer wieder probierten es die Zweibrücker mit tiefen Würfen. „Werft doch mal hoch“, forderten die Fans. Klappte nicht. „Ich weiß nicht, wie oft wir im Vorfeld gesagt haben, nicht tief werfen“, haderte auch Bullacher mit diesen Wurfentscheidungen.
Brummschädel bei Niklas Bayer
Nach 17 Minuten war es Felix Dettinger, der beim SV 64 in der Jugend ausgebildet worden war, der zum 8:8 traf. Dem ließ Waldgenbach mit dem 9:8 die erste Gästeführung folgen. Die gaben sie nicht mehr ab. Elf torlose Minuten der Zweibrücker sorgten dafür, dass sie mit 8:13 in Rückstand gerieten. Ein weiterer früherer Zweibrücker Spieler, Robin Egelhof, markierte das 13. TuS-Tor.
Gleich darauf musste Dansenbergs Kreisläufer Nils Röller vom Platz. Er hatte Niklas Bayer einen Schlag ins Gesicht versetzt. „Ich habe Kopfschmerzen“, klagte Bayer nach dem Abpfiff. Ins Spiel fand er nach dieser Aktion Röllers nicht mehr. Für ihn, wie für seine Mitspieler, war es eben kein Sahnetag.