Zweibrücken
Zweibrücker SV-Handballerinnen erobern Tabellenspitze zurück
Handball: Trainer Rüdiger Lydorf weiß nach dem torreichen 40:33-Sieg gegen Friesenheim aber, dass sie im Top-Spiel gegen die HSG Wittlich am kommenden Wochenende wieder besser verteidigen müssen.
Zurück an der Tabellenspitze: Nach einem 60-minütigen wilden Ritt ohne Verschnaufpause gegen die TSG Friesenheim, der mit einem 40:33 (24:20)-Erfolg für den SV 64 Zweibrücken endete, sind die Zweibrücker Oberliga-Handballerinnen wieder Tabellenführer. Als solcher gehen sie am kommenden Samstag ins Top-Spiel bei der HSG Wittlich, die durch ihren Punktverlust in Mundenheim den Weg auf Rang eins für den SV 64 freimachte.
Am Samstag stürmten die Zweibrückerinnen im wahrsten Sinne des Wortes an die Spitze. 73 Tore fielen in 60 Spielminuten insgesamt, also im Schnitt 1,21 Treffer pro Spielminute. Das zeigt, mit welcher Geschwindigkeit beide Mannschaften spielten. Hier beeindruckten die Friesenheimerinnen, die im Gros dem A-Jugend-Bundesligateam der TSG angehören, mit starker Physis: Denn TSG-Trainerin Viktoria Kühn wechselte nie. „Fit sind die Mädels“, bestätigte sie.
Abwehrspiel steht nicht hoch im Kurs
Fit sind aber auch die Zweibrückerinnen, die in Sachen Tempohandball nicht zurücksteckten. Und noch etwas einte beide Teams: Abwehrspiel stand nicht hoch im Kurs. Was SV-Trainer Rüdiger Lydorf durchaus auf die Palme brachte. „Die 33 Gegentore sind schlicht eine Katastrophe. Wenn wir so in Wittlich verteidigen, beziehungsweise nicht verteidigen, haben wir dort keine Chance“, resümierte er. Die Zahl der geführten Zweikämpfe bewegte sich bei beiden Mannschaften auf einem ganz niedrigen Niveau. „Ich brauche trotzdem neue Kompressen“, stellte Physiotherapeutin Barbara Köhler nach dem Abpfiff fest. Denn wenn es in die Zweikämpfe ging, endeten diese schon mal mit blutenden Stirnwunden.
Seine Spielerinnen hätten sehr schnell gemerkt, dass auch auf TSG-Seite kein großer Abwehrwiderstand vorhanden sei, resümierte Lydorf. „Das hat sie dann dazu gebracht, schnell mit dem Colt zu sein“, beschrieb er die Geschwindigkeit, mit der Angriffe abgeschlossen wurden. Meist erfolgreich. Großartige Kombinationen gab es kaum zu sehen. Meist heiße es: Lücke, kurze Täuschung, reingehen: Tor. SV-Mannschaftsführerin Lucie Krein und Top-Torjägerin Annalena Frank nutzten den Platz und hätte Lydorf nicht verstärkt durchgewechselt, hätten sie ihre Torekonten wohl noch nach oben schrauben können. Krein nahmen die Friesenheimerinnen sechs Minuten vor dem Abpfiff – 36:31 lag Zweibrücken vorne – in eine enge Deckung. Aber wohl mehr zu Übungszwecken, denn an der Tatsache, dass beide Teams relativ viel Platz beim Torwurf hatten, änderte sich nichts. Den Raum, der sich durch die enge Deckung für Krein, im Spiel Fünf gegen Fünf ergab, nutzte zum Beispiel Janine Baus zum 37:31.
Nachwuchsfrau Schillo im SV-Tor
Nach dem 8:8, das Friesenheims erfahrene Ex-Zweitliga-Spielerin Yvonne Roland erzielt hatte (10.), gelang es den Zweibrückerinnen sich abzusetzen, auf 12:8. Der Grundstein zu einem ungefährdeten Sieg, aber wirklich abschütteln konnten sie die TSG nie. Auch, weil Daphne Huber im SV-Tor von den Nachlässigkeiten ihrer Vorderfrauen angesteckt wurde, die unter anderem Jana Heidger, die vertretungsweise am Kreis spielte, einfach zu viel Platz ließen. Da Angela Zuzanova etwas angeschlagen war, brachte Lydorf Torhüterin Nina Schillo, die zeigte, dass es auch in Zweibrücken talentierte A-Jugend-Handballerinnen gibt.
So spielten sie
SV 64 Zweibrücken: Huber, Schillo (ab 16.) - Schlicker (5), Krein (13/3), Frank (8) - Wagner (5), Zägel (2) - Worm (2) - Sohns, Dzialosynski (4), Baus (1)
TSG Friesenheim: Wegner - Nicole Weschenfelder (4), Rolland (10/6), Schneider (4) - Stolle (5), Celina Weschenfelder (5) - Heidger (5)
Spielfilm: 8:8 (10.), 18:12 (22.), 24:20 (Halbzeit), 28:24 (37.), 33:26 (45.), 37:31 (54.), 40:33 (Ende) - Zeitstrafen: 4:0 - Siebenmeter: 4/3 - 8/6 - Beste Spielerinnen: Krein, Frank - Heidger, Rolland - Zuschauer: 150 - Schiedsrichter: Esdar/Vasek (HSG Hunsrück).