Handball
Zweibrücker SV-Frauen wollen beim Final Four unbedingt ins Pokalfinale
An den Pokalsieg 2014 hat die Torhüterin, die bereits seit 2010 das Zweibrücker Tor hütet, beste Erinnerungen. „Das war schon super. Vor allem, weil es ein Double war: Die Männer haben damals auch den Pokal gewonnen“, erinnert sich Daphne Huber gerne an den Zweibrücker Doppel-Erfolg, der gebührend gefeiert wurde. „Natürlich, das gehört dazu“, sagt sie lachend. Als einzige aus dem damaligen Pokalsieger-Team spielt sie noch in der Oberliga-Mannschaft.
Huber freut sich auf große Kulisse
Am Ostermontag stehen die SV 64-Frauen wieder im Final-Four-Turnier, treffen im Halbfinale auf den Liga-Rivalen HF Köllertal, den sie in der Runde zweimal besiegt haben. „Aber Pokal ist anders. Wir spielen nur zweimal 20 Minuten, das ist schon ein erheblicher Unterschied“, sagt Huber und beziffert die Zweibrücker Chancen auf den Finaleinzug wie ihr Trainer Rüdiger Lydorf auf fifty-fifty. Es gibt beim Final Four noch einen Unterschied zu Liga-Spielen: „Es gibt keine Auszeiten, in denen man von außen mal steuernd eingreifen könnte“, erklärt Lydorf und würde sich hier wie viele seiner Trainerkollegen eine Reform des Wettbewerbs und eine Auszeit pro Halbzeit wünschen.
„Viele unsere jungen Spielerinnen sind zum ersten Mal dabei. Das ist schon was Besonderes“, sagt die 32-jährige Daphne Huber, die schon mehrfach mit Zweibrücken im Final Four spielte. Sie geht von einer voll besetzten Joachim-Deckarm-Halle aus. „Es ist einfach schön, dass die Zuschauer nach der langen Corona-Pause wieder zurück sind. Da macht das Spielen viel mehr Spaß“, findet sie.
Marpingen ist Titelverteidiger seit 2019
Huber wird am Montag zwischen den SV-Pfosten die alleinige Verantwortung tragen. Ihre Teamkollegin Annalena Zahm muss aus privaten Gründen passen, und die Torhüterinnen der SV 64-Zweiten sind im Pokal festgespielt, weil diese Mannschaft selbst am Wettbewerb teilgenommen hat. „Einfach ruhig bleiben“, sagt Huber dazu, wie sie das angeht. Ruhe bewahren, das kann sie derzeit auch beruflich üben. Huber, die in Ensdorf zuhause ist – also eine kurze Anreise zum Final Four hat – arbeitet in Güdingen im Vertriebsbereich eines Baustoffgroßhandels. Angesichts sich zuspitzender Materialknappheit „ist das aktuell schon eine besondere Herausforderung“, bestätigt sie.
Herausforderungen kennt sie auch auf dem Spielfeld. Sollte gegen Köllertal gewonnen werden, wartet im Finale mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Drittligist HSG DJK Marpingen/SC Alsweiler. „Ganz klar der Turnierfavorit“, erklärt Huber. Im Gegensatz zum Herren-Wettbewerb, wo die Drittligisten vom Pokal ausgeschlossen sind, ist bei den Damen das Marpinger Drittliga-Team startberechtigt und zugleich Titelverteidiger.
SV 64: Mit Kiefer den Spieß gerne umdrehen
Im letzten ausgetragenen Final Four bei den Frauen – es fand Ostern 2019 statt – siegte Marpingen im Endspiel mit 26:18 gegen Zweibrücken. Weshalb es in den Zweibrücker Reihen mit Huber zwar nur eine Spielerin gibt, die mit dem SV den Pokal gewonnen hat, aber eine zweite Saar-Pokal-Siegerin: Denn 2019 trug Marie Kiefer noch das Marpinger Trikot, gewann mit den „Moskitos“ den Pokal, ehe sie nach Zweibrücken wechselte. Am Ende dieser Saison geht sie zurück nach Marpingen. „Damals hat sie gegen uns gewonnen. Diesmal machen wir das umgekehrt, wir gewinnen mit Marie gegen Marpingen“, sagt Huber schmunzelnd.
Kiefer gehört wie Huber dem Mannschaftsausschuss an, der Abschlussfeiern plant. „Das Geld, das wir beim Saar-Pokal gewinnen, geht in die Mannschaftskasse“, erklärt Huber. Die Höhe der Pokal-Prämie könnte für die weitere Planung entscheidend sein.
Spielplan und Info
- Frauen, Halbfinals: 11 Uhr HSG DJK Marpingen/SC Alsweiler - HSG Fraulautern/Überherrn; 12.15 Uhr SV 64 Zweibrücken - HF Köllertal
- Herren, Halbfinals: 13.30 Uhr MSG HF Illtal - TV Homburg II; 15 Uhr HC Dillingen/Diefflen - TuS Elm/Sprengen
- Endspiele: 16.15 Uhr Frauen; 17.30 Uhr Herren
- Tagestickets kosten in der Joachim-Deckarm-Halle 15 Euro, ermäßigt für Jugendliche acht Euro. Kinder ab Jahrgang 2014 und jünger zahlen keinen Eintritt.