Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker SV-Damen gewinnen Herzschlagfinale gegen TV Bassenheim

Nachdem Lucie Krein (hinten rechts) kurz gedeckt wurde, übernahm Laura Zägel (links) die Spielmacherposition – und machte ihre S
Nachdem Lucie Krein (hinten rechts) kurz gedeckt wurde, übernahm Laura Zägel (links) die Spielmacherposition – und machte ihre Sache gut. Foto: Wille

Handball: Dass es am Ende eine ganz umkämpfte Partie werden würde, danach sah es im Spiel der Frauen-Oberliga lange nicht aus. Aber nach der Pause ließen die Damen des SV 64 Zweibrücken einfach zu viele Chancen liegen. Am Ende jubelte die Lydorf-Truppe aber doch.

13 Sekunden zeigte die Spieluhr am Sonntag noch an, da gelang Levke Worm, was ihr bei mehreren Versuchen zuvor nicht gelungen war: ein Tor für den Handball-Oberligisten SV 64 Zweibrücken. Es war das 26. Tor, das die Zweibrückerinnen in der Partie gegen den TV Bassenheim warfen und der Siegtreffer. Mit 26:25 (15:10) setzte sich der Tabellenzweite durch.

Nach Worms Treffer hieß es konzentriert bleiben. Bassenheim setzte auf Tempo, nahm dazu Torhüterin Alexandra Irmgartz raus, brachte die siebte Feldspielerin. Eine klare Torchance ergab sich aber nicht mehr. Der letzte Wurf ging am SV-Tor vorbei und löste tiefes Durchatmen, gefolgt von ausgelassenem Jubeln bei den Zweibrückerinnen und ihren Fans aus.

Damit, dass es ein Herzschlagfinale werden würde, war bis zur 47. Minute nicht zu rechnen gewesen. Kimberly Pfeifer hatte gerade das 23:19 für die Zweibrückerinnen erzielt, die sich bereits bis zur zehnten Minute einen verdienten 5:1-Vorsprung erspielt hatten. Dank einer nicht zu stoppenden Lucie Krein, die immer wieder die Lücken im Bassenheimer Deckungsverband riss. „Schau mal, wo die steht. Bei sechs Metern“, schimpfte Bassenheims Trainer Marcus Schütz, als Krein wieder durchbrach und ein Strafwurf die Folge war. Von der Siebenmeterlinie behielt Ina Sohns die Nerven, versenkte alle vier Strafwürfe im gegnerischen Netz.

Zägel glänzt als Regisseurin

Schütz blieb weiter unzufrieden mit seiner sehr defensiv stehenden Abwehrformation, die sich bei Torfrau Alexandra Irmgartz bedanken durfte, dass der Rückstand nicht höher war. Die hatte unter anderem einen Strafwurf von Annalena Frank und einen Tempogegenstoß von Pfeifer entschärft. Aber die Lucie (Krein)-Show im Angriff konnte auch sie nicht verhindern. In der 16. Minute traf Krein zum 8:4. Jetzt änderte Bassenheim die Abwehrformation: Fortan deckte Jana Schubert Krein eng.

Für SV-Trainer Rüdiger Lydorf hieß das: Umstellen im Angriff. Dort fehlten verletzungsbedingt ohnehin schon die beiden etatmäßigen Halbrechten Lara Schlicker und Lucy Dzialoszynski. Elisa Wagner startete auf dieser Position. Auch Frank erwischte nicht ihren besten Tag, nun musste auch noch auf der Spielmacherposition neu sortiert werden. Lydorf beorderte Laura Zägel von der linken Außenbahn ins Zentrum. Seit der Weihnachtspause immer mal erprobt, war Zägel jetzt gefordert – und löste die Aufgabe gut. Krein schaltete sich immer ein, wenn sich die Gelegenheit bot, blieb dann weiter torgefährlich, zum Beispiel beim Treffer zum 12:8 (25.).

Lydorf hatte kurz zuvor eine Auszeit genommen, und die junge Janine Baus in den rechten Rückraum beordert. Baus kam, sah und traf. Erster Ballkontakt: 10:7. Auch das 14:10 sieben Sekunden vor dem Halbzeitpfiff ging auf ihr Konto. Nach dem Anwurf nahm Zweibrücken Bassenheim prompt den Ball ab, und Zägel vollendete mit dem Halbzeitsignal zur 15:10-Pausenführung.

Partie wird immer umkämpfter

Zweibrücken blieb vorne. „Wir haben in der zweiten Hälfte einiges an Torchancen liegen lassen, zu oft zu überhastet abgeschlossen“, bilanzierte Lydorf allerdings. Das nutzte Bassenheim, um sich Tor um Tor heranzuwerfen. Der Ausgleich lag immer mal wieder in der Luft in einer jetzt sehr umkämpften Partie. Die SV-Damen konnten das aber immer wieder verhindern. Auch dank der beiden Tore, die Dzialoszynski beisteuerte, die Lydorf trotz Handverletzung im Angriff notgedrungen zehn Minuten brachte. „Wenn ich mir nicht sicher gewesen wäre, dass sie uns weiterhilft, hätte ich sie nicht spielen lassen“, bekannte der SV-Coach.

Gut eine Minute vor dem Ende markierte Bassenheims Kreisläuferin Christina Henn den in der Luft liegenden Ausgleich, traf zum 25:25. Es blieb aber noch eine Chance für den SV – und Worm traf „zum unterm Strich verdienten Sieg“, sagte Lydorf.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Zuzankova, Huber (Siebenmeter) - Wagner, Krein (8), Frank (3) - Pfeifer (1), Zägel (3) - Sohns (4/4) - Worm (1), Zimmermann, Baus (4/1), Dzialoszynski (2)

TV Bassenheim: Irmgartz - Schlapp (3), Stephanie Henn (1), Wambach (2) - Israel (2), Brand - Christina Henn (4) - Schubert (4), Hommen (7/4), Schmitz (2)

Spielfilm: 5:1 (10.), 6:4 (14.), 10:8 (23.), 15:10 (Halbzeit), 20:15 (38.), 23:19 (47.), 23:22 (49.), 25:25 (59.), 26:25 (Ende) - Zeitstrafen: 2:2 - Siebenmeter: 6/5 - 5/4 - Beste Spielerinnen: Krein - Schubert - Zuschauer: 120 - Schiedsrichter: Mayer/Landgraf (Göllheim/Eisenberg/Assenheim).

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