Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker SV-64-Handballtrainer Bullacher zieht Bilanz: „Wir haben noch viel Potenzial“

Stefan Bullacher(weiße Haare) in einer Auszeit mit seiner Mannschaft.
Stefan Bullacher(weiße Haare) in einer Auszeit mit seiner Mannschaft. Foto: Moschel

Handball: „Wenn mir jemand vor der Saison gesagt hätte, dass wir nach 16 Spielen mit 30:2 Punkten an der Tabellenspitze stehen, hätte ich gesagt, dass er verrückt ist“, bekennt Stefan Bullacher, der Trainer des Handball-Oberligisten SV 64 Zweibrücken, der nach besagten 16 Spieltagen von der Tabellenspitze grüßt.

14 Spiele in Folge verließen die Zweibrücker die Spielfelder der Handball-Oberliga als Sieger, stellten für die neue Liga einen Startrekord auf. Ein Hinrundenrekord wurde es nicht, weil ausgerechnet im letzten Vorrundenspiel beim Tabellendritten Budenheim ein Wurm im SV-Spiel war und sich die Zweibrücker zum bisher einzigen Mal geschlagen geben mussten. Der Euphorie, die sich rund um das Team entwickelt hatte – die SV-Fans bilden regelmäßig die weiße (Fan)-Wand – tat das keinen Abbruch.

Um die Meisterschaft mitspielen, das war das erklärte Ziel. Der SV hatte den Kader gezielt breiter aufgestellt, setzte die Entwicklung der Vorsaison fort und schloss die Lücken, die sich dort gezeigt hatten. „Ohne die vorherige Saison wäre der bisherige Erfolg in dieser Runde nicht möglich“, sagt Bullacher.

Neue und Rückkehrer fügen sich ins Zweibrücker Spielsystem ein

Jungs, die beim SV ausgebildet worden waren, das Zweibrücker Spielsystem kennen, kamen zurück. Tobias Alt und Tom Ihl verstärkten die rechte Seite. Marc-Robin Eisel kam als Spielgestalter, Vorbereiter und Torschütze zurück. Mit Marko Ivankovic wurde ein Torwart verpflichtet, der zu dem erhofften Rückhalt avancierte, dem SV in manch engem Spiel die Punkte festhielt. Wie beim wichtigen 23:22-Derby-Sieg gegen die VT Zweibrücken-Saarpfalz.

Sehr viele Spiele entschieden die Zweibrücker aber sehr deutlich für sich. Sie stellen den stärksten Angriff der Liga (471 Tore) und die beste Abwehr (347 Gegentore). Das zeigt, dass die Mannschaft zurecht auf Platz eins steht.

Wichtig war, dass einige Spieler große Entwicklungsschritte machten. Christopher Huber im rechten Rückraum zum Beispiel. Als er gegen Ende der Vorrunde verletzungsbedingt ausfiel, zeigte sich vielen, wie wertvoll er mittlerweile für die Mannschaft ist. Einfache Tore aus dem Rückraum wurden seltener erzielt. Auf den Außenbahnen – beispielsweise auf rechts mit dem neuen Kapitän Philipp Hammann und Rückkehrer Alt - ist der SV gut bis sehr gut besetzt. Variabilität ist ein wichtiges Schlagwort, um den Erfolg zu erklären. Etliche Spieler sind in der Lage auf mehreren Positionen erfolgreich zu spielen. Nicht nur der Ausfall Hubers machte sich bemerkbar. Auch das ein oder andere Formtief blieb nicht aus, konnte aber immer kompensiert werden, weil der SV-Kader breiter aufgestellt war.

Die starke Defensiv-Achse sorgt für den Erfolg

Wichtigster Erfolgsfaktor ist die SV-Defensive mit der starken Achse Ivankovic im Tor, Tom Grieser zentral hinten und Mr. Zuverlässig Benny Zellmer in der vorgezogenen Abwehrposition. Bewahrheitet sich die Weisheit, dass der Angriff Spiele, die Abwehr Meisterschaften gewinnt, kann der SV auf ein weiteres Meisterstück hoffen. Zumal das Umschaltspiel in vielen Spielen deutlich sicherer war. „Aber hier haben wir noch viel Potenzial“, sagt Bullacher. Beim Thema „schnelle Mitte“, oder bei der sogenannten dritte Welle, „können wir uns noch erheblich steigern“, verdeutlicht er, wo Schwerpunkte in der Entwicklung liegen werden.

Der Saisonstart mit Siegen bei den Mitfavoriten in Mundenheim und dem stark herausgespielten Erfolg bei der SG Saulheim beflügelten. Gerade der Sieg in Saulheim motivierte, denn die Zweibrücker hatten sich überlegen in einer Halle durchgesetzt, in der nicht mit Harz gespielt werden darf.

Für Bullacher steht auch klar fest, „es war richtig, dass wir nicht am Saar-Pokal teilgenommen haben“. Das habe der Mannschaft Zeit gegeben, um besser regenerieren zu können. Belastung sei ein wichtiger Punkt in der Trainingssteuerung, „aber genauso wichtig sind Erholungsphasen“, unterstreicht der SV-Trainer.

Bilanz nach 16 Spielen

Platz: 1; Punkte: 30:2, 15 Siege, eine Niederlage; höchster Sieg: 35:17 gegen Illtal; höchste Niederlage: 22:23 in Budenheim; Tore: 471:347; Beste Torschützen: Tim Schaller 86, Benny Zellmer 77, Marc-Robin Eisel 75.

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