Sportsfreunde RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker Stahl pfeift in Augsburg Halbfinale der U19-Fußballer

„Wenn reden nicht mehr hilft, muss auch mal eine Karte her“, sagt Schiedsrichter Florian Stahl.
»Wenn reden nicht mehr hilft, muss auch mal eine Karte her«, sagt Schiedsrichter Florian Stahl.

Kommunikation ist auf dem Fußballfeld das wichtigste Mittel für Schiedsrichter Florian Stahl aus Zweibrücken. Das will er auch am Freitag anwenden, wenn er FC Augsburg gegen Hertha BSC leitet.

„Das ist mein bisheriger Karriere-Höhepunkt“, sagt Fußball-Schiedsrichter Florian Stahl über seine Aufgabe am Freitagabend, die Leitung des Halbfinalspiels um die deutsche A-Junioren-Meisterschaft zwischen dem FC Augsburg und Hertha BSC Berlin in der WWK-Arena. Der 26-jährige Zweibrücker leitet sonst üblicherweise Partien der Herren-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar.

Diese Saison schon HSV gegen St. Pauli gepfiffen

In dieser Saison kam er zusätzlich auf 15 Spiele in den Nachwuchs-Bundesligen, darunter war auch das U19-Nordderby zwischen dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli. Aber es stand in der laufenden Runde beispielsweise auch das Pokalspiel TSC Zweibrücken gegen SV Hermersberg auf seinem Terminplan.

Stahl, von Beruf Sachbearbeiter im Jugendamt der Stadt Zweibrücken, beschreibt sein Agieren auf dem Platz so: „Ich versuche, mit den Spielern zu reden. Wenn reden nicht mehr hilft, muss auch mal eine Karte her.“ Als Mitglied des Schiedsrichter-Ausschusses im Fußballkreis Pirmasens/Zweibrücken betreut er auch Neulinge, als Fußball-Zuschauer reist er gerne durch die Lande, fährt mal nach München oder Schalke, um hochklassigen Fußball zu sehen, und er sympathisiert mit dem 1. FC Kaiserslautern.

„Man muss auch ein bisschen Glück haben“

Angefangen hatte Stahl mit seiner Tätigkeit an der Pfeife bereits mit 14 Jahren. „Es war damals ein dreitägiger Lehrgang mit Abschlussprüfung. Danach habe ich mit meinem Schiedsrichter-Paten Philipp Oldenburger mein erstes Spiel in der D-Jugend geleitet“, erzählt Stahl. Damals habe er noch viele Tipps erhalten. Im Anschluss steigerte sich Stahl bis zur Bezirksliga. „Ab der Bezirksliga trainiert man dann für die Verbandsklassen.“ In der Oberliga steht Stahl seit der Saison 2019/20 als Feldschiedsrichter auf dem Platz.

Ob es noch weiter nach oben geht?„Klar habe ich das Ziel, höherklassig zu pfeifen. Es ist schon mein Wunsch, in der Regionalliga auf dem Feld zu stehen. Aber da muss erst mal ein Platz frei werden, man muss gefördert werden und auch ein bisschen Glück haben“, sagt Stahl. Angesichts seines Alters mache er sich nicht mehr große Hoffnungen auf den Sprung nach ganz oben, aber er wäre sofort bereit, den nächsten Schritt zu gehen. Vor zwei Jahren war Stahl im fast ausverkauften Pirmasenser Framas-Stadion Linienrichter im Verbandspokalfinale der FCK-Profis gegen Wormatia Worms. Sein „Chef“ war da der nunmehr in der Zweiten Liga aktive Schiedsrichter Nicolas Winter.

Am Freitagabend live im Fernsehen

Dass er nun am Freitag in einem über 30.000 Zuschauer fassenden Bundesligastadion das nationale U19-Halbfinale leiten darf, ist für Stahl „auch ein bisschen Wertschätzung“, wie er sagt: „Die Spiele bei den A- und B-Junioren werden beobachtet und besprochen. Ich denke, es ist auch eine Belohnung für meine bisherigen Leistungen.“

Mit seinen Gespannpartnern Felix Bank (Hoppstädten) und Robinson Michel (Mainz) sei er bestens bekannt. Den Vierten Offiziellen, den Tübinger John Bender, kenne er bisher noch nicht. „Es ist schon etwas Besonderes. Das Spiel wird auch live im Fernsehen übertragen. Ich rechne mit mehr als 2000 Zuschauern“, erzählt Stahl. Die ganz große Aufregung verspürt er vor dem Einsatz in Augsburg noch nicht: „Das kommt meistens erst kurz vor dem Spiel. Anspannung schadet aber auch nicht. Egal wie, meine Einstellung ist immer die gleiche: Ich will am Ende des Spiels kein Thema bei den beiden Mannschaften sein.“

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