Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker Sprinterin Sina Mayer so gut wie nie: Eine WM-Medaille wäre das Sahnehäubchen

Strahlte bei den deutschen Meisterschaften in Dresden über ihren Erfolg mit einem starken Finish, das mit einer Bronzemedaille ü
Strahlte bei den deutschen Meisterschaften in Dresden über ihren Erfolg mit einem starken Finish, das mit einer Bronzemedaille über 100 Meter belohnt wurde: LAZ-Sprinterin Sina Mayer.

Sina Mayer hat ihre Bestzeit über 100 Meter in dieser Saison gleich zweimal verbessert. Bei der WM in Tokio sitzt sie deshalb mit der Staffel und im Einzel im Startblock.

Die freudige Nachricht kam gleich doppelt – aber nacheinander. Erst hatte Sprinterin Sina Mayer vom LAZ Zweibrücken schon zu den 79 Sportlern gehört, die der Deutsche Leichtathletik-Verband DLV am 29. August für die Weltmeisterschaften vom 13. bis 21. September in der japanischen Hauptstadt Tokio nominierte – als möglicher Teil der 4x100-Meter-Staffel der Frauen. Und sie hoffte noch darauf, auch gleich am 3. September mit in den Flieger nach Miyazaki zum Pre-Camp des DLV steigen zu dürfen. Denn das würde bedeuten, dass sie auch noch einen WM-Einzelstart auf ihrer Paradestrecke 100 Meter hat.

Nachrückerin über 100 Meter

Genau so kam es: Der DLV informierte am 31. August darüber, dass die 30-Jährige über das World-Ranking (Norm eigentlich 11,07 sec) nachrückte. Kein Wunder: Sina Mayer lief in der bisherigen Saison so gut wie nie. Die aus Schönenberg-Kübelberg stammende junge Frau, die in Saarbrücken trainiert, steigerte nach einem schwierigen Olympia-Jahr 2024 (mit Bänderriss und nachher heftigem Infekt) ihre sieben Jahre alte Bestmarke über 100 Meter Mitte August beim Meeting in Sondershausen von 11,25 auf nun 11,18 Sekunden. Und da sind die unglaublichen 11,03 in Dessau im Juni (allerdings bei zu starkem Rückenwind) noch gar nicht eingerechnet.

Im Gegensatz zur Mitte der Saison ist sie gar nicht mehr so überrascht, dass es so gut läuft. Auch von der neuen Bestzeit mit 11,18 Sekunden nicht. „Ich spüre, dass da noch was geht. Seit Mai bin ich eine der stabilsten Sprinterinnen“, sagt sie inzwischen selbstbewusst. Ein Faktor: Sie hat mit ihrer Trainerin Lena Barthel in Saarbrücken gut trainiert. Dass deren Vertrag beim Saarländischen Leichtathletik-Bund (SLB) zwischenzeitlich gekündigt wurde, bedauert sie, ist aber sicher: „Meine Zusammenarbeit mit Lena wird weitergehen.“

Dazu kommt, dass Sina Mayer ohne Blessuren durch die Saison kam – und das bei bisher zehn bis zwölf Rennen, was eine stattliche Anzahl ist. „Das vorletzte Augustwochenende war erst mein drittes freies Wochenende seit April“, konkretisiert sie. Aber Wettkämpfe seien halt einfach auch die perfekten Trainingsrennen.

Als Belohnung schon zur Team-EM

„Es ist cool, die eigene Entwicklung zu sehen“, sagte die Athletin ohne derzeitigen Kaderstatus im DLV schon im Juni. Sie kam prima aus der Hallensaison, stellte auf Malta im Juni mit 11,20 Sekunden (die Bestätigungsnorm für Tokio) schon eine erste neue Bestleistung auf. Das viele Techniktraining mit ihrem Trainerteam – mit Barthel, dem fürs Management zuständigen Ulrich Knapp (auch Coach von Weitsprung-Ass Malaika Mihambo) und Betreuer Ralph Mouchbahani – zahlte sich aus. Dazu blieb Mayer, die seit Januar auch 20 Stunden pro Woche als Assistentin der Geschäftsleitung der Victor’s Group arbeitet, gesund.

Als Belohnung gehörte die frühere Studentin des Gesundheitsmanagements Ende Juni bei der Team-EM in Madrid zur deutschen Staffel, die in 42,52 Sekunden Bronze gewann. Und beim Diamond-League-Meeting in Lausanne am 20. August lief das deutsche Frauen-Quartett in 42,53 Sekunde sogar als Sieger über die Ziellinie. „Das war auch ein starkes Rennen, obwohl es an dem Abend wie aus Eimern geschüttet hat und wir in einer neuen Formation gelaufen sind. Ich selbst zu Beginn, Rebekka Haase auf Position zwei, Sophia Junk als Dritte und Gina Lückenkemper zum Schluss“, urteilt sie.

Staffel: Medaille ist das Ziel

In Miyazaki im Süden Japans akklimatisierte sie sich mit der deutschen Mannschaft nun und bereitete sich auf die 100 Meter und einen möglichen Einsatz in der 4x100-Meter-Staffel vor. Dort war das DLV-Team auch vor vier Jahren schon vor den Olympischen Spielen in Tokio gewesen. „Die 100 Meter bei der WM sind ganz klar mein Saisonhöhepunkt, es wäre toll, genau da von der Zeit her noch was draufzulegen“, sagt Mayer. „Ich denke schon, dass eine 11,10 drin sein kann, wenn ich mich am Start gut treffe. Hinten raus hat es in dieser Saison eigentlich immer gut geklappt. Da habe ich über die Saison eine gute Konstanz gezeigt“, weiß sie.

Am heutigen Mittwoch geht’s weiter nach Tokio. Los geht’s für Sina Mayer gleich am ersten Tag der Weltmeisterschaften am Samstag, 13. September, mit den Vorläufen über 100 Meter ab 18.55 Uhr (11.55 MESZ). Tags darauf steigen die Halbfinals um 20.20 Uhr (13.20 MESZ) und das Finale um 22.13 Uhr (15.13 MESZ). „Mit der Staffel ist auf jeden Fall eine Medaille das Ziel“, formuliert sie selbstbewusst ihre weiteren Ansprüche bezüglich der Welttitelkämpfe. Der Staffelwettbewerb der Frauen steigt am Ende der WM: am Samstag 20. September, ab 20.45 Uhr (13.45 MESZ) mit den Vorläufen, tags darauf folgt am WM-Abschlusstag als vorletzter Wettkampf das Finale um 21.10 Uhr (14.10 MESZ). Wenn es nach ihr geht, am liebsten mit Sina Mayer und Co. weit vorne.

Zur Person: Sina Mayer

- geboren am 10. April 1995 in Neunkirchen/Saar, aufgewachsen in Schönenberg-Kübelberg

- kam über Turnen und Rope-Skipping mit 14 Jahren zur Leichtathletik-

- Paradedisziplin: 100 Meter und 4x100-Meter-Staffel

- seit 2009 beim LAZ Zweibrücken, seit 2014 Teil der deutschen Nationalmannschaft

- aktuelle Trainerin: Lena Barthel

- Ausbildung: abgeschlossenes Studium zur Gesundheitsmanagerin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken, arbeitet mit 20 Stunden/Woche derzeit als Assistentin der Geschäftsleitung der Victor’s Group-

- Bestzeiten: 11,18 sec über 100m in Sondershausen am 15. August 2025, 7,30 sec über 60m am 1. Februar 2025 in Karlsruhe-

- Erfolge: 2014 Bronze 100m U20-WM in Eugene; 2015 Gold 4x100m U23-EM in Tallinn; 2017: Gold 100m deutsche Hochschulmeisterschaften in Frankfurt am Main und Bronze 100m U23-EM in Bydgoszcz; 2025: Bronze 4x100m Team-EM in Madrid, Bronze 100m deutsche Meisterschaften in Dresden.

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