Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker Spielerin Levke Worm zieht’s zurück in den Norden

He, loslassen! Levke Worm (links, hier in einem Spiel gegen die HF Köllertal) begann im Rückraum und spielte später meist dort,
He, loslassen! Levke Worm (links, hier in einem Spiel gegen die HF Köllertal) begann im Rückraum und spielte später meist dort, wo SV-Trainer Rüdiger Lydorf sie gerade brauchte. Zuletzt war das die Kreisposition.

Handball: In Hamburg sagt man Tschüss. Hamburg, das ist die neue Heimat von Levke Worm, bis zur Saisonunterbrechung Spielerin beim Spitzenreiter SV 64 Zweibrücken. Die Neu-Hamburgerin hat Tschüss gesagt zu den Zweibrückerinnen – unfreiwillig früher als geplant.

Gerne hätte sie noch einige Spiele für ihren SV 64 bestritten. „Das wird leider nichts mehr“, bedauert sie mit Blick auf Corona und die Auswirkungen auf den Handball. „Immerhin konnte ich mich sportlich mit einem Derby-Sieg verabschieden“, sagt sie und hat gute Erinnerungen an ihr letztes Spiel im SV-Trikot. Zum 24:23-Erfolg Mitte Oktober in Riegelsberg gegen die HF Köllertal steuerte sie ihren letzten Treffer für die Zweibrückerinnen bei. Lieber hätte sie aber erst im Dezember mit einem Sieg im Top-Spiel zu Hause gegen Kandel Tschüss gesagt und dann richtig Abschied gefeiert.

Den Kontakt zum SV wird sie nicht abreißen lassen. Die Mannschaft sei einfach super gewesen, gerade in den beiden letzten Runden „sind wir richtig zusammengewachsen, haben wir uns sehr, sehr gut verstanden“, sagt sie. Mit ihren 25 Jahren gehörte sie „schon zu den Alten in der Mannschaft“, stellt sie lachend fest.

„Es war schon immer mein Traum, mal in Hamburg leben“, sagt Levke Worm, für die der Umzug an die Alster eine Rückkehr in die nordische Heimat ist. Denn sie stammt aus Flensburg, begann mit vier Jahren bei der SG Tarp-Wanderup mit dem Handballspielen. Dort durchlief sie alle Jugendmannschaften, spielte im Oberliga-Team. Bis sie studienbedingt die Koffer packte. Weil es mit dem Studienort Hamburg damals nicht klappte, suchte sie eine Alternative. Die fand sich weit im Südwesten, an der Universität in Saarbrücken. Sport und Deutsch fürs Lehramt studiert sie, gerade schreibt sie ihre Examensarbeit. Ab kommenden Sommer ist das Referendariat geplant.

Gekommen um zu bleiben

Ursprünglich hatte sie die Idee, nach ein paar Semestern an die Uni in Hamburg zu wechseln. Die Idee war aber schnell vom Tisch. „Das Studium hat gepasst, und ich habe mich hier einfach extrem wohl gefühlt“, sagt sie. Auch weil die Alpen näher waren. Im Winter Snowboarden, „das liebe ich einfach“, sagt sie und hofft, dass im Corona-Winter noch einige Urlaubstage im Schnee möglich sein werden. Am liebsten in Sölden.

Dass sie beim SV 64 landete, war von Zufällen bestimmt. „Ich habe einen Verein gesucht, bei dem ich Oberliga spielen kann“, erzählt sie. Sie schaute, welche Möglichkeiten es rund um Saarbrücken gab, ein Oberligist war der SV 64. Sie schaute im Training vorbei und blieb. „Weil es von Anfang an gut gepasst hat“, erinnert sie sich an den Sommer 2015. Da war „Levi“, wie ihre Mitspielerinnen sie nennen, erstmals ins SV-Trikot geschlüpft. Die Zweibrückerinnen hatten zuvor schon mit dem Nordlicht Katharina Koch gute Erfahrungen gesammelt. „Das Witzige war, dass sich irgendwann herausstellte, dass meine Mutter an der Grundschule ihre Lehrerin war“, erzählt Worm.

„Wir werden sie vermissen, als Mensch und Spielerin“, sagt SV-Trainer Rüdiger Lydorf, der sie seither trainierte und umfunktionierte – von der Rückraumspielerin zur Allrounderin, die Linksaußen spielte und zuletzt am Kreis gesetzt war. „Ich war die Erste für alles“, beschreibt Worm ihre Rolle im Team. Wenn es auf einer Position fehlte, „war ich die Erste, die dort spielte.“ Mit dem Spiel am Kreis „habe ich zunächst gefremdelt, mich dann aber auch richtig gut auf der Position gefühlt“, bekennt sie.

Ab in die Traumstadt Hamburg

Jetzt zieht es die 1,71 Meter große Spielerin, die zuletzt im Abwehrzentrum gesetzt war, in ihre Traumstadt Hamburg. Auch wenn sie in mancher Hinsicht kein typisches Nordlicht ist. „Ich esse keinen Fisch und mag kein Bier“, sagt sie lachend. Freund Rick Hess, der sein Sportwissenschaftsstudium in Saarbrücken beendet hat, ist mit nach Hamburg gezogen. Der Fußball-Torwart aus Luxemburg spielte zuletzt für den 1. FC Saarbrücken II.

Durch die Familie des Freundes in Luxemburg „komme ich sicher noch oft in die Region“, glaubt Worm. Wann immer es gehe, werde sie dann bei ihrem Zweibrücker Team vorbeischauen und kräftig die Daumen drücken. „Ich weiß, dass wir eine tolle Runde gespielt hätten“, sagt sie bedauernd mit Blick auf die derzeit unterbrochene Runde. Sie selbst will, wenn wieder gespielt und trainiert werden darf, bei einem Oberliga-Team im Raum Hamburg anheuern. „Mal schauen, was sich findet“, sagt sie.

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