Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker Naturschutzbeirat: Baugebiet verkleinern und Kaltluftschneisen erhalten

Der Kirchberg in Ixheim ist laut Naturschutzbeirat wichtig für den Luftaustausch in der Stadt und eine der wenigen Kaltluftschne
Der Kirchberg in Ixheim ist laut Naturschutzbeirat wichtig für den Luftaustausch in der Stadt und eine der wenigen Kaltluftschneisen.

Der Naturschutzbeirat der Stadt fordert den Erhalt der Kaltluftschneisen. Davon betroffen wäre der Kirchberg in Ixheim, wo die Stadt gerne ein Baugebiet hätte. Das könnte ja etwas kleiner ausfallen, schlägt der Vorsitzende des Beirats, Gerhard Herz, vor.

Ende Januar hatte Klimawandel-Anpassungscoach Christian Kotremba dem Naturschutzbeirat der Stadt die Ergebnisse der Stadtklima-Untersuchungen vorgestellt. Zu den Ergebnissen gehört, dass Zweibrücken für den Klimaschutz gute Voraussetzungen hat. Das liegt an der in Ost-West-Richtung verlaufenden Grünachse durch die Stadt und die Kaltluftschneisen, durch die die Stadt belüftet wird. Der Naturschutzbeirat, der bei der unteren Naturschutzbehörde – in Zweibrücken übernimmt der Umweltbetrieb diese Aufgabe – angesiedelt ist, fordert jetzt den Erhalt dieser Kaltluftschneisen und Entstehungsgebiete.

Die Kaltluftschneisen dienen, wie die Grünachse in der Stadtmitte, der Belüftung der Stadt. „Die einfließende schwere Kaltluft verdrängt – meist nachts – die leichtere, mit Schadstoffen und Feinstaub beladene Stadtwarmluft“, heißt es in der Stellungnahme des Beirates.

Bachtäler sorgen für Luftaustausch

Herz nennt dazu ein Beispiel. Im Lauf des 6. Januar habe sich dicker Nebel über die Stadt gelegt, „abends hat man nur noch die nächsten Häuser gesehen“, erinnert er sich. Am nächsten Morgen habe sich die Stadt völlig klar präsentiert. Über Nacht habe ein Luftaustausch stattgefunden, für den die Kaltluftschneisen verantwortlich seien. Dafür verantwortlich seien im nördlichen Teil die Bachtäler in Ernstweiler (Bautzenbach), in der Innenstadt (Bombach) und Niederauerbach (Heilbach, Auerbach).

Im südlichen Teil seien die Kaltluftströme nicht so ausgeprägt. Einen Kaltluftstrom gibt es bei Ixheim, der durch die Rote Klamm Richtung Sportplatz führt. In dessen Entstehungsgebiet ist das Baugebiet „Am Kirchberg“ geplant. „Dort, wo Häuser sind, kann keine Kaltluft entstehen, auch nicht, wenn zwischendrin Freiflächen sind“, bemerkt Herz.

Wo Häuser sind, entsteht keine kalte Luft

Kaltluft entstehe über Wiesen oder Ackerflächen. Die liegen oberhalb des als Baugebiet ins Auge gefassten Geländes. „Wichtig ist, dass der Zustrombereich zur Roten Klamm freigehalten wird“, betont Herz. Mit Hilfe eines Umweltgutachtens sollte untersucht werden, wo die Kaltluft in diesem Bereich entsteht, wie groß die Zuflüsse sind und wie sie trotz einer Bebauung erhalten werden können.

Herz spricht sich nicht grundsätzlich gegen das Baugebiet „Am Kirchberg“ aus. Er glaubt, dass ein Kompromiss in Bezug auf die Größe und die Lage möglich ist. Entscheidend sei, dass die für das Klima wichtigen Kaltluftschneisen im nicht ideal belüfteten Ixheim erhalten bleiben.

Herz: Gebiete für die Zukunft sichern

„Die Stadtverwaltung Zweibrücken wird aufgefordert, diese für den Klimaschutz erforderlichen Gebiete als unverbaubare Klimazonen festzuschreiben und für die Zukunft zu sichern“, heißt es in der Stellungnahme des Beirats. Wie Gerhard Herz im RHEINPFALZ-Gespräch betont, sollten diese „unverbaubaren Klimazonen“ in den Flächennutzungsplan aufgenommen und später auch im Regionalen Raumordnungsplan berücksichtigt werden. „Das, was sonst keine Stadt hat, müssen wir sichern“, sagt Herz mit Blick auf die guten Voraussetzungen.

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