Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker „Hornets“: Wechselbad der Gefühle in den ersten zwei Halbfinalspielen

Hier scheitert der dreifache Mannheimer Torschütze Carson Miller (Zweiter von rechts) am Freitag an „Hornissen“-Torhüter Viktor
Hier scheitert der dreifache Mannheimer Torschütze Carson Miller (Zweiter von rechts) am Freitag an »Hornissen«-Torhüter Viktor Lust. Alexander Dide (Nummer 8) und Maximilian Dörr (Nummer 77) versuchen ihn zu stören, links schaut EHC-Stürmer Cosmo Chilf zu.

Am Freitag bejubelten sie noch den Heimsieg, am Sonntag in Mannheim setzte es dann eine Niederlage. Wie schon im Viertelfinale müssen die „Hornissen“ also nachsitzen.

Der Partyschlager „So sehen Sieger aus, Schalalalala“ schallte direkt nach der Schlusssirene lautstark über die Lautsprecher in die Eishalle: Das erste Halbfinale der Baden-Württemberg-Liga mit dem 5:4 (2:1, 0:1, 3:2)-Sieg gegen die EKU Mannheim war ein hartes Stück Arbeit für den EHC Zweibrücken. Das Match hätte in mehreren Momenten auch in die gegensätzliche Richtung kippen können und damit die „Mad Dogs“ zum Tagessieger gemacht. Alles in allem war es von beiden Mannschaften ein packendes und jederzeit spannendes Eishockey-Spiel, das sie den 489 Zuschauern zeigten, und bei dem mit andauernder Spielzeit immer mehr die taktischen Vorgaben aufgegeben wurden. Besonders die letzten 15 Minuten waren ein reines Hin und Her.

Die Halle endgültig zum Beben brachte Michael Outzen (59.), als er in Unterzahl den 5:4-Siegtreffer erzielte. „Hornets“-Stürmer Marco Trenholm hätte dieses Glücksgefühl schon 20 Sekunden zuvor hervorrufen können, er scheiterte aber an EKU-Goalie Tim Uhrig. Nicht auszudenken, was noch hätte passieren können, wenn „Hornets“-Torwart Viktor Lust dazwischen nicht hervorragend gegen Carson Miller (59.) und Levi Wunder (60.) pariert hätte.

Eine Aktion gefährdet die ganze Saison

Dreimal kamen die Gäste zurück und holten eine Führung der Gastgeber auf. So konnte EHC-Coach Ralf Wolf in seiner Coaching-Zone auf der Bank erst durchschnaufen, als die letzte Unterzahl schadlos vorüberging. Hätte er noch Haare auf dem Kopf, wäre es echt zum Haareraufen gewesen, als Erik Betzold bei knapp 2:30 Minuten Restspielzeit völlig unnötig auf die Strafbank musste. „Ich muss mit ihm darüber sprechen. Er ist so ein erfahrener Spieler. Dem darf dieser Mist nicht passieren, damit bringt er eine ganze Saison in Gefahr“, sagte Wolf mächtig angesäuert wegen dessen Stockcheck-Aktion.

Anscheinend war das aber noch mal ein Weckruf für seine restlichen Spieler, die genau jetzt in Unterzahl das zu kippen drohende Spiel mit dem Outzen-Treffer an sich zogen und anschließend den Ausgleich nicht mehr zuließen. „Es hat alles fahrig, behäbig, gemütlich begonnen. Ich hatte nicht den Eindruck, dass da jeder wusste, es wird hier ein Halbfinale gespielt.“ Insgesamt fand Wolf, dass es ein hartes Stück Arbeit bis zum Heimsieg war.

Mannheimer mit dem besseren Start ins erste Spiel

Die Gäste aus der Quadratestadt hatten eigentlich den besseren Start ins Spiel. Nicolas Bastian und Oliver Zbaranski hatten gute Führungsmöglichkeiten auf dem Schläger, die sie vergaben. Stattdessen fiel, wie aus dem Nichts, der Führungstreffer durch Nic Herringer (7.). Stephen Brüstle legte noch eins drauf und baute das Ergebnis aus (8.). „Das war spitze“, brüllten die „Hornissen“-Fans angesichts der überraschenden, höchst effektiven Chancenverwertung. Mit dem ersten Powerplay, Cosmo Chilf war auf der Strafbank (11.), kamen die „Mad Dogs“ zum Anschluss durch den insgesamt dreifachen Torschützen Carson Miller (12.). EHC-Coach Wolf tippelte da bereits mit den Füßen auf seinem Hochstand herum und trichterte seinen Jungs immer wieder lautstark ein: „Aufwachen jetzt, mehr Tempo, genauer spielen.“

Denn das war genau das, was den „Hornissen“ lange abging. Das EKU-Team glich im Mitteldrittel verdient durch Wunder aus (26.). Das Schlussdrittel war dann ein Wechselbad der Gefühle: Ein kurzer „Hornets“-Jubel nach dem neuerlichen Führungstreffer (46., Simon Klemmer), denn Mannheim glich postwendend wieder aus. Marco Trenholm (49.) legte noch mal vor, wiederum Miller (51.) stellte den 4:4-Ausgleich her. Es folgten neun nervenzerreißende Schlussminuten – inklusive Betzolds Strafzeit und Outzens erlösendem Siegtreffer.

„Hornets“-Niederlage in Mannheim am Sonntag

Der US-Amerikaner war es auch, der die „Hornissen“ am Sonntag in der Halle Süd der SAP-Arena kurz vor der Drittelpause in Führung brachte. Da segelten das EHC-Team schon auf Finalkurs. Doch die „Mad Dogs“ schlugen auch hier wieder zurück: Artem Klein (25.) und kurz darauf Oliver Zbaranski (27.) drehten das Match. Wie schon am Freitag gab es erneut eine mega-spannende Schlussphase: Outzen (53.) egalisierte zum 2:2. Jetzt hatten aber die Mannheimer das bessere Ende für sich. Tobias Späth (56.) und Nicolas Bastian (57.) erhöhten auf 4:2. EHC-Coach Wolf nahm daraufhin Goalie Michael Seitz vom Eis, was Levi Wunder in der Schlussminute noch zu einem Empty-Net-Tor zum 5:2-Endstand nutzte. Kommenden Sonntag (19 Uhr, Zweibrücker Ice-Arena) steigt das entscheidende Spiel dieser Halbfinal-Serie („Best oft three“).

So spielten sie

EHC Zweibrücken - EKU Mannheim 5:4

EHC Zweibrücken: Lust, Seitz (n.e.) - Brüstle, Kremer; Göth, Genest-Schön; Dide, Dörr - Outzen, Trenholm; Klemmer, Betzold, Herringer; Kirschenbauer, Kopp, Bihn; Chilf

EKU Mannheim - EHC Zweibrücken 5:2

EHC Zweibrücken: Seitz, Lust (n.e.).- Brüstle, Kremer; Göth, Genest-Schön; Weis, Chilf - Dide, Dörr - Kirschenbauer, Outzen, Trenholm; Klemmer, Betzold, Herringer; Schwebius, Kopp, Bihn.

x