Eishockey
Zweibrücker „Hornets“: Entscheidendes drittes Halbfinale am Sonntag gegen Mannheim
Finalserie oder Saisonende? Am Sonntagabend (19 Uhr, Ice-Arena Zweibrücken) entscheidet sich, ob die Eishockey-Spielzeit 2024/25 für den EHC Zweibrücken Mitte März vorbei ist oder noch bis Anfang April verlängert wird. Im dritten, entscheidenden Halbfinale gegen die EKU „Mad Dogs“ Mannheim zählt für die „Hornets“ nur ein Sieg.
Dabei hoffen die EHC-Verantwortlichen auf die Rückkehr ihres Torhüters Viktor Lust. Lust, der eine starke Runde spielt, fehlte bei der 2:5-Niederlage am vergangenen Sonntag in Mannheim krankheitsbedingt. „Ich hoffe, ich bin bis Sonntag fit. Ich tue jedenfalls alles dafür“, gibt der 24-Jährige Mitte der Woche eine Wasserstandsmeldung ab. Der aus Sinsheim stammende Goalie spielt mittlerweile seine vierte Saison in der Westpfalz. Zuerst zwei Jahre im „Job-Sharing“ mit dem damals noch aktiven Steven Teucke, seit der vergangenen Saison als unumstrittene Nummer eins.
Inzwischen unbestrittene Nummer eins im EHC-Tor
„Erstmals auf dem Eis war ich mit etwa drei Jahren in Wiesloch“, erinnert er sich. Dann ging es in die Jugend nach Eppelheim, danach lockte der „große“ Verein in der Region, der Mannheimer ERC. Per Förderlizenz spielte er auch einige Spiele für Eppelheim in der Senioren-Regionalliga, ehe er nach Zweibrücken wechselte. „Kurz davor musste ich wegen Hüftproblemen länger pausieren“, blickt er auf Probleme zurück, die viele Eishockey-Torhüter plagen. Danach kam dann die Anfrage aus Zweibrücken, daraus wurde sowohl für den Verein als auch den Spieler ein Win-win-Situation. Lust entwickelte sich immer besser und ist seit Jahren ein verlässlicher Rückhalt im Zweibrücker Spiel sowie einer der stärksten Torhüter in der jetzigen Baden-Württemberg-Liga.
Inzwischen arbeitet er nach seinem dualen Studium bereits mehrere Jahre als Versuchsingenieur bei der APL GmbH in Landau, einem Entwicklungsdienstleister vor allem für die Automobilindustrie. Zu Training und Spiel kommt er meist in einer Fahrgemeinschaft mit Maximilian Dörr (aus Ketsch) und Marco Trenholm (bei Baden-Baden), die Lust dann in Landau einsammeln.
Laut Lust hat Mannheim jetzt mehr Tiefe im Kader
Was ist seine Erklärung für die doch sehr durchwachsene Saison seiner Mannschaft? „Erstmal hatten wir schon eine Fluktuation mit Abgängen und Neuzugängen. Da braucht es immer ein wenig, um reinzukommen.“ Aber auch etwas anderes machte er aus: „Der Modus in dieser Spielzeit war wirklich komisch. Wir hatten Spiele wie gegen Hügelsheim 1b und Balingen. Das hat eigentlich keinen Spaß gemacht“, erinnert er sich an Ergebnisse von 27:2, 22:0 und 21:1. „Und dazwischen dann Spiele, wo es richtig knapp wurde. Da ist es schwierig, im Fokus zu bleiben“, findet er. So gaben die „Hornets“ auch Spiele gegen vermeintlich schwächere Gegner wie Bietigheim und Pforzheim ab, siegten aber beispielsweise zweimal gegen den amtierenden Meister aus Heilbronn.
Aber das alles zählt nun ohnehin nicht mehr: „Jetzt gilt’s. Wir alle haben richtig Lust auf die Play-offs und sind hoffentlich noch lange dabei.“ Gegen den aktuellen Gegner aus Mannheim spielte sein Team diese Saison bereits viermal. Zwei Siegen stehen zwei Niederlagen gegenüber, eine ausgeglichene Bilanz. „Die Mannheimer spielen in ähnlicher Formation schon länger zusammen. Die haben über Jahre mittlerweile was aufgebaut“, sagt der EHC-Torhüter. „Und nun haben sie noch richtig starke Kontingentspieler dazugeholt. Das war noch etwas, was ihnen im Kader fehlte für die Tiefe.“ Er meint in erster Linie Spieler wie Levi Wunder und Carson Miller. Diese beide erzielten beispielsweise alle vier Tore im ersten Halbfinalspiel in Zweibrücken.
Lust: Kleinere Eisfläche ein Vorteil die „Hornets“
„Die ersten beiden Spiele hat die Mannschaft gewonnen, die weniger Fehler gemacht hat“, blickt Lust auf die zwei Halbfinals zurück. Im ersten Match vergangenen Freitag siegte der EHC knapp 5:4, Lust vereitelte in der letzten Minute durch zwei starke Saves noch die mögliche Verlängerung. Am Sonntag schlug Mannheim auf eigenem Eis mit dem 5:2 zurück. „Wobei das Ergebnis zu hoch war. Das Spiel war bis zum Schluss offen“ , erklärt Lust.
Wie knackt man die „verrückten Hunde“? „Unser Fokus muss am Sonntag darauf liegen, in der Defensive die Lücken besser zu schließen, und auf der anderen Seite das Tempo im Spiel hochzuhalten.“ Die kleinere Spielfläche in Zweibrücken im Vergleich zu Mannheim sollte laut Lust ein Vorteil für den Gastgeber sein.