Der Sepp vom Hallplatz
Zweibrückens Militärflächen: Zufriedenheit „do owwe“
„Dess kann aa e Meechlichkeed fa uns sinn, aus dem Abzuch vun de Amis ebbes Guudes fa die Schdadt ze mache. Es werre doch jedzd zeh Brozend fun de Schdadtfläche frei. Do gebbds Bladz fa neie Firme mid neie Aweidsbledz!“ Gerade hatte Oberbürgermeister von Blon erfahren, dass der Flugplatz und die Weiße Kaserne frei werden und Theo Waigel, der damalige Finanzminister, eingeschaltet ist.
Der heutige OB bedauert, wie in der RHEINPFALZ zu lesen war, „dass es nur vielversprechende und hochtrabende Pläne“ für die Weiße Kaserne seit 1996 gegeben habe. Dagegen kann Marold Wosnitza zufrieden sein mit der Arbeitsamts-Statistik für den Flugplatz. Natürlich wurden auch „do owwe“ nicht alle Pläne die es gab, umgesetzt – etwa das „UFO-X“, das noch vor dem Outlet errichtet werden sollte, aber nur in der Plankammer abhob. Auch vom Interactive-Park, der neue Waren und Ideen auf den Markt bringen sollte, wurde Abschied genommen. Und verabschiedet hatte man sich da schon längst von Camar Finance, dem geplanten Partner aus Frankreich.
Wer braucht ein Gefängnis, ein Kino oder ein Casino?
Die gute Stimmung, etwas Neues für Zweibrücken zu machen, die blieb aber immer. Auf dem Flugplatz-Gelände, das die Aircity vertraglich versprochen hatte zu vermarkten waren auch Besonderheiten: Zwei frühere Kirchen, das ehemalige Kino der kanadischen Garnison, das frühere Offiziers-Casino der Amerikaner, der Kindergarten, Hallen, die Schule und ähnliches. Auch ein kleines „Gefängnis“ mit stabilen Stahltüren. Aber wer braucht ein Gefängnis, ein Kino oder ein Casino?
Die Kirchen wurden von Glaubensgemeinschaften übernommen, aus der Schule wurde ein Multimedia-Internet-Park mit einer Vielzahl von Firmen. Das Kino baute Eckart Carbon zu einem heute bekannten Kletterzentrum um.
Nicht entmutigt durch Flughafen-Aus
Die gute Zusammenarbeit zwischen Landrat Duppré und den Oberbürgermeistern von Zweibrücken hatte bei dem Outlet-Vorhaben zum Erfolg geführt. Auch wenn es dabei Abstriche zu dem zunächst geplanten Vorhaben gab. Der Flugverkehr startete nur schwer, und als er „in die Gänge“ kam, gab es heftige Proteste der saarländischen Nachbarn und eine offenbar nur halbherzige Unterstützung der Mainzer Behörden. Das endgültige Aus folgte. Man ließ sich nicht entmutigen, ergriff neue Möglichkeiten, und wo früher die Deutsche Vermögens-Beratungsgesellschaft ihre Mitarbeiter schulte, kann heute gefeiert werden – ganz privat.
Zurück zur Weißen Kaserne: Das schmucke Kommandeursgebäude, wo man nach dem Krieg noch das blau-weiß-rote Wachhäuschen der Franzosen sehen konnte, ist schon renoviert und vermietet. Aber drumherum stehen Gebäude mit großen Mannschaftssälen. Manchmal hat auch der Gesetzgeber andere Vorstellungen. Da wird es schwierig werden, in den Kasernen günstige Wohnungen einzubauen.