Zweibrücken
Zweibrücken: SV64 tritt am Samstag in Dansenberg an
Heimspielatmosphäre im Dansenberger Hexenkessel? Das ist eine der Fragen, die am Samstag beantwortet werden, wenn der ungeschlagene Tabellenführer der Handball-Oberliga, der SV 64 Zweibrücken, beim Aufsteiger TuS Dansenberg II gastiert (Anwurf: 19 Uhr, Sporthalle Dansenberg).
„Ich rechne mit einigen Zweibrücker Fans in Dansenberg“, erwartet SV64-Trainer Stefan Bullacher. Aus mehreren Gründen: Zum einen haben Duelle zwischen Dansenberg und Zweibrücker Vereinen eine lange Tradition und einen gewissen Derby-Charakter. Sie ziehen regelmäßig ein größeres Publikumsinteresse auf sich. „Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass wir jetzt gegen die zweite Dansenberger Mannschaft spielen“, sagt Bullacher. Im Gegenteil: Dansenberg II ist ein Team mit vielen Spielern, die aus der Dansenberger Jugend kommen, sowie mit einigen Ur-Dansenbergern im Kader.
Dazu kommt, dass der SV jetzt sein drittes Spiel in dieser Runde bestreitet und zum dritten Mal auswärts antreten muss. Erstmals aber heimatnah, sodass für viele Fans die Möglichkeit besteht, ohne größeren Fahraufwand ihre Handballer anzufeuern.
Und dann gibt es bei einzelnen Spielern noch etliche persönliche Gründe, die diese Partie zu einem besonderen Spiel machen. Zweibrückens Spielmacher Marc-Robin Eisel spielte vergangene Saison noch in Dansenberg, wenn auch in der ersten Mannschaft in der Dritten Liga. Dansenbergs zweiter Torhüter Simon Egelhof trug einige Jahre das Trikot des SV 64 Zweibücken II in der Saarlandliga. Und Zweibrückens junger Spieler Felix Dettinger, der seine erste Oberligarunde bestreitet, trifft auf Bruder Max, der in Dansenberg spielt. Zudem war Dansenbergs Frederik Bohm bis zur B-Jugend Teil des SV 64 Zweibrücken.
„Dansenberg II ist kein typischer Aufsteiger“, warnt Stefan Bullacher. Die Mannschaft bringt viel Qualität mit, ist zusammengewachsen. Und sie hat mit Markus Seitz einen herausragenden Oberligatorwart. „Das hat man in den ersten beiden Spielen schon gesehen. Beim Auftaktsieg gegen Worms hat Markus im zweiten Durchgang sehr stark gehalten, das hat Dansenberg Selbstvertrauen gegeben und sie konnten das Spiel drehen“, analysiert Bullacher. Bei der Niederlage in Budenheim, „haben sie das Spiel so lange offen gehalten, bis Markus verletzungsbedingt raus musste“, so der SV-Trainer.
Auch wenn man viele Dinge voneinander weiß, die Vorbereitung auf den Gegner sei schwierig. „In den bisherigen beiden Partien haben sie gegen defensive Deckungsreihen gespielt. Wir decken bekanntlich offensiv. Videomaterial, in dem zu sehen ist, wie sie gegen offensive Deckungen spielen, gibt es also noch nicht“, erläutert der Zweibrücker Coach. Und dann bestehe ja noch die Möglichkeit, dass sich der TuS gegen den SV64 mit jungen Spielern aus der ersten Mannschaft verstärke. Die sind in der Dritten Liga erst am Sonntag gefordert. Spieler, die jünger als 23 Jahre sind, können bekanntlich ohne Probleme zwischen Mannschaften hin- und herwechseln. „Das ist zulässig, das ist in Ordnung, damit müssen wir rechnen, aber es macht die Vorbereitung schwierig“, sagt Bullacher.
Seine Mannschaft müsse, wie zuletzt in Saulheim, mit viel Selbstvertrauen auf den Platz gehen, wieder als Mannschaft auftreten. „Wenn uns das gelingt, tragen wir die Favoritenrolle in diesem Spiel zurecht“, erklärt der Trainer.