Zweibrücken
Zweibrücken: Senioren möchten Alexa nicht missen

Alexa ist eine Mischung aus Telefon, Radio und Fernsehen und ermöglicht gerade älteren, alleinstehenden Mitbürgern einen Kontakt zur Außenwelt. Auch einige Senioren in Ixheim profitieren auf Anregung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) von Alexa (wir berichteten am 16. Mai 2019).
DRK-Geschäftsführer Mario Sauder zog auf Anfrage eine positive Bilanz des Projekts „Ixem deheem“. Allerdings könnten noch mehr Senioren mitmachen. Doch häufig sind die Angehörigen dagegen. Insgesamt acht Teilnehmer haben Sauder zufolge den Audio-Sprachassistenten Alexa nun schon seit längerer Zeit. Wie oft und wofür sie das Gerät benutzen, wird wissenschaftlich begleitet. Alexa ist ein Gemeinschaftsprojekt von DRK, Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz und Fraunhofer-Institut.
Senioren nutzen Alexa-Skills zwischen 48- und 2800-mal
Sauder: „Diejenigen, die sich dafür entschieden haben und daran teilnehmen, machen sehr positive Erfahrungen. Sie möchten das Gerät nicht missen.“ Eine Person habe 2800-mal, eine andere jedoch nur 48-mal Alexa-Skills benutzt. Je länger die Teilnehmer das Gerät haben, so Sauder, desto mehr Ideen hätten sie, wie sie es nutzen können. Sie beschäftigten sich mit dem Gerät und fingen an, eigenständig damit umzugehen, habe das Fraunhofer Institut beobachtet. Viele riefen sich gegenseitig über das Gerät an und verabredeten sich. „Wir können ein positives Fazit ziehen. Der Vereinsamung wird auf jeden Fall entgegengewirkt, das war unser Ziel“, resümiert Sauder.
Projekt auf 15 Personen ausgelegt – nur acht nehmen teil
Allerdings mangele es an Teilnehmern, bedauert Sauder. Für 15 Personen sei das Projekt ausgelegt, nur acht nähmen derzeit teil. Selbst mit einer Flugblatt-Aktion bei 4000 Leuten habe man nur eine einzige Person gewinnen können. Grund sei, „dass häufig die Angehörigen bremsen“, Alexa nicht trauten. „Die Angehörigen sind skeptisch. Sie wollen Alexa den Senioren ausreden“, stellt Sauder fest. Dabei sei die ganze Aktion kostenlos. Und selbst wenn jemand keinen Internet-Zugang habe, würde das DRK einen Zugang legen lassen und die Kosten übernehmen, sagt Sauder.
Angedacht sei Alexa für ältere Menschen, für die „dritte und vierte Generation.“ Teilnehmer sollten in den Breitwiesen wohnen. Dort hat das Rote Kreuz sein Quartiersmanagement – daher der Name „Ixem deheem“. Die Teilnehmer werden angeleitet und unterstützt und können sich jederzeit abmelden. Der Feld-Versuch mit dem Audio-Sprachassistenten läuft Sauder zufolge über zwei Jahre. Danach dürfen die Teilnehmer das Gerät behalten.
INFO
Wer an dem Projekt teilnehmen möchte, kann sich beim DRK an Leona Kaufmann wenden, Telefon 06332/971-360, oder an Stefan Mayer, Telefon 06332/971-334.