Zweibrücken Zweibrücken möchte Krankenschwestern für Schulen anstellen

 In Pirmasens gibt es Schulgesundheitsfachkräfte an zwei Grundschulen. Das Foto vom Januar zeigt Judith Meigel an der Robert-Sch
In Pirmasens gibt es Schulgesundheitsfachkräfte an zwei Grundschulen. Das Foto vom Januar zeigt Judith Meigel an der Robert-Schuman-Grundschule.

An Zweibrücker Schulen sollen sogenannte Schulgesundheitsfachkräfte arbeiten. Sie sollen weit mehr tun als nur da sein, wenn sich ein Kind verletzt oder plötzlich krank wird.

Die Schulgesundheitsfachkräfte sind laut der Kinderärztin Julia Igel, die für die Grünen im Zweibrücker Stadtrat sitzt, Kinderkrankenschwestern oder -pflegerinnen mit Berufserfahrung. Sie sollen während der Schulzeit im Schulgebäude arbeiten. Dabei gehe es nicht nur darum, schnell Verletzungen zu versorgen. Die Fachkräfte seien auch Vertrauenspersonen für die Kinder wie für die Eltern und Lehrkräfte, könnten bei der Früherkennung helfen – auch bei häuslicher Gewalt –, und sie begleiteten chronisch kranke Kinder.

Julia Igel erzählte von Nina, einem zwölfjährigen Mädchen mit der schweren Hautkrankheit „Schmetterlingskrankheit“. Vor der Einstellung einer Schulgesundheitsfachkraft blieb sie zwei Jahre lang zuhause und verlor den Kontakt zur Klassengemeinschaft. Als eine Fachkraft an ihre Schule kam, habe sich die Situation grundlegend verändert. Das Mädchen gehe nun fast täglich zur Schule. Ihre Wunden würden fachgerecht versorgt, und sie bekomme ihre Medikamente. Die Grünen stellten den Antrag, auch in Zweibrücken solche Schulgesundheitsfachkräfte anzustellen, vor allem an den Grundschulen, später auch an weiterführenden Schulen. An der Berufsbildenden Schule gebe es bereits eine solche Kraft.

Laut Julia Igel kostet eine Stelle 50.000 bis 70.000 Euro im Jahr. Das Land übernehme die Kosten komplett. Zudem mache sich das Programm bezahlt, weil es Folgeschäden verhindere, beispielsweise bei Diabetikern oder bei psychischen Erkrankungen. Die Schuldezernentin Christina Rauch begrüßte den Vorschlag und sagte, die Stadt habe bereits Möglichkeiten ausgelotet, die Idee umzusetzen. Der Stadtrat stimmte dem Plan grundsätzlich zu. In Rheinland-Pfalz läuft das Modellprojekt seit 2023. Es gibt 31 Schulgesundheitsfachkräfte an Grundschulen, darunter an zweien in Pirmasens.

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