Hallenfußball
Zweibrücken: Jugendspieler verletzt – So reagiert die Stadt
Das hatte es so auch noch nie gegeben: Gleich zwei Turniere um die Hallenkreismeisterschaften Pirmasens/Zweibrücken der Jugend in dieser Winterpause mussten abgebrochen werden, beide Male nach schweren Verletzungen von Spielern. Erst das Turnier der A-Junioren am 11. Januar in Hauenstein, dann das der C-Jugend am Samstag, 26. Januar, in der Zweibrücker Ignaz-Roth-Halle.
„Soweit ich mich erinnern kann, ist so etwas bei den Hallenkreismeisterschaften noch nie passiert. Und jetzt gleich zweimal hintereinander. Unfassbar!“, hatte nach dem zweiten Fall in Zweibrücken der sichtlich konsternierte Staffelleiter Marc-Kevin Schaf gesagt. In der Hauensteiner Wasgauhalle hatte sich ein Spieler des FK Pirmasens bei einem Sturz den Arm gebrochen, er wurde sogar mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert.
Spieler verletzt sich, Turnier ist danach beendet
In Zweibrücken rutschte der Ixheimer U15-Kicker Lenan Hajdarovic nach einem Zweikampf in den Metallunterbau der ausfahrbaren Tribüne in der Ignaz-Roth-Halle und verletzte sich am rechten Knie. Beide Male waren sich alle Trainer und die Teams einig, dass das Turnier lieber beendet als weitergespielt werden sollte.
Was war in Zweibrücken genau passiert? Im viertletzten Turnierspiel zwischen dem favorisierten FK Pirmasens und dem SV Ixheim lief SVI-Stürmer Lenan Hajdarovic auf der rechten Seite auf das FKP-Tor zu und wurde vom herauslaufenden Pirmasenser Keeper mit einem Check vom Ball getrennt. Laut Ixheims U15-Trainerin Alexandra Papke hatte Hajdarovic dabei mit dem Rücken zum Tor, mit dem Gesicht zum Publikum gestanden. „Er fliegt dann ganz unglücklich nach vorne weg und rutscht voll mit beiden Füßen und Knien unter die erste Reihe der Zuschauersitze, in den Metallunterbau, knallt am Schluss mit dem Hals noch an die gelben Sitze“, berichtet Papke, wie ihr die dort sitzenden Zuschauer den Vorgang geschildert hatten. Sie selbst saß etwas weiter weg bei ihrem Team auf der Bank. Laut SVI-Trainerin sah der FKP-Torwart zwar die Gelbe Karte für die Aktion, es war ihrer Ansicht nach aber ein normaler Zweikampf, wie er gerade in der C-Jugend zwischen körperlich durchaus unterschiedlich weit entwickelten Spielern immer wieder vorkommt. „Es war eine Verstrickung unglücklicher Zufälle. Da ist einfach alles zusammengekommen“, fand sie.
Glück im Unglück: Keine schlimme Verletzung
Lenan Hajdarovic stand danach mit schmerzverzerrtem Gesicht auf, ging noch ein paar Schritte „und ist mir dann in die Arme gefallen“, so Papke. Beim Zusammenstoß mit der Sitzschale hatte sich der junge Kicker eine Schramme am Hals zugezogen, nach dem Hineinkrachen ins Metall war am rechten Knie auf rund zehn Quadratzentimetern die Haut komplett weg. „Es hat aber Gott sei Dank gar nicht geblutet“, sagte Papke. Notarzt und Sanitäter waren schon wenige Minuten später am Ort, erstversorgten Hajdarovic und brachten ihn mit dem Rettungswagen zur Untersuchung ins Krankenhaus. Das große Glück im Unglück: Außer der äußerlichen Wunde hatte der junge Spieler keine weitere Verletzung davongetragen. „Die Kniescheibe, das Kreuzband, die Patellasehne – alles war intakt“, erzählte Papke mit einem Aufseufzer.
Der Vorfall ließ Ixheims U15-Trainerin im Nachgang dennoch keine Ruhe. Sie meldete sich beim städtischen Sportamt und fragte mit der Idee an, ob sich nicht vielleicht baulicherseits an der Unterkonstruktion der Tribüne etwas verändern ließe, damit so ein Unfall wie mit Hajdarovic nicht mehr vorkommen kann. Ansonsten müsste sich der Verein vielleicht überlegen, ob er mit Kickern von den C-Junioren an aufwärts in dieser Halle noch mal zu Turnieren antrete.
Stadt nimmt Trainer-Anregung auf
Bei der Stadt wurde Papkes Anregung dankend aufgenommen. Eine Nachfrage dieser Zeitung ergab zwar, dass es einen ähnlichen Vorfall noch nie gegeben hat. Und in der Ignaz-Roth-Halle wurde zwischenzeitlich ja auch Drittliga-Handball gespielt. Christine Brunner von der städtischen Pressestelle teilte mit, dass die gesetzliche Unfallversicherung bei einer Tribüne ohne Bande (so wie in der Ignaz-Roth-Halle) einen Mindestabstand von einem Meter zum Spielfeldrand vorschreibe. In der 1988 erbauten Halle betrage der Abstand sogar 2,50 Meter, also 1,50 Meter mehr. So wurde sie damals auch geprüft und abgenommen.
Nichtsdestotrotz, so Brunner, „steht die Sicherheit der Sportlerinnen und Sportler bei uns an erster Stelle“. Daher wurde das Bauamt beauftragt, die Öffnungen unterhalb der ersten Sitzreihe (zwischen der Unterkante der Sitzschalen und dem Turnhallenboden) vollständig zu verschließen. Im Prinzip wie bei einer Sockelblende am Fuß einer Küchenzeile. Dazu wurde ein ortsansässiger Schreiner beauftragt. Die Verbesserung soll zum Start der Hallenfußball-Saison 2025/26 umgesetzt sein.
Kurzfristig hat das Sportamt das Endrunden-Turnier der E-Junioren am Sonntag, 16. Februar, in die Westpfalzhalle verlegt. Eine Verlegung des Wettbewerbs der älteren D-Junioren tags zuvor in eine andere Halle oder auf einen anderen Termin (22./23. Februar) war aber nicht möglich, wegen anderweitiger Belegung. Alexandra Papke sieht das allerdings nicht als Problem: Bei den Jüngeren werde ja längst nicht so körperlich gespielt wie bei den älteren Jahrgängen.
Jugend-Endrunde: Noch zwei Hallentitel im Fußballkreis werden am Wochenende vergeben
Wie heißt der kommende D-Junioren-Futsalmeister des Fußballkreises Pirmasens/Zweibrücken? Wird es einer von vier qualifizierten Landesligisten oder der in der Freiluftrunde noch unbesiegte Kreisliga-Tabellenführer FK Petersberg? Oder verteidigt Top-Favorit FK Pirmasens seinen Titel? Die Antwort darauf liefert die Endrunde am Samstag in der Zweibrücker Ignaz-Roth-Halle (Beginn: 10 Uhr).
Die U13 des FKP spielt als einziges Team in der Verbandsliga, der höchsten D-Junioren-Klasse. Der FKP II, die JSG Heltersberg/Geiselberg, der TuS/DJK Pirmasens und der SV Hermersberg sind die vier Vertreter der Landesliga. Die Spieldauer beträgt zehn Minuten. Die Halbfinalspiele starten um 16 Uhr, das Finale ist für 16.40 Uhr vorgesehen.
Gruppe A: JSG Lemberg/Winzeln, JSG Heltersberg/Geiselberg, FK Pirmasens, TuS/DJK Pirmasens, SV Ixheim, JSG Thaleischweiler-Fröschen
Gruppe B: JSG Lemberg/Ruppertsweiler, FK Pirmasens II, JSG Hauenstein/Lug, JSG Wiesbach/Sickinger Höhe, JSG Petersberg, FC Fehrbach.
Der letzte Futsal-Meister des Jahres im Fußballkreis Pirmasens/Zweibrücken wird am Sonntag ab 10 Uhr bei den E-Junioren in der Zweibrücker Westpfalzhalle gekürt. Die Spielzeit in der Finalrunde, die 16 Teams in vier Vorrundengruppen beginnen, beträgt neun Minuten. Titelverteidiger ist der FK Pirmasens, der im Vorjahr den SV Ixheim im Endspiel mit 3:1 nach Sechsmeterschießen bezwang. Die Viertelfinals starten um 14.20 Uhr, die Halbfinals um 15 Uhr. Das Endspiel soll um 15.40 Uhr angepfiffen werden.
Gruppe 1: JSG Lemberg/Winzeln, SG SVN Zweibrücken/SV Battweiler, JSG Höheinöd/Thaleischweiler, FV Münchweiler
Gruppe 2: SG Heltersberg/Geiselberg, SV Hornbach, FC Fehrbach, FC Rodalben
Gruppe 3: JSG Hinterweidenthal, SV Palatia Contwig, FK Pirmasens, SV Hermersberg
Gruppe 4: JSG Lemberg/Ruppertsweiler, SG Grenzland, FK Pirmasens II, JSG Leimen/Merzalben.
