Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücken ist das neue Zentrum der Pfälzer Notare

Markus Stuppi (links) aus Landstuhl ist Präsident der Notarkammer Pfalz. Rechts Geschäftsführer Daniel Schneider, der das Kammer
Markus Stuppi (links) aus Landstuhl ist Präsident der Notarkammer Pfalz. Rechts Geschäftsführer Daniel Schneider, der das Kammerbüro in Zweibrücken leitet.

Mitte Februar hat die Notarkammer der Pfalz ihre Geschäftsstelle von Kandel nach Zweibrücken verlegt. An der Spitze der Kammer steht ein Notar aus Landstuhl: Dessen Tochter hat sich in der Region als erfolgreiche Sportlerin einen Namen gemacht.

Markus Stuppi ist Präsident der Notarkammer Pfalz. Dass deren Zentrale die Stadt Kandel nun verlassen hat, ist auf eine erprobte Praxis bei der Behörde zurückzuführen. „Unsere Geschäftsstelle zieht immer dorthin um, wo der Präsident sitzt“, berichtet Stuppi, dessen eigene Notarkanzlei in Landstuhl ansässig ist. Aber hätte dann nicht auch die Kammer in jenes westpfälzische Städtchen umziehen müssen? „Es war mir wichtig, dass wir uns jetzt in direkter Nachbarschaft zum Oberlandesgericht angesiedelt haben“, erklärt Stuppi seine Entscheidung für den Standort Zweibrücken. Am Zweibrücker Schlossplatz hat die Notarkammer ein Büro am früheren Sitz der Wohnungsbaugesellschaft Gewobau bezogen.

Die Kammerversammlung, also die Gesamtheit aller Notare in der Pfalz, hat Stuppi für vier Jahre zu ihrem Präsidenten gewählt. Robert Kiefer, sein Vorgänger in diesem Amt, ist weiterhin Notar in Kandel. „Und dessen Vorgänger hatte wiederum seine Kanzlei in Germersheim – dementsprechend saß damals auch die Geschäftsstelle der Notarkammer dort.“

Urkunden werden für immer aufgehoben

Zwei- bis dreimal die Woche fährt Markus Stuppi aus seinem Landstuhler Büro jetzt nach Zweibrücken ins Kammerbüro: Dort hält Daniel Schneider als Geschäftsführer durchgehend die Stellung. Derzeit zwar noch kommissarisch. Doch dass dem Spirkelbacher sein Amt als Geschäftsführer bei der nächsten Kammerversammlung im Mai offiziell und endgültig übertragen wird, bezweifelt Markus Stuppi nicht. Zurzeit ist der 32-jährige Daniel Schneider noch Assessor, also Notar-Anwärter. Sein zweites Staatsexamen hat der Bürochef aber schon in der Tasche.

Komplettiert wird die kleine Geschäftsstelle am Zweibrücker Schlossplatz durch die Sekretärin Carola Mäurer aus Frankenthal. „Sie hat als langjährige Kammerangestellte schon mehrere Umzüge mitgemacht“, weiß Präsident Stuppi.

Tochter Charlotte ist versierte Reitsportlerin

Zwar betreibt der 51-Jährige seine eigene Kanzlei in Landstuhl. In der Südwestpfalz hat der Präsident aber längst privat Wurzeln geschlagen: Seine Ehefrau ist Zweibrückerin, und Tochter Charlotte Stuppi hat es als versierte Reitsportlerin für Käshofen schon zu einigen Ehren gebracht.

Ein Besprechungszimmer, zwei Sekretariate und einige wenige Nebenräume – und das ist auch schon alles im neuen Zweibrücker Domizil: „Wir sind eine überschaubare, kleine Kammer“, fasst Geschäftsführer Daniel Schneider zusammen. Doch das begrenzte Raumangebot sei völlig ausreichend, denn Publikumsverkehr verzeichnet die Geschäftsstelle eher selten. „Gegenüber den Bürgern nehmen wir keine notariellen Aufgaben wahr“, erklärt Schneider. „Mitunter rufen Leute an, die wissen möchten, welche Notare bei ihnen vor Ort für sie ansprechbar sind.“ Dann erteilt die Geschäftsstelle die gewünschten Auskünfte, „aber aus wettbewerbsrechtlichen Gründen dürfen wir keinen bestimmten Notar nennen“. Denn heutzutage habe jeder für seine Rechtsgeschäfte freie Notarwahl. Die Kammer ist auch bei der Suche nach dem passenden regionalen Notar behilflich, wenn er etwa einer bestimmten Fremdsprache mächtig sein soll oder sich besonders gut mit dem Recht im nahen Nachbarland Frankreich auskennt. „Das passiert aber alles meist am Telefon oder per E-Mail; Besuch bekommen wir in der Kammer kaum“, sagt der Geschäftsführer.

Urkunden werden für immer aufgehoben

Aber auch diese Regel kennt Ausnahmen. „Zum Beispiel kommt es vor, dass ein Bürger etwa vor 20 Jahren einen Vertrag bei einem Notar hinterlegt hat. Und der ist heute nicht mehr im Amt oder schon verstorben. Wir finden dann heraus, wo die wichtige alte Urkunde heute verwahrt wird“, erläutert Markus Stuppi: „Denn solche Dokumente werden für alle Zeiten aufgehoben. Darauf kann man sich verlassen.“

Regelmäßig gibt die Notarkammer Pressemitteilungen zu aktuellen Fragen heraus, etwa rund ums Erbrecht oder zum Thema Vorsorgevollmacht. „Und auf der Internet-Homepage notar.de Informieren wir über unsere Tätigkeit – und auch darüber, welche Aufgaben ein Notar in Deutschland überhaupt hat.“ Auf dieser Webseite, die von der Bundesnotarkammer betrieben wird, ist zudem eine Liste mit sämtlichen Notaren hinterlegt, die in Rheinland-Pfalz ansässig sind.

Enge Kontakte nach Bayern

Regionale Nachbarn der neuerdings nun in Zweibrücken ansässigen Behörde sind die beiden Notarkammern Saarland (mit Sitz in Homburg) und Koblenz, die für den nördlichen Teil von Rheinland-Pfalz zuständig ist. „Die Koblenzer Kammer“, so berichtet Markus Stuppi, „umfasst etwa doppelt so viele Notare wie wir mit unseren 53 Kollegen und zehn Assessoren, die in Ausbildung sind“.

Traditionell pflegt die Notarkammer Pfalz enge Verbindungen mit ihrem bayerischen Pendant. „Das hängt noch mit der einstigen königlich-bayerischen Hoheit über die Pfalz zusammen“, erklärt Stuppi. Die Partnerschaft der Pfälzer mit ihren Kollegen in Bayern geht so weit, dass beide Kammern ein gemeinsames Versorgungswerk für ihre Mitglieder unterhalten, die Notarkasse. „Außerdem organisieren wir gemeinsam die Ausbildung unserer Fachangestellten und Assessoren“, so der Präsident. Zur Nachbarkammer im Saarland sind die Verbindungen hingegen deutlich weniger eng: „Die sind historisch eher zum Koblenzer Nordbezirk hin orientiert und zur Rheinischen Notarkammer in Köln.“

Auf Nachfrage erläutert der Kammerpräsident, dass der Raum Zweibrücken als eigener Amtsbereich gelte, in dem zwei Notare zugelassen seien. Die drei nächstgelegenen Notar-Amtsbereiche in der pfälzischen Nachbarschaft sind Pirmasens, Landstuhl und Waldmohr.

Stichwort: Notarkammer Pfalz

Die Notarkammer Pfalz führt die Aufsicht über die 53 Notare, die in ihrem Zuständigkeitsgebiet, der Pfalz, ansässig sind. Zum Beispiel wacht sie über deren ordnungsgemäße Einhaltung der Regeln im Berufs- und Beurkundungsrecht. Alle Notare in Deutschland müssen Mitglied ihrer regionalen Kammer sein. Diese ist Ansprechpartner für Notare, Gerichte und die Bundesnotarkammer. Eng arbeitet die Kammer mit der Justiz zusammen, also mit dem Justizministerium und den Gerichten – wie jetzt in Zweibrücken mit dem Oberlandesgericht. Wie viele Notare für welche Amtsbereichen zugelassen werden, legt das Justizministerium fest. Für die Mitglieder der Notarkammer Pfalz gilt die Besonderheit, dass sie ausschließlich Notar sein dürfen. Eine gleichzeitige Betätigung als Rechtsanwalt ist laut Markus Stuppi unzulässig. Bei Bedarf beantwortet die Notarkammer Anfragen und gibt Stellungnahmen zu juristischen Themen ab. Geleitet wird sie vom Kammerpräsidenten, den die pfälzischen Notare für eine vierjährige Amtszeit aus ihrer Mitte gewählt haben. Die tägliche Arbeit im Büro wird vom Kammer-Geschäftsführer geleistet.

Kontakt

  • Notarkammer Pfalz, Schlossplatz 11a in Zweibrücken,

    Telefon 06332 9071103

mail@notarkammer-pfalz.de

www.notare-bayern-pfalz.de

www.notar.de

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