Zweibrücken Zweibrücken: Gewerkschaft setzt Terex letzte Frist
Gut 600 Mitarbeiter von Terex verliehen gestern der Forderung ihrer Gewerkschaft Nachdruck, über einen betriebsbedingte Kündigungen ausschließenden Ergänzungstarifvertrag zu verhandeln. Von der gesperrten Dinglerstraße aus schickte Ralf Cavelius von der IG Metall die Botschaft in Richtung Terex-Chefetage: „Wenn ihr jetzt nicht auf unsere Verhandlungsaufforderung eingeht, dann geht’s hier ab Montag ab.“
Der zweite Bevollmächtigte der Gewerkschaft ließ offen, was dies heißen kann. In letzter Konsequenz aber wohl: Streik. Im Beisein von Stadt-Bürgermeister Rolf Franzen und Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker verdeutlichte der Terex-Betriebsratsvorsitzende Eduard Glass noch mal, was der angekündigte Personalabbau von bis zu 500 Stellen und die tiefen Einschnitte in die Struktur des Standorts für die Region bedeuten: „Eine Katastrophe. Zumal niemand, absolut keiner, sagen kann: Mein Arbeitsplatz bei Terex ist sicher.“ Es sei bekannt, dass Terex ein neues Beratungsunternehmen beauftragt habe, weitere Einsparpotenziale auszuloten. „Das Ergebnis wird sein, dass sie herausfinden, dass irgendwo auf der Welt eine Schraube noch billiger eingekauft werden kann, ein Zulieferteil billiger produziert. Nur müssen die Kunden von Terex dann auch wissen: Wo Terex-Demag drauf steht, steckt vom Qualitätsversprechen Demag dann nichts mehr drin“, rief Gewerkschafter Cavelius und erntete zustimmenden Applaus. Am Montag, 8.30 Uhr, ist die nächste Betriebsversammlung einberufen. Eduard Glass forderte dazu auf, ein Zeichen zu setzen. Kommenden Mittwoch wird erstmals der Terex-Vorstandsvorsitzende John L. Garrison in Zweibrücken erwartet. Die IG Metall will mit Terex und dem Tarifpartner Pfalzmetall über die Anwendung des Pforzheimer Abkommens verhandeln (die RHEINPFALZ berichtete). Es ermöglicht zeitlich befristet Abweichungen vom Flächentarifvertrag, wenn Jobs gerettet werden können und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens verbessert wird. Von Terex erwartet die Gewerkschaft, dass während der Verhandlungen die angekündigte Fremdvergabe der Blechbearbeitung und damit die Schließung von Bierbach ausgesetzt wird. Der Tarifvertragspartner Pfalzmetall ließ seine Position gestern nicht erkennen. Verbandssprecher Matthias Schmitt erklärte, man dürfte sich zu etwaigen Mandaten oder gar Firmeninterna nicht äußern, da Pfalzmetall wie Anwälte der Schweigepflicht unterliege.