Zweibrücken
Zweibrücken: Desinfektionsmittel ist aus, Klopapier wird knapp
„Es ist nichts da und auch nichts in Aussicht“, meinte Sabine Sartor von der Sonnen-Apotheke in der Zweibrücker Fußgängerzone zum Thema Desinfektionsmittel und Mundschutz. Keinen Nachschub bestellt? „Doch, natürlich, aber wann der kommt, ist unklar“, macht Sartor deutlich, dass auch die Großhändler Engpässe haben. Am Samstag sei der Ansturm am größten gewesen, „da hatten wir noch vereinzelt Sagrotan-Tücher, aber die sind jetzt auch weg“. Auch medizinischer Alkohol sei inzwischen aus.
Die meisten Kunden reagierten vernünftig auf die Ausverkauft-Nachricht, einige auch ängstlich oder mit Unverständnis, so Sartor. Dabei reiche es, sich an die üblichen Empfehlungen zu halten: gründlich Hände waschen, nicht mit ungewaschenen Händen das Gesicht berühren. Kann man eigentlich auch hochprozentigen Schnaps zum Desinfizieren benutzen? „Ja, schon, aber nötig ist auch das nicht.“
In der Franken-Apotheke in Ixheim herrschte dieselbe Lage: alle Desinfektionsmittel und Mundschutz weg, wie eine Mitarbeiterin sagte. Die Nachfrage sei ungebrochen groß, doch derzeit könne man den Kunden nicht helfen. Auch hier konnte keiner sagen, wann die Nachbestellung eintrifft.
Die einen horten, die anderen gehen leer aus
Noch ein paar wenige Restflaschen Flächendesinfektionsmittel hatte am Montag die Laurentius-Apotheke in Contwig. „Der Mundschutz ist schon ewig vergriffen“, hieß es dort. Da Zweibrücken, Contwig und Umgebung vom Coronavirus (noch) nicht betroffen sind, „reagiert die Kundschaft recht verständnisvoll“, so eine Mitarbeiterin der Apotheke. Sie sah es kritisch, dass nun auf der einen Seite Mundschutz und Sterilium gehortet werde von Menschen, „die es gar nicht brauchen“, während andere, die es dringend benötigen, leer ausgehen. Sie verwies etwa auf Pflegebedürftige, deren Angehörige und Pflegekräfte. Auch habe sie mitbekommen, dass Kindertagesstätten die Eltern aufgefordert hätten, ihren Kindern Desinfektionsmittel mitzugeben. Das sei übertrieben und führe zu Mangel an den falschen Stellen.
Die Renner: Nudeln, Dosen, Allzweckreiniger
Im Wasgau-Markt in Hornbach waren am Montag sämtliche Hygieneartikel ausverkauft, auch Putzmittel wie Allzweckreiniger, wie Marktleiter Jan Frank auf Anfrage sagte. Konserven und Nudeln würden momentan sehr viel mehr als sonst gekauft, „alle länger haltbaren Waren“, so Frank. Nachschub sei bereits unterwegs. „Bis jetzt hat unsere Zentrale noch genug Vorrat.“
Auch im Cap-Markt in der Zweibrücker Hallplatz-Galerie sind die Regale nicht leer. „Wir haben gerade neue Ware bekommen, und es war alles noch lieferbar“, sagte Marktleiterin Andrea Huber am Montagmittag. Sogar eine Charge Desinfektionsmittel sei dabei gewesen. Ansonsten hat auch Huber beobachtet, dass verstärkt Nudeln und Konservendosen verkauft werden. Man könne aber alles wieder auffüllen.
Klopapier wird knapp, Verkauf von Babynahrung beschränkt
Im DM-Markt im Hilgard-Center gibt es seit Donnerstag 9 Uhr keine Desinfektionsmittel mehr, wie eine Mitarbeiterin dort sagte. Das Klopapier werde auch knapp. Bei der Babynahrung gebe es inzwischen eine Mengenbeschränkung, sie dürfe nur noch in haushaltsüblichen Mengen verkauft werden. Haushaltsreiniger sei ebenfalls sehr gefragt. „Wir haben heute Morgen eine Kiste Reiniger bekommen, die war sofort wieder weg“, sagte die DM-Mitarbeiterin am Montag. Sie schätzte, dass es mindestens bis Ende der Woche dauert, bis die nächsten Lieferungen kommen.
Ärzte kämpfen eher mit Influenza und Magen-Darm-Viren
In den Arztpraxen spielt der Coronavirus bislang keine große Rolle. „Es sitzt niemand mit Mundschutz im Wartezimmer, und es gab zwar zwei Absagen, aber aus anderem Grund“, hieß es aus der Gemeinschaftspraxis Thomas Guth/Sarah Lenkeit in Hornbach. Montagsmorgens sei immer sehr viel los, so auch diese Woche. Momentan seien viele Patienten erkältet. Der eine oder andere frage auch mal nach wegen Coronavirus, „aber ansonsten ist alles wie immer“, so eine Sprechstundenhilfe, die das vernünftige Verhalten der Patienten lobte.
Keine Panik oder Hysterie feststellbar, hieß es auch aus der Hausarztpraxis Simone Schiro-Ruf in Dellfeld. Es gebe einige Fälle von Influenza (Grippe) und Magen-Darm-Virus, aber das sei nicht ungewöhnlich. „Es ist alles wie immer um diese Jahreszeit“, versicherte eine Sprechstundenhilfe. Dasselbe war aus der Hausarztpraxis Walter Lauer in Zweibrücken zu hören.
Bislang kein Fall von Corona
Der Sprecher des Gesundheitsamts des Landeskreises Südwestpfalz, Thorsten Höh, sagte am Montag auf Anfrage, dass bislang kein Fall von Coronavirus-Erkrankung oder -Infektion in Zweibrücken und der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land bekannt ist.