Montagsumfrage Zwei würden das Deutschlandticket gerne kaufen, aber ...
„Ich habe kein Deutschlandticket und hab’ im Moment auch nicht vor, eins zu benutzen“, sagt der Zweibrücker Peter Stahl. Sollte aber mal eine Urlaubsreise innerhalb Deutschlands anstehen, „dann werde ich mir das auf jeden Fall mal anschauen“, blickt er voraus.
Inwiefern sich die Fahrpreise durch das neue Deutschlandticket für die Leute nach unten korrigiert haben, kann Stahl nicht sagen. „Ich weiß nicht, wie die Preise vorher waren.“ Im Vergleich zum Neun-Euro-Ticket, das drei Monate lang im vergangenen Sommer galt, sind 49 Euro aber schon „eine gewisse Hausnummer“. Ein weiterer Knackpunkt beim Ticket sei der eher schlecht ausgebaute Nahverkehr im Zweibrücker Raum. „Wenn man irgendwo im Ruhrgebiet oder so wohnt, dann ist das eine ganz andere Sache.“
Die Contwigerin Anca Berdel sieht beim Deutschlandticket für sich einen gravierenden Nachteil: Man dürfe kein Fahrrad mitnehmen. Die Contwigerin ist Radlerin durch und durch. „Mein Höchstwert waren mal 620 Kilometer im Monat.“ Anca Berdel arbeitet in Blieskastel. Immer, wenn es sich anbietet, fährt sie mit dem Rad zur Arbeit. Im Sommer, wenn es morgens hell ist, kein Problem. In den Wintermonaten wäre sie morgens gern mit der Bahn zwischen Contwig und Blieskastel gefahren, hätte dafür auch ein 49-Euro-Ticket gekauft. Das bringt aber nichts, sagt die Contwigerin, wenn die Fahrradmitnahme nicht gratis sei. Wäre die Fahrradmitnahme im Deutschlandticket inbegriffen, hätte Berdel schon lange zugeschlagen. „Auf jeden Fall, dann wäre ich dabei.“
Auch Anca Berdels Ehemann Christian Berdel ist ein leidenschaftlicher Fahrradfahrer. Er wählt für die tägliche Fahrt zur Arbeit in die Uniklinik Homburg aber das Auto. „Das 49-Euro-Ticket halte ich für sinnvoll. Hauptsächlich aber für Großstädte, wo es ein eng ausgebautes Nahverkehrsnetz gibt.“ In der Zweibrücker Region können viele Strecken mit dem Rad zurückgelegt werden. „Oder Sie sind eben aufs Auto angewiesen, weil die Busse selten fahren.“
Auch Andreas Schuler hat noch kein 49-Euro-Ticket. Er plant derzeit auch nicht, eins zu kaufen. „Weil ich so nirgends hin muss“, begründet der Zweibrücker. Würde er regelmäßig pendeln, dann würde Schuler zunächst die Fahrpreise vergleichen. „Wenn die gleich sind, würde ich mir das 49-Euro-Ticket kaufen.“ Eine Fahrt in den Urlaub mit dem Deutschlandticket wäre in Schulers Augen eher eine „Quälerei“, weil eben nur Fahrten in Nahverkehrszügen erlaubt sind. „Bis Hamburg 16-mal umsteigen? Nein, auf keinen Fall!“ Der Nahverkehr in Zweibrücken ist laut Schuler sehr schlecht ausgebaut. „Neunkirchen ist nicht weit entfernt. Aber wenn ich mit dem Zug dorthin fahre, brauche ich eine Stunde. Das ist absurd.“ Hoffnungen setzt Andreas Schuler in die künftige Reaktivierung der Bahn nach Homburg. Das würde das Nahverkehrsnetz erheblich verbessern. Nicht nur, weil es dann schneller in die Nachbarstadt geht, sondern weil von dort aus auch der Bahnanschluss in die Vorderpfalz nicht mehr weit ist.
„Ich war vom Neun-Euro-Ticket begeistert. Ich würde mir auch gerne das 49-Euro-Ticket holen, aber ich hätte doch gerne einen Fahrschein, den ich mir ausdrucken kann“, kritisiert Sophie Hilgert. Die Idee, für 49 Euro im Monat unbegrenzt im Nahverkehr unterwegs zu sein, findet die Zweibrückerin gut. „Auch, dass man nicht mehr gucken muss, ob man ein Saarland-Ticket oder doch eines für Rheinland-Pfalz braucht, ist super“, ergänzt Hilgert. „Ich werde mir aber definitiv das Ticket holen.“ Und auch für Urlaubsreisen in Deutschland sei der bundesweit gültige Fahrschein eine Option, findet Hilgert.
Servet Metin pendelt nicht, fährt nicht oft Zug. Ein 49-Euro-Ticket plant der Zweibrücker derzeit nicht zu kaufen. Im Gegensatz zu seinen Vorrednern findet Metin den Nahverkehr in Zweibrücken aber ziemlich gut ausgebaut. „Ich habe manchmal sogar den Eindruck, dass es zu viel ist an Bussen für eine so kleine Stadt.“ Servet Metin arbeitet immer an wechselnden Orten. Wenn es geht, läuft er dorthin. Manchmal fährt er mit dem Auto.