Zweibrücken Zwei Hälften wie zwei Welten

Pirmasens. Der Tabellenführer der Fußball-Verbandsliga, der FK Pirmasens II, zeigte beim 3:1 (2:0) im Derby gegen die SG Rieschweiler eine zweite Halbzeit zum Wegschauen. Die abstiegsbedrohten Gäste, nach Florian Opitz′ Platzverweis ab der 43. Spielminute in Unterzahl, waren dem 2:2 nahe (RHEINPFALZ am SONNTAG informierte).
Zwei Minuten vor dem Seitenwechsel sprang Opitz, vorige Runde noch mit dem FKP Oberligameister, mit beiden Beinen voran dem Pirmasenser Benjamin Peters in die Parade. Der Angriff erfolgte zwar von vorne, doch die Rote Karte war durchaus vertretbar. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gäste bereits mit 0:2 hinten. Pirmasens II hatte ganz starke erste 25 Minuten gespielt und die Gäste durcheinandergewirbelt. Doch bereits in der Viertelstunde vor dem Wechsel ließen die Pirmasenser die Zügel merklich schleifen. Nach der Pause war dann ein totaler Bruch im Spiel des Tabellenführers erkennbar. „Rieschweiler hat drei Gänge hoch-, wir einen runtergeschaltet“, bemerkte der Pirmasenser Coach Sebastian Reich treffend. Nachdem Robin Purdy den Schuss des SGR-Angreifers Daniel Preuß in der 48. Spielminute gerade noch abblocken konnte, gelang den Gästen eine Minute später der Anschlusstreffer. Christoph Weis spielte Quincy Henderson im gegnerischen Strafraum an, der ließ gekonnt in den Lauf von Stefan Maul abtropfen und der Ex-Oberligastürmer traf aus acht Metern Torentfernung. In der Folge spielte Pirmasens konfus und hatte Glück, nicht den Ausgleich hinnehmen zu müssen. Zunächst scheiterte Manuel Megel nach schöner Kombination über Preuß und Henderson an FKP-Keeper Matthias Gize (52.). Sechs Minuten später hatte Henderson Gize bereits ausgespielt, ließ sich dann aber abdrängen. „In der ersten Hälfte waren wir zu ängstlich. Aber der zweite Durchgang war von uns überragend. Die Mannschaft hat in Unterzahl eine tolle Moral bewiesen und den Tabellenführer hinten reingedrängt. Da war kein Unterschied zu erkennen“, bilanzierte Rieschweilers Coach Björn Hüther. „Die erste Hälfte war gut. Danach waren wir viel zu lässig und haben Rieschweiler zu sehr zur Entfaltung kommen lassen“, bemängelte FKP-Trainer Reich. Sein Tem besaß im zweiten Durchgang keine Chance – bis Mittelstürmer Ludy in der Nachspielzeit bei einem Konter dann doch das 3:1 gelang. Eine Minute zuvor hatte der eingewechselte Dennis Müller noch die Möglichkeit zum Ausgleich vergeben.