Zweibrücken Zur Sache: Warum die Dauerleihgaben an das Mannlichhaus gehen

Dass der Mannheimer Kunstsammler Berthold Roland seine Exponate aus der Mannlichzeit an die Kulturgutstiftung Gehrlein-Fuchs gibt, hat gute Gründe. Wenn zwei Personen unterschiedliche Sprachen sprechen, kommt es unweigerlich zu Missverständnissen. Oder wenn eine kommunale Verwaltung auf einen kunsthistorisch gebildeten Privatmann trifft. So geschehen vor zwei Jahren in Zweibrücken. Der Mannheimer Kunstsammler und Mäzen Berthold Roland wollte der Stadt Zweibrücken Kunstwerke aus der Zeit Herzog Christian IV. zukommen lassen und schrieb an den damaligen Oberbürgermeister Helmut Reichling. Dass es nicht zur Schenkung kam, lag daran, wie Roland bemängelte, dass er nie eine richtige Antwort vom OB bekommen habe. Bevor man OB Reichling Versäumnisse ankreidet, sollte man einen Blick in die Organisationsstruktur einer Stadt werfen. Zweibrücken hat neben dem OB als Chef der Verwaltung einen Bürgermeister und einen Beigeordneten. Dieser dreiköpfige Stadtvorstand teilt sich die Aufgabenbereiche. Ein Schreiben, das mit Kultur zu tun hat, geht an den dafür zuständigen Dezernenten. Bürgermeister Heller hatte auch entsprechend geantwortet, ebenso wie Museumsleiterin Glück-Christmann als zuständige Sachbearbeiterin. Doch offensichtlich war das dem Spender Berthold Roland nicht genug – und die Aussichten, was mit der Schenkung geschehen sollte, zu vage. Denn Kommunikationsprobleme sind nur eine Seite der Geschichte. Die andere war die Überlegung, dass eine Stadt mit einer Schenkung machen darf, was sie will. Sie kann sie im Keller verstecken, ausstellen, weiterverkaufen. Und muss nicht einmal den Stifter erwähnen, wenn sie das nicht will. Damit hat Roland bei früheren Schenkungen bereits unerfreuliche Erfahrungen gemacht. Die im Laufe der Jahre gesammelten Stücke aus der Zweibrücker Herzogszeit liegen dem engagierten Kunstmäzen sehr am Herzen. Er gibt er sie gerne in Hände, die damit würdevoll und angemessen umgehen und die Exponate permanent der Öffentlichkeit zeigen. Dafür ist die Zweibrücker Kulturgutstiftung Gehrlein-Fuchs ein Garant. Und das Haus, das Christian von Mannlich entworfen und erbaut hat und ihm später als Wohnhaus diente, dürfte der am besten passende Ort für die Dauerleihgaben der Ike-und-Berthold-Roland-Stiftung sein, die alle einen Bezug zu Mannlich haben. (sf)