Zweibrücken Zur Sache: Die Geschichte der Kreuzberg-Siedlung

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1998 verkaufte der Bund die frühere US-Siedlung Kreuzberg mit 345 Wohnungen an die Tasc Bau AG Wadgassen und den Zweibrücker Rick Göritz – ohne Verpflichtung zur öffentlichen Erschließung. Tasc bekam die Straßen und Versorgungsleitungen überschrieben. Tasc verkaufte an die Wohnpark am Kreuzberg GmbH, die sich gegenüber der Stadt zur öffentlichen Erschließung verpflichtete. Die Göritz-Wohnblocks wollte niemand, Göritz konnte Tasc nicht die zum Kauf der Blocks geliehenen Millionen zurückzahlen. Es folgte ein Streit, der 2001 eskalierte, als Göritz Rechnungen nicht bezahlte und den Mietern Strom, Warmwasser und Heizung abgestellt wurden. Der Schlagabtausch zwischen den Geschäftemachern auf dem Kreuzberg wurde zunehmend bizarrer. Rick Göritz’ Mutter rief 2002 das „Königreich Kreuzberg“ aus. Es folgten: einstweilige Verfügungen, Nötigung, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigungen, gar eine Morddrohung gegen die Staatsanwaltschaft. Mit dem Königreich war es vorbei, als ein Vormund für Mutter und Sohn Göritz eingesetzt und die Zwangsversteigerung ihres Besitzes eingeleitet wurde. 2003 ersteigerte ein Immobilien-Makler aus Karlsruhe einen Teil der Grundstücke und verkaufte sie weiter, an Privatleute und an die Entwicklungsgesellschaft für Konversion (EFK) Mainz. 2005 meldete die Wohnpark GmbH Insolvenz an. Der zwischen Pennsylvania- und Texasstraße gelegene Wohnpark umfasste 60 Eigentums-, 72 Miet- und 50 Studentenwohnungen. Käufer von Eigentumswohnungen hatten bereits Beiträge für die öffentliche Erschließung bezahlt. Die Frage lautete nun: Wie können Leitungen und Straßen nach deutschem Standard saniert werden, ohne dass die Eigentümer ein zweites Mal zahlen müssen? 2006 schien die Lösung gefunden: Mehrere Parteien sollten sich die Kosten von fast drei Millionen Euro für die Sanierung der Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen, Straßenausbau, Insolvenzverfahren und Gutachter teilen. In den Topf sollten einzahlen: die Stadt, private Grundstücksbesitzer, EFK, zwei Gläubigerbanken, die Landestreuhandstelle Rheinland-Pfalz, die Fachhochschule Zweibrücken und ein Grundstückseigentümer aus Neustadt. Ab August 2007 wurden Schmutzwasser- und Regenwasserkanäle saniert, die Louisianastraße wurde ausgebaut. 2011 stockte die Sanierung, der Topf war leer. Inzwischen ist er wieder gefüllt, mit zwei Millionen Euro von arabischen Investoren, die auf dem Kreuzberg Feriendomizile für arabische Touristen eingerichtet haben. Auch die Entwässerung schreitet voran, nachdem dem Umwelt- und Servicebetrieb nach langen Verhandlungen Wegerecht auf einem Privatgrundstück gewährt wurde. (sig)

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