Zweibrücken Zum Abdecker nach Baden-Württemberg: Stadtrat soll zustimmen

In der Tierkörperbeseitigungsanlage Rivenich bei Trier fürchten Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze.
In der Tierkörperbeseitigungsanlage Rivenich bei Trier fürchten Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze.

Zweibrücker Tierkadaver werden bislang an der Mosel entsorgt. Jetzt steht ein Wechsel zu einer Zentralstelle im Nachbarbundesland an. In Rheinland-Pfalz gibt es Kritik.

Wer Schlachtabfälle und verendete Tiere loswerden will, kann sie nicht einfach irgendwo abladen. Um eine Übertragung von Tierseuchen und anderen Krankheiten zu verhindern, sind sie ein Fall für die Tierkörperbeseitigung, früher Abdecker genannt. Die Stadt Zweibrücken gehört bislang wie alle Städte und Landkreise in Rheinland-Pfalz und dem Saarland zum Zweckverband Tierische Nebenprodukte (ZTN) Südwest. Jetzt steht ein Wechsel nach Baden-Württemberg an.

Der ZTN Südwest arbeitet seit Jahren mit der Firma Secanim zusammen, der die Tierkadaver in Rivenich im Kreis Bernkastel-Wittlich zu Mehlen und Fetten verarbeitet. Das Tiermehl wird etwa als Brennstoff in Kraftwerken verwendet, aus dem Fett wird Biodiesel. Secanim gilt als zentrale Stelle im Land für die Entsorgung toter Tiere. Nun soll die Verarbeitung beim ZTN Neckar-Franken am Standort Hardheim im Neckar-Odenwald-Kreis konzentriert werden, ein Unternehmen mit über 90 Mitarbeitern. Rivenich mit seinen knapp 60 Mitarbeitern soll ein Zwischenlager werden. Vor Ort befürchtet man allerdings, dass die Anlage ganz geschlossen wird, wie die Zeitung „Trierischer Volksfreund“ berichtet. Weil ihnen Zahlen und Fakten fehlten, haben Kommunalpolitiker dort eine Entscheidung bis auf Weiteres vertagt.

Der Zweibrücker Stadtrat soll, wie die anderen kommunalen Gremien im Land, der Verlegung nach Baden-Württemberg – laut Druckvorlage der Stadtverwaltung die kostengünstigste Lösung – zustimmen, und zwar in seiner Sitzung am Mittwoch ab 17 Uhr im Ratssaal. Der Vorsitzende des ZTN Südwest, Frankenthals Bürgermeister Bernd Knöppel, wird zugegen sein und Fragen der Ratsmitglieder beantworten.

Das Thema könnte auch in Zweibrücken zu längeren Diskussionen führen, denn betroffen sind auch die Tierkörperbeseitigungsanstalt in Sembach bei Kaiserslautern und ein weiterer Betrieb im Rhein-Lahn-Kreis. Sie sollen geschlossen werden. Rheinland-Pfalz hätte dann keine vom Land genehmigte Tierkörperbeseitigungsanlage mehr. In diesen werden neben toten Nutztieren und Schlachtabfällen auch etwa tote Pferde, Heim-, Zoo- und Zirkustiere verarbeitet, deren Besitzer sich keine alternative Lösung wie ein Tierkrematorium leisten können oder wollen. Die Tierkadaver und -teile würden dann alle in Lastwagen nach Hardheim im Nachbarbundesland transportiert.

Tote Kleintiere wie Hunde, Katzen, Hamster und Kaninchen dürfen in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen auf dem eigenen Grundstück begraben werden.

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