Zweibrücken / Pirmasens / Kaiserslautern
Zu viele Dönerläden und Barber-Shops? Ein Vergleich für die Westpfalz
Oft klagen Bürger, es gebe zu viele Dönerläden und Barbershops in ihrer Stadt. Besonders deutlich machen sie bei jeder Neueröffnung solcher Geschäfte ihrem Unmut in den Kommentarspalten in den sozialen Medien Luft. Aber wie viele solche Betriebe gibt es überhaupt in Zweibrücken, Kaiserslautern und Pirmasens? Und in welcher Stadt gibt es verhältnismäßig viele? Wir haben sie gezählt und hochgerechnet.
Wie viele Dönerbuden gibt es?
Zuerst die Dönerbuden: In der Stadt Zweibrücken gibt es laut zuständigem Ordnungsamt elf Dönerbuden. Die Städte Pirmasens und Kaiserslautern lieferten auf RHEINPFALZ-Anfrage keine Angaben dazu. Die Dönerläden könnten aus den Branchen Imbiss beziehungsweise Gaststätte nicht herausgefiltert werden, antworteten die Lautrer und die Pirmasenser Pressestellen. Um wenigstens einen groben Überblick zu erhalten, hat die RHEINPFALZ über eine Google-Suche nach Dönerbuden in der Barbarossa- und der Schuhstadt gesucht. Die erstellten Listen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. In Pirmasens sind 13 Dönerbuden gefunden worden, in Kaiserslautern sind 25 gelistet.
Auf den ersten Blick scheint es plausibel, dass Zweibrücken die wenigsten Dönerbuden hat, schließlich ist es die kleinste der drei Städte. Und Kaiserslautern mit den meisten Dönerbuden und gut 100.000 Einwohnern ist die größte Stadt.
Wer hat im Verhältnis die meisten Dönerläden?
Um die Zahlen besser vergleichen zu können, rechnen wir die Anzahl der Dönerläden in Zweibrücken und Pirmasens ebenfalls hoch auf 100.000 Einwohner. Dazu nehmen wir die Einwohnerzahl der Städte, die die Gesellschaft für Kommunikation und Wissenstransfer mbH liefert. Die aktuellsten Daten stammen vom 30. September. Zweibrücken hat demnach 34.406 Einwohner. Bei 100.000 Einwohnern wären das rund 32 Dönerbuden. In Pirmasens mit 41.499 Einwohnern kämen auf 100.000 Einwohner 31 Dönerbuden. Somit hat Kaiserslautern mit 25 Dönerbuden die wenigsten, Zweibrücken die meisten und Pirmasens liegt knapp darunter in der Mitte.
Achtung: Der Vergleich zwischen Zweibrücken und Pirmasens ist sehr sensibel. Das heißt: Wenn Pirmasens nur einen Dönerladen mehr hätte, käme es auf rund 34 Läden pro 100.000 Einwohner und wäre damit Spitzenreiter. Anders bei Kaiserslautern. Hier müssten ganze sieben Dönerbuden hinzukommen, um das Niveau von Pirmasens und Zweibrücken zu erreichen.
Wie sieht es bei den Barbershops aus?
In Zweibrücken meldet das zuständige Ordnungsamt fünf Barbershops. Das deckt sich mit einer Google-Recherche. Eine Google-Suche ergab in Pirmasens fünf Geschäfte mit dem Begriff „Barber“ im Namen. Rechnet man die Anzahlen in der Rosen- und Schuhstadt auf 100.000 Einwohner hoch, ergibt das in Pirmasens 12, in Zweibrücken 15. Pirmasens hat also verhältnismäßig weniger Babershops als Zweibrücken. Hätte Pirmasens nur einen Barbershop mehr, wären beide Städte aber auf dem gleichen Niveau.
Kaiserslautern hat die wenigsten oder die meisten
Zur Anzahl solcher Läden in Kaiserslautern lägen der Stadt keine verlässlichen Zahlen vor, sagt die dortige Pressestelle. „Barbershops sind zwar im Gewerberegister gemeldet, jedoch ist es generell nicht zuverlässig möglich, das Register nach einer ganz bestimmten Tätigkeitsbeschreibung zu filtern. Die Tätigkeitsbeschreibungen sind nämlich nicht standardisiert, sondern werden als Freitext erfasst“, erklärt Stadtsprecherin Viktoria Schneider.
Laut einer Google-Recherche gibt es in Kaiserslautern 19 Geschäfte mit dem Begriff „Barber“ im Namen, im Angebot oder in den Rezensionen. Im Vergleich mit den hochgerechneten Zahlen für Pirmasens (12) und Zweibrücken (15), ist Kaiserslautern Spitzenreiter bei den Barbershops.
Die meisten öffnen in den letzten fünf Jahren
Oft hört man, dass in letzter Zeit viel mehr Döner-Läden eröffnen als in den Jahren zuvor. Dazu liefert das Ordnungsamt Zweibrücken folgende Zahlen: Von den elf Dönerläden in der Stadt haben drei noch vor 2020 eröffnet, einer 2020, jeweils zwei 2021 und 2022 und ab 2023 jeweils einer pro Jahr. 72 Prozent der aktuell aktiven Dönerbuden haben also in den vergangenen fünf Jahren aufgemacht.
Von den fünf Barbershops in Zweibrücken haben laut Ordnungsamt zwei 2016 ihre Türen geöffnet und in den Jahren 2019, 2022 und 2024 jeweils einer.
Unterschied zwischen Frisör und Barber
Barbershops sind üblicherweise Herrensalons mit einer „besonders maskulin-modischen Ausrichtung“. So definiert die Handwerkskammer Region Stuttgart (HWK) diese Branche. Laut der HWK dürfen diese Läden im Gegensatz zu Frisören nur Bartschnitt und -pflege anbieten. Theoretisch. In der Praxis würden in Barbershops aber auch immer wieder Kopfhaar geschnitten, schreibt die HWK auf ihrer Internetseite. Das ist nur erlaubt, wenn der Barbier eine Frisörausbildung abgeschlossen hat.
