Meinung Dönerläden und Barbershops schaden dem Stadtbild nicht
Denjenigen, die gegen Dönerläden und Barbershops wettern, sind nicht die Geschäfte ein Dorn im Auge, sondern deren Inhaber: Menschen mit Migrationshintergrund. Stichwort: Stadtbild-Debatte. Das ist unfair gegenüber den Betreibern. Denn sie integrieren sich. Sie arbeiten, liegen dem Staat nicht auf der Tasche. Stattdessen zahlen sie Steuern und generieren Einnahmen für die Stadt. Allein die Bürokratie zu bewältigen, die mit dem Betrieb eines Geschäfts einhergeht, die Vorgaben zu erfüllen und Richtlinien einzuhalten, ist für Menschen mit Migrationshintergrund und teilweise Sprachbarrieren sicherlich schwierig. Das zu bewerkstelligen, zeugt von Integrationswillen.
Wer sich darüber aufregt, dass in seiner Stadt Dönerläden und Barbershops aus dem Boden sprießen, der sollte sich besser fragen, warum das so ist. Immerhin bedingt in der freien Wirtschaft die Nachfrage das Angebot. Und die ist anscheinend gegeben. Döner ist ein willkommenes Fast Food, bei Jung und Alt beliebt und mit Salaten und Pizza bieten die Betreiber ein breitgefächertes Angebot für alle möglichen Vorlieben. Und viele Männer schätzen Barbershops, weil sie sich dort den Bart zurechtmachen lassen können und – anders als in vielen Frisörläden – in den meisten keine Termine brauchen. Wäre die Nachfrage nicht so hoch, gäbe es schlicht nicht so viele Geschäfte dieser beiden Branchen.
Warum also aufregen? Dönerläden und Barbershops verdrängen keine anderen Geschäfte. Wenn auf einmal alle Dönerläden in einer Stadt zumachen würden, würden in deren Räumlichkeiten nicht direkt andere Restaurants öffnen. Und dort, wo Barbershops angesiedelt sind, würden bei deren Schließung nicht plötzlich Frisöre, Kleider-, Haushaltswaren- oder Bücherläden öffnen. Nein. Wer ein Geschäft oder ein Restaurant öffnen möchte, der hat dafür in den Fußgängerzonen jetzt schon unzählige Leerstände zur Auswahl. Und ohne Dönerläden und Barbershops gäbe es davon nur noch viel mehr. Auch kein schöneres Stadtbild.
