Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Woolworth mit Nachbar Gewobau: Das ist für die ehemalige Kaufhalle geplant

Im ehemaligen City-Outlet, in das Woolworth einziehen wird, haben Mitarbeiter der Arbeitslosenselbsthilfe die Räume entkernt. Ei
Im ehemaligen City-Outlet, in das Woolworth einziehen wird, haben Mitarbeiter der Arbeitslosenselbsthilfe die Räume entkernt. Ein Hund bewacht das Ganze.

Gleich zu Beginn des neuen Jahres haben die sechs Mitarbeiter der Arbeitslosen-Selbsthilfe im ehemaligen City-Outlet Hammer und Schraubenzieher rundgehen lassen.

Der Auftrag der Männer der Arbeitslosen-Selbsthilfe (ASH) war eindeutig: Entkernung. Denn dort, wo ganz früher die Kaufhalle war und später ein Fitnessstudio einzog, wird mit der Einzelhandelskette Woolworth wieder Handel einziehen. Und der hat andere Anforderungen an ein Mietobjekt als ein Fitnessstudio. „Die Sprinkleranlage wird komplett demontiert, der Boden kommt raus, auch die gläsernen Trennelemente zur Rolltreppe hin“, erklärt Gewobau-Chef Jörg Eschmann, der gleichzeitig als Geschäftsführer des Vermieters und auch Nachbar fungiert. Auch die Gewobau wird nach dem Umbau besser erreichbar sein.

Die komplette Verkabelung muss weichen. „Die ist zu alt“, erklärt Eschmann. Die Kabel, die dort liegen, wurden vor mehr als 15 Jahren verlegt. Daher entfernen die ASH-Leute gerade die Strippen, immer bewacht von einem Hund. Der gibt sofort Laut, wenn jemand im leeren Gebäude auftaucht, der da nicht hingehört. Zwar ist vom Busbahnhof her kein Zugang möglich, aber hinter dem Haus, Richtung Parkhaus, steht ein großer Schuttcontainer, in den die Arbeiter ihre Schubkarren entleeren, weshalb der Hintereingang während der Bauarbeiten immer offen steht.

Woolworth investiert sechsstelligen Betrag

Noch in dieser Woche soll die Entkernung fertig sein. Dann steht die Erneuerung von Sprinkleranlage und Verkabelung an. Einen genauen Zeitplan gebe es dafür nicht. „Wenn wir fertig sind, kommt Woolworth, baut selbst weiter aus und nimmt nochmal viel Geld in die Hand“, sagt Eschmann. Das Unternehmen investiere eine mittlere sechsstellige Summe.

Auf zehn Jahre hat der Woolworth-Konzern die ehemalige Kaufhalle angemietet, mit fünf Optionen auf je drei weitere Jahre, so Eschmann. „Also 25 Jahre, wenn alles gut geht.“ Ihm sei ein Stein vom Herzen gefallen, als das Problemgebäude vermietet wurde. Denn die Mietverhältnisse der vergangenen beiden Jahrzehnte sei nicht von Konstanz geprägt gewesen. Die Schulbuchausleihe der Stadt war einige Jahre dort untergekommen, das Corona-Impfzentrum fand dort Räume, und während des Leerstandes hatte vor zwei Jahren im Herbst die IG Metall ihr Streiklokal eingemietet, als Tadano den Werksverkauf auf dem Wallerscheid mit Arbeitsplatzabbau angekündigt hatte. Und die Gewobau selbst nutzte den großen Leerstand noch ein letztes mal für die Weihnachtsfeier mit rund 400 Mietern Mitte Dezember 2025. Auch die Mediothek, die ursprünglich geplant war, hätte Eschmann im City-Outlet gefallen, aber mit Woolworth habe man einen „verlässlichen und pragmatischen“ Mieter für längere Zeit.

Gewobau wird sichtbarer

Auch für die Gewobau werde sich etwas ändern. Wegen des Umbaus habe man sich mit dem Mieter der Winebar, Frank Berlitz, auf eine Auflösung des Mietvertrages zum 30. April geeinigt. Ein Weiterbetrieb der Gastronomie war aus technischen Gründen kaum möglich. Um Koch- und Essensgerüche im Woolworth-Kaufhaus zu verhindern, wären kaum rentable Nachrüstungen notwendig gewesen. Stattdessen wird die Gewobau in den bisherigen Räume der Winebar ihr Mieterbüro unterbringen. „Dann kommen die Leute direkt vom Busbahnhof zu uns und können ihre Anliegen klären“, kündigt Eschmann an. Zuletzt war das Rolltreppenhaus des City-Outlet jahrelang geschlossen, und Mieter mussten den Hintereingang nutzen, den laut Eschmann nicht jeder gleich gefunden habe.

Der Einzug von Woolworth ist geplant für Ende September. Aber sein Ansprechpartner beim zukünftigen Großmieter sei sehr pragmatisch, erklärt der Gewobau-Chef. „Wenn wir früher fertig sind, ziehen die auch früher ein.“ Rund 30 neue Arbeitsplätze entstünden durch die Neuansiedlung.

Info

Der Einzelhandelskonzern Woolworth wurde 1926 in den USA gegründet, der deutsche Ableger war bis 1998 eine Tochterfirma des amerikanischen Woolworth-Konzerns. 1998 wurde die deutsche Woolworth durch ein Management-Buy-out selbstständig, nach finanziellen Schwierigkeiten wurde 2009 ein Insolvenzverfahren eröffnet. Der Sitz wurde von Frankfurt nach Unna verlegt, und von ursprünglich 310 Filialen wurden noch 158 Standorte weiterbetrieben. Mittlerweile betreibt die Woolworth GmbH in Deutschland 830 Kaufhäuser und beschäftigt mehr als 12.000 Mitarbeiter.

x