Zweibrücken Wolkenbruch spült Führenden nach ganz hinten

Auf den Runden durch Aßweiler wurde das Trofeo-Peloton langsam wieder trocken.
Auf den Runden durch Aßweiler wurde das Trofeo-Peloton langsam wieder trocken.

«BLIESKASTEL/OMMERSHEIM.» Als sich die sechs Ausreißer gestern Abend gegen 19 Uhr beim roten Teufelslappen, einen Kilometer vor dem Ziel in Ommersheim, ein paarmal nach dem Hauptfeld umdrehten, war klar: Das Sextett macht den Sieg der zweiten Etappe der 30. Junioren-Radrundfahrt Trofeo durch den Bliesgau unter sich aus. Es siegte der Däne Johann T. Langballe vor dem Niederländer Meikel Zijlaard – und dem Queidersbacher Niklas Märkl im deutschen Trikot.

Märkl zeigte gestern auf der verwässerten zweiten Etappe eine klasse Leistung, schloss erst sechs, sieben Kilometer vor dem Ziel zu einer Vierer-Ausreißergruppe auf. Der Lohn: Nach seinem zweiten Platz zum Auftakt darf Märkl morgen die dritte Etappe rund um Homburg (über Mörsbach und Käshofen) im gelben Trikot des Gesamtführenden (vier Sekunden vor Zijlaard) angehen. Märkls jüngerer Bruder Lukas fuhr zudem für das Regional-Team auf einen ganz starken sechsten Platz. 122 von 132 Fahrern traten gestern noch zum Start auf dem Paradeplatz in Blieskastel an. Die beiden Pedaleure, die sich auf der Auftaktetappe bei einem Sturz verletzt hatten (Trofeo-Organisator Wolfgang Degott: „Das eine war der Amerikaner Evan Clouse, den Namen des Japaners weiß ich leider nicht“) und die in die Uni-Klinik gebracht wurden, sind doch nicht so schlimm verletzt wie zunächst angenommen. „Viele Prellungen, wohl auch ein Knochenbruch“, sagte Degott. Die beiden waren früh im Rennen auf einem leicht abschüssigen Stück zwischen Höchen und Waldmohr in einer Zehnergruppe gestürzt, das Rennen war danach zeitweilig neutralisiert. Tour-Chef Degott war gestern augenscheinlich mit dem Wettergott nicht ganz im Einvernehmen, obwohl er das vorher lachend behauptet hatte. Denn bereits eine halbe Stunde nach dem Start zog sich der Himmel immer bedenklicher zu. Und dann kam’s, pünktlich zur ersten von drei Bergwertungen am langen Blieskasteler Schlossberg, direkt vor der Klosterschenke: ein strammer Wolkenbruch. Regelrechte Sturzbäche regnete es von oben, die über das Kopfsteinpflaster bergab rauschten, es donnerte und blitzte ununterbrochen. Der Berichterstatter dieses Artikel erinnerte sich dabei wieder an einen alten Tipp, der besagt, dass Bleistifte auch auf nassem Papier schreiben. Schade nur, dass keiner zur Hand war. Trotz der Widrigkeiten sicherte sich der Brite Sean Flynn die erste beiden Bergwertungen, die Dritte ging an den Dänen Julius Johansen. Als die Fahrer oben auf der Höhe ankamen, schauten sie über einen ganz dunklen Bliesgau. VTZ-Handball-Torwart Yannic Klöckner, der als Fan am Straßenrand zuschaute, wusste da jedenfalls genau, warum er lieber eine Hallensport betreibt. Das Peloton zog sich mit dem vielen Wasser von oben und der entsprechenden Kühle immer weiter auseinander. Der bisherige Träger des gelben Trikots, der Russe Nikita Bondarchuk, kam gestern entkräftet als 107. und Drittletzter ins Ziel – mit 13,11 Minuten Rückstand. Erst gegen 18 Uhr wurde es wieder trockner. Da waren die A-Junioren nach ihren drei Runden durch Blieskastel schon auf ihrer Tour über fünf Runden durch Aßweiler, Ormesheim und Ommersheim. Das Feld war nun wieder geschlossener, es gab immer wieder Ausreißversuche. Rund zehn Minuten vor der Zielankunft gelang einer Vierergruppe ein solcher Versuch, die Gruppe war zeitweilig 22 Sekunden vorne. Dann schlossen Niklas Märkl und Meikel Zijlaard noch auf – und die Sache entschied sich im Zielsprint. Bei hoffentlich besserem Wetter steht heute Mittag die traditionelle „Pfalz“-Etappe an. Etappen 3.1 Etappe, heute, Straßenrennen, 12 Uhr: Homburg - Kirrberg - Mörsbach - Käshofen - Sanddorf - Bruchhof - Homburg (vier Runden): 79 Kilometer 3.2 Etappe, heute, Einzelzeitfahren, 18 Uhr : Brenschelbach - Ormesviller (Frankreich) - Volmunster - Brenschelbach: 11,5 Kilometer 4. Etappe, 11. Juni, Straßenrennen, 10.30 Uhr: Reinheim - Gersheim - Seyweiler - Medelsheim - Niedergailbach - Reinheim (fünf Runden): 120 Kilometer.

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