Zweibrücken wochenend-kolumne: Ich bin der Meinung, dass ...

Beim Freibad hat jeder seinen Favoriten: Der eine fühlt sich an der Schließ rundum wohl, weil er zum Zweibrücker Freibad laufen kann. Der andere fährt gerne nach Contwig, weil’s da alles gibt und neuerdings auch noch den Wasserspielplatz. Andere wiederum bevorzugen Miesau, Walsheim oder Waldmohr. Wegen des Schattens, der Sonne, der Rutsche, der Sprungtürme – oder weil’s am nächsten ist. Das Schwimmbad in Miesau verlangt ab dieser Saison mehr Eintritt. Das Miesauer Freibad ist vom Angebot her mit dem Contwiger vergleichbar, aber ab sofort deutlich teurer: Ein Erwachsener zahlt für eine Tageskarte in Miesau 33 Prozent mehr als in Contwig. Das ist schon happig. Für Miesau spricht: Die Lage an einem Wäldchen und damit Schatten und ein angenehmer Kiefer-Geruch, der an Urlaub auf einem Campingplatz am Mittelmeer erinnert. Zudem Becken für jedes Alter, Rutschen, Sprungtürme, Strömungskanal und Massagedüsen. Dazu das internationale Flair: In keinem Freibad in der Region sind so viele Sprachen zu hören, wobei Deutsch, Amerikanisch und Russisch dominieren. Der recht hohe Eintritt indes ist ein Manko. Wer so viel Geld verlangt, der sollte auch Qualität bieten. Und dazu zählen vor allem: verlässliche Öffnungszeiten. Davon konnte in der Saison 2016 keine Rede sein. Zuweilen hing dort ein Zettel am Kassenhäuschen: „Wir schließen heute eine Stunde früher“. Auf Nachfrage wurde als Grund genannt: Personalmangel. Rabatt auf den Eintritt gab’s nicht. Und als der Sommer gegen Ende noch mal schön wurde, verlängerten die Freibäder der Region die Saison. Nicht so Miesau. Dort machte man bei bestem Badewetter dicht – als ob dieser Termin in einem unabänderlichen Fünfjahresplan gestanden hätte. Die Begründung lautete: Dem Personal sei eine Saisonverlängerung nicht zuzumuten. Die Leute hätten auch mal Anspruch auf Urlaub. Außerdem mache das Bad eh nur Miese. Keines dieser Argumente sticht. Erstens: Wer einen Arbeitsplatz im Freibad antritt, der weiß, dass er in den schönen Sommermonaten arbeiten muss. Zweitens: Für den Urlaub bleiben gleichwohl noch mindestens sieben Monate zur Auswahl übrig. Drittens: Nenne mir jemand ein einziges öffentliches Freibad, das Gewinn abwirft. Wer mit seinem Schwimmbad schwarze Zahlen schreiben will, der muss es zuschütten und eine Spielhalle draufbauen. Das ist so einfach wie traurig. Und was heißt das alles nun für Miesau? Wenn sie dort ab sofort schon so viel Eintritt verlangen, dann müssen sie auch ihre Öffnungszeiten einhalten und die Saison eröffnen, wenn die Sonne scheint und sie erst beenden, wenn es wirklich herbstlich wird.