Zweibrücken wochenend-kolumne: Ich bin der Meinung,

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An Projektentwickler André Kleinpoppen, der auf der Truppacher Höhe einen 45 000 Quadratmeter großen Möbelmarkt bauen will, scheiden sich die Geister. Hat der 59-jährige Unternehmer aus Solingen jemals ein solches Projekt realisiert? Es gibt keine Hinweise, die dies untermauern könnten, auch er selbst nennt keine Referenzobjekte. Vertrauensbildung funktioniert anders. In Erftstadt bei Köln verloren die Politiker die Geduld, in Moers ließ Kleinpoppen die Kaufoption verfallen. Ist Kleinpoppen ein Scharlatan? Womit verdient der Projektentwickler sein Geld, wenn er keine Projekte entwickelt? Das ist alles etwas mysteriös. Auf der anderen Seite gibt es zarte Ansätze: In Hagen ist er mit dem österreichischen Möbelhausgiganten XXXL Lutz als Partner aktiv. In der dortigen Stadtverwaltung kennt man den Namen Kleinpoppen, es existiert gar ein Vertrag mit der Stadt Hagen, dass er bis 2019 Zeit hat, einen Bauantrag einzureichen. Macht der 59-Jährige da doch noch ein großes Geschäft? Oder gelingt ihm das gar in der Nähe von Bingen, wo er die Hürde Zielabweichungsverfahren noch nicht übersprungen hat. Einen halb so großen Möbelmarkt wie den auf 45 000 Quadratmeter geplanten hält die Aufsichtsbehörde mit der Landesplanung vereinbar. Jetzt klagt die Stadt Bingen gegen die Größenbeschränkung. Ausgang ungewiss. In Zweibrücken hat sich Kleinpoppen eine Kaufoption für die Truppacher Höhe gesichert. Dass seine Absichten ernsthaft sind, wird kaum einer anzweifeln. Denn niemand nimmt nur aus Jux und Dollerei Geld für Gutachten und einen Bebauungsplan in die Hand, nur um sich einige Monate später ohne Zählbares wieder zu verabschieden. Man darf Kleinpoppen daher schon das ehrbare Motiv unterstellen, dass er vor seinem Ruhestand den großen Reibach machen und schnell noch ein paar Millionen scheffeln will. Kleinpoppen kann sich gut verkaufen, ist eloquent und hat auf alles eine Antwort – außer auf die Frage nach dem Betreiber des Möbelmarktes. Da schweigt er beharrlich. Kann er auch weiterhin, denn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit handelt es sich dabei um die expansionsfreudige, österreichische XXXL-Lutz-Gruppe, die auch Kleinpoppens Partner in Hagen ist. Es kommt nicht so gut an, dass Kleinpoppen den Stadträten den Eindruck vermittelt hat, er habe das Zielabweichungsverfahren von der Landesplanung bereits bei der SGD Süd in Neustadt beantragt. Sein Karlsruher Planungsbüro ist noch nicht soweit. Da sollte er sich klarer ausdrücken, nicht dass man ihm den roten XXXL-Stuhl vor die Tür stellt.

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