Tischtennis RHEINPFALZ Plus Artikel Wo derzeit überhaupt Spieler aufschlagen dürfen ...

Johannes Wilhelm trat jahrelang für die VT Zweibrücken an. Er könnte derzeit im Saarland sogar spielen, hätte nicht sein Verein
Johannes Wilhelm trat jahrelang für die VT Zweibrücken an. Er könnte derzeit im Saarland sogar spielen, hätte nicht sein Verein TTV Hasborn das Team vom Spielbetrieb der Verbandsoberliga Südwest zurückgezogen.

Die Spieler des Rückschlagsports dürfen sich in der hiesigen Region zurzeit gerade mal auf ein Trainingsspielchen freuen. Das Coronavirus und seine Folgen bremsen den Sport vorerst weiter aus. Ein paar Zweibrücker stehen andernorts aber an der Platte.

Es bleibt dabei, den meisten Zweibrückern bleibt das Tischtennisspielen überwiegend verwehrt. Ausnahmen hierzulande sind momentan der aus Rieschweiler stammende Timo Schultz, der in der Oberliga beim TTC Nünschweiler spielt, oder Elena Süs und Co. vom TTC Riedelberg. Viele hoffen wohl darauf, dass der Pfalzverband sich dazu durchringt, seine bis Ende Januar beschlossene Spielpause nicht zu verlängern. Die Entscheidung naht. Der wird vielerorts entgegengefiebert, auch wenn die derzeitige Corona-Entwicklungen wenig Anlass zur Hoffnung geben. Quer durch Deutschland können einige ehemalige Spieler aus der Region allerdings doch aufschlagen.

Gegen den Hamburger SV

Wie Jonas Simon, früher beim TV Ixheim, zuvor bei den BTTF Zweibrücken noch im Jugendalter schon in der Herren-Bezirksliga eingesetzt. Der spielt inzwischen bei einem Verein, der einen durchaus ungewöhnlichen Namen hat. Der Wandsbeker Turnerbund ist in der Pfalz wohl den wenigsten ein Begriff. Nicht einmal zehn Kilometer trennt die neue sportliche Heimat Simons von Hamburg an der Elbe. „Ich studiere seit Oktober in Hamburg. Da bietet sich das an“, erklärt Simon seinen Wechsel nach Wandsbek.

Der Wandsbeker Turnerbund tritt mit seiner zweiten Garde in der 2. Landesliga 1 des Hamburger Tischtennis-Verbandes an. Dort spielt Simon künftig im mittleren Paarkreuz. Prominentester Gegner, zumindest dem Namen nach, ist die Tischtennisabteilung des Hamburger SV. Aber es gibt auch Dorfvereine wie die TuRa Harksheide und den SC Allermöhe.

Sachsen ist noch lahmgelegt

Derzeit darf Simon noch nicht spielen. Denn terminiert sind zwar wieder Spiele ab dem 11. Februar. „Die wurden aber alle in den Frühling verlegt. Trainieren geht allerdings noch“, erläutert Simon, der als Bundeswehrbediensteter in Hamburg Betriebswirtschaftlehre studiert, dass der hansestädtische Verband schon weiter geplant hat als der Pfalzverband. Die Spielpläne seien jedoch noch nicht an die neuen Gegebenheiten angepasst worden.

Karl-Heinz Parthon, jahrelang Spieler des TTC Mittelbach, ist nun für den SV Oberoderwitz spielberechtigt. Der Winterwechsel zum sächsischen Verein aus dem Kreisfachverband Görlitz nahe der polnischen Grenze bedeutet für ihn aber ebenfalls, dass er wie in der heimischen Pfalz nicht spielen kann. Der Spielbetrieb ruht; nicht einmal einen Spielplan hat der Sachsenverband angesichts der hohen Corona-Inzidenzzahlen derzeit veröffentlicht.

Das Saarland spielt schon wieder

Von Zweibrücken aus ganz nah liegt das Saarland. Dort spielt der frühere Akteur der VT Zweibrücken, Johannes Wilhelm. Beim TTV Hasborn ist der gewiefte Wilhelm, der mit seinem gefühlvollen Spiel und platzierten Bällen seine Gegner regelmäßig zum Wahnsinn trieb, aktiv. Im Saarland wurde am 14. Januar entschieden, dass wieder gespielt wird. „Der Ausschuss Erwachsenensport hat mit einer Gegenstimme die Fortführung der Runde beschlossen. Diese beginnt mit dem Spieltag am 22. Januar“, erklärten die Saar-Verantwortlichen dazu. Die Saar-Vereine könnten bis Mitte Februar die ausstehenden Hinrundenspiele in Absprache mit dem Gegner terminieren. Sollte es nötig sein, könnte die Runde dann auch über den 30. April hinaus verlängert werden, heißt es seitens des Verbandes.

Heißt das nun für Wilhelm „Ab an die Platte“? Könnte man denken, aber der TTV Hasborn hat seine Mannschaft vom Spielbetrieb in der Verbandsoberliga Südwest zurückgezogen. Wilhelm wird deshalb in der Rückserie gar nicht zum Einsatz kommen, einen Winterwechsel hat er ebenfalls nicht vollzogen.

Immerhin: Isabelle Schütt vom 1. FC Saarbrücken-TT darf in der Regionalliga an der Platte stehen. Die Zweibrückerin kämpft nun doch um den Klassenverbleib, nachdem sie mit ihrem Klub so hoffnungsvoll und stark in die Runde gestartet war.

Im Februar noch Pause in Niedersachsen

Harald Draxel ist ebenfalls ein Spieler, der schon bei einigen Vereinen im Umkreis aktiv war. Zuletzt in Zweibrücken bei den Bickenalbtaler Tischtennisfreunden aktiv, war er auch in Contwig schon Trainingsgast. Nun spielt er beim TuR Eintracht Sengwarden in Niedersachsen. Doch auch in seiner neuen Sportheimat ist es nichts mit Tischtennis. „Der Tischtennis-Punktspielbetrieb ruht auch im Februar in Niedersachsen. Diesen Beschluss fasste das Präsidium des Tischtennis-Verbandes Niedersachsen in seiner gestrigen Sitzung“, teilt der Verband auf seiner Homepage mit. Der niedersächsische Verband verständigte sich zudem auf eine Einfachrunde.

Fazit: Auch die sportliche „Flucht“, mehr als 500 Kilometer quer durch Deutschland, hilft kaum einem Tischtennisspieler weiter.

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